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Asset-Manager Der Schweizer Vermögensverwalter GAM bleibt in der Abwärtsspirale

Anleger haben bei der schweizerischen Fondsfirma viele Milliarden Franken an Kapital abgezogen. Das Management verspricht Gegenmaßnahmen, doch die Geduld der Aktionäre schwindet.
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Der Schweizer Vermögensverwalter GAM bleibt in der Abwärtsspirale Quelle: dpa
Schweizer Banknoten

Die Nachricht über die Suspendierung des Fondsmanagers verunsicherte viele Kunden.

(Foto: dpa)

ZürichDer Vermögensverwalter GAM kommt nicht zur Ruhe. Seit ein prominente Fondsmanager des Unternehmens suspendiert wurde, fliehen Anleger in Scharen aus den Fonds des schweizerischen Unternehmens. Wie GAM am Dienstag mitteilte, ging das verwaltete Vermögen im vergangenen Quartal um fast 18 Milliarden Franken (15,5 Milliarden Euro) zurück. Auch der Aktienkurs des Vermögensverwalters gab kräftig nach.

Das Problem: Investoren zogen nicht nur Kapital aus den Fonds ab, die der betroffene Fondsmanager verwaltet hatte. Auch andere Produkte sind vom Exodus betroffen. Dort ging das verwaltete Vermögen um fünf Milliarden Franken zurück. Die Folgen aus der Suspendierung des Fondsmanagers seien „ein klarer Rückschlag für GAM“, sagte Firmenchef Alex Friedman. „Wir sind daran unmittelbare und zeitnahe Maßnahmen umzusetzen, um die Profitabilität von GAM zu unterstützen.“

Doch die Aktionäre scheint Friedmans Appell nicht zu überzeugen. Bis zum Dienstagmittag verloren die Papiere um rund 19 Prozent an Wert. Damit hat sich der Aktienkurs von GAM seit Juli nahezu halbiert. 

Damals hatte GAM einen prominenten Fondsmanager suspendiert. Er hatte die so genannten Absolute-Return-Fonds von GAM verantwortet, die Anlegern stabile Erträge versprechen – egal, ob die Aktienkurse steigen oder fallen. Dazu investieren die Fonds auch in exotische Anlageprodukte. Doch laut GAM ging der betroffene Manager dabei zu weit. Er soll hauseigene Regeln missachtet haben.

Die Nachricht über die Suspendierung des Fondsmanagers verunsicherte viele Kunden. Sie zogen ihr Vermögen schlagartig ab. Die betroffenen Fonds wurden deshalb aufgelöst, bislang erhielten Anleger erst einen Teil ihrer Investitionen zurück. Laut GAM-Finanzchef Richard McNamara sollen sich die Abflüsse aus den GAM-Fonds zuletzt verlangsamt haben. „Der Trend hat sich gemessen am dritten Quartal deutlich verbessert“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die weitere Entwicklung hänge auch davon ab, welche Renditen die GAM-Fonds im Vergleich zur Konkurrenz erzielen würden. Um profitabel zu bleiben, will GAM die Sparanstrengungen verstärken und die Investitionen zurückfahren.

Vontobel-Analyst Andreas Venditti bleibt aber skeptisch. Das verwaltete Vermögen von GAM habe sich noch schlechter als erwartet entwickelt, schreibt Venditti in einer Analyse. Er rechnet deshalb mit einem geringeren Umsatz und senkte seine Gewinnprognose für das Unternehmen. Auch ZKB-Analyst Michael Kunz wurde von der Höhe der Mittelabflüsse überrascht. „Von Konsequenzen auf der Kommandobrücke ist noch nicht einmal zwischen den Zeilen etwas zu erahnen“, stellt Kunz fest. 

GAM beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und bietet Produkte für institutionelle Anleger wie etwa Pensionskassen, aber auch für Privatleute an. Die Wurzeln der Firma gehen auf eine Gründung von Gilbert de Botton zurück – dem Vater des schweizerisch-britischen Philosophen Alain de Botton. Er hatte GAM vor der Jahrtausendwende an die UBS verkauft, die sie wiederum an Julius Bär weiterreichte.

2009 ging GAM dann als eigenständiges Unternehmen an die Börse. Für die beteiligten Manager war der Deal höchst lukrativ, doch die GAM-Aktie stand zuletzt unter keinem guten Stern. Laut Medienberichten befindet sich das Management auf der Suche nach einem Käufer für das Unternehmen. Konzernchef Friedman wollte das am Dienstag jedoch nicht bestätigen. Sicher scheint damit nur eines: Die turbulenten Tage sind für GAM noch nicht vorbei.

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