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Aufarbeitung Sexskandal Finanzinvestor droht Ergo mit Milliardenklage

Neuer Ärger für die Ergo: Clemens Vedder will den Skandalversicherer auf eine Milliarde Schadenersatz verklagen. Seine Vorwürfe wiegen äußerst schwer.
8 Kommentare
Das Logo des Versicherers Ergo. Quelle: dpa

Das Logo des Versicherers Ergo.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Finanzinvestor Clemens Vedder will die Ergo-Versicherungsgruppe wegen Rufschädigung auf eine Milliarde Euro verklagen. Er reagiert damit auf eine Anzeige, die Ergo vor einigen Wochen gegen ihn sowie zwei Anwälte stellte. Der Vorwurf lautete auf versuchte Erpressung. Zwar hat die Staatsanwaltschaft bislang kein Verfahren eröffnet. Doch der Schaden für ihn, sagt Vedder, sei abzusehen. Er verwalte Fonds im Wert von acht Milliarden Euro, und seine Investoren seien auf Seriosität bedacht. Er müsse unbedingt seinen Ruf schützen. „Wir haben uns auf eine lange Auseinandersetzung eingestellt“, sagt Vedder.

Der Finanzinvestor macht der Ergo schwere Vorwürfe. „Die in Rede stehende Strafanzeige ist manipuliert“, sagt Vedder. Er sei bereits vor zwei Jahren in einem Streit der Ergo und ehemaligen Vertretern als Mediator eingeschaltet worden, um einen Kompromiss zu finden. „Nachdem die Ergo gemerkt hatte, dass ich mich von keiner Seite benutzen lasse, war ich offenbar der Richtige, um von ihren Machenschaften abzulenken“, sagt Vedder.

Seine Milliardenklage will er nun in den USA einreichen. Vedder lebt unter anderem in Florida, in den USA sind weit höhere Schadenersatzurteile möglich als in Deutschland.

Ergo reagierte zunächst gelassen. „Ich weiß nicht, was man uns vorwirft“, sagte Sprecher Alexander Becker dem Handelsblatt „Wir haben der Staatsanwaltschaft lediglich einen Sachverhalt zur Prüfung übergeben. Die Staatsanwaltschaft muss sich jetzt ein Urteil bilden.“

Tatsächlich hat Ergo einen schweren Vorwurf gegen Vedder gerichtet: eine Straftat begangen zu haben. Nach dem ersten Schock durch die öffentliche Berichterstattung über die Sex-Orgie ihrer Vertreter in Budapest und fehlerhafte Rentenverträge stellte Ergo vor einigen Wochen bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anzeige wegen versuchter Erpressung. Zu Details äußerte sich der Konzern nicht. Aber Vedder, so viel ist klar, ist einer der drei Beschuldigten.

Hinter den Anschuldigungen steckt ein langwieriger Streit. Seit Jahren ringen Ergo und ehemalige Vertreter um Abfindungen, zurückgehaltene Provisionen und vieles mehr. Die Auseinandersetzungen beschäftigten diverse Gerichte. 2009 dann wurde Clemens Vedder von den Vertretern gebeten, als Mediator tätig zu werden. Er, der in solchen Streitfällen viel Erfahrung hat, sollte schlichten. Vedders Firma Goldsmith Capital Partners sollte ein Drittel der für die ehemaligen Vertreter ausgehandelten Zahlungen als Erfolgshonorar erhalten.

Vedder will Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen
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8 Kommentare zu "Aufarbeitung Sexskandal: Finanzinvestor droht Ergo mit Milliardenklage"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Geht es hier noch um ERGO oder ums Geldverdienen von Finanzhaien? Daher die Klage in den USA, es gibt höhere Schadenersatzurteile! Herr Vedder als neutraler Mediator der 30% Erfolgsvergütung der Vergleichssumme erhält (Neutral?) und gleichzeitig um seinen Ruf besorgt ist, und gleich anzukündigt weitere Details zu enthüllen (Erpressung?). Das Handelsblatt immer mit vorne dabei, zuerst die Anzeigen von Handlesvertretern und dann immer die ersten mit neuen Informationen zu dem Thema. Welche Rolle ist dem HP in diesem Finanzspiel zugeteilt. Ich finde weit ausgewogenere Bericht zu diesem Thema... siehe Süddeutsche Zeitung von heute.

  • die LV Kunden müssen nicht blechen, auch die können sich wehren und müssen sich nicht schröpfen lassen.Allein der Kunde entscheidet, wem er sein Geld anvertraut.Für Gleichgültigkeit und Lethargie ist allein der Einzelne verantwortlich.

  • letztlich blechen werden wie immer die LV-Kunden. Aber die sind es ja schon gewohnt, geschröpft zu werden 8-))

  • Bei welcher bekannten und seriösen Art der Mediation erhält der Mediator von einer Seite eine Erfolgsvergütung in Höhe von 30% der Vergleichssumme? Diese Art der Honorierung ist typisch für die Vertretung von Interessen einer Partei.

  • Kellerleichen
    Wenn die Mama im Bilde ist, muss sie leider die Zeche für die kleinen hässlichen Kinderlein zahlen. Aber vielleicht hat sie ja eine Haftpflichtversicherung( mit Verstehensgarantie) abgeschlossen. Dann bleibt es ja in der Familie - sozusagen.Und Vedder kann seinen Reichtum weiter mehren.

  • jetzt endlich verstehe ich das Rückversicherungsgeschäft: der Erstversicherer Ergo bzw. seine hässlichen Töchter bauen Mist und die Mama MunichRe zahlt die Zeche (an Vedder's Anwälte), damit die Leichen schön im Keller bleiben 8-)

  • Einfach mal nachgucken bei Wiwo 2003 + 2004
    "Genau unter die Lupe nehmen" + "Alles abgezeichnet".
    Diverse Strafverfahren liefen in Bochum + Düsseldorf
    Alles erfolgreich vom Tisch gekriegt- Herr Vedder wird die Beweise nicht schuldig bleiben.............

  • dass die vielfach beworbene Transparenz durch das Waschen schmutziger Wäsche ans Licht kommt, hätte sich Ergo wohl auch nicht träumen lassen 8-)))))))))))

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