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Ausbleibende Zahlungen Nächste IT-Panne bei Commerzbank verärgert Kunden

Wegen einer technischen Störung sind viele Zahlungen nicht bei Kunden von Commerzbank und Comdirect angekommen. Es ist nicht die erste Panne.
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Zunächst nicht ausgeführte Zahlungsaufträge, die von einem Commerzbank-Konto abgehen sollten, hat die Bank mittlerweile weitgehend auf den Weg gebracht. Quelle: dpa
Commerzbank

Zunächst nicht ausgeführte Zahlungsaufträge, die von einem Commerzbank-Konto abgehen sollten, hat die Bank mittlerweile weitgehend auf den Weg gebracht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Commerzbank bekommt derzeit viel Lob für einen Werbefilm mit der Fußballnationalmannschaft der Frauen. „Seit es uns gibt, treten wir nicht nur gegen Gegner an, sondern vor allem gegen Vorurteile“, heißt es in dem Clip. Und: „Wir brauchen keine Eier, wir haben Pferdeschwänze.“

Viele Kunden der Commerzbank und ihrer Online-Tochter Comdirect dürften sich über den Werbefilm aktuell nur bedingt freuen. Sie sind vielmehr verärgert darüber, dass es im Privatkundengeschäft des Instituts Anfang der Woche erneut zu einer großen IT-Panne gekommen ist. Die Störung ist inzwischen zwar behoben, viele Kunden haben mit den Nachwirkungen aber immer noch zu kämpfen.

Aufgrund einer technischen Störung seien einige Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften am Montag zwischen 0 Uhr und 8.30 Uhr nicht verarbeitet worden, erklärte Deutschlands zweitgrößte Privatbank. Es habe sich um eine interne Panne gehandelt und nicht um einen Hackerangriff, sagte ein Commerzbank-Sprecher. Es sei unklar, wie viele der 13 Millionen Privatkunden betroffen seien. Das Institut arbeite jedoch mit Hochdruck daran, die durch die Störung entstandenen Probleme zu lösen.

Die ausgehenden Daueraufträge und Überweisungen haben Commerzbank und Comdirect nach eigenen Angaben inzwischen nachgebucht oder werden dies zeitnah tun. Schwieriger ist dies bei den eingehenden Zahlungen. Auch hier bemühe sich das Institut um eine Lösung, sagte der Commerzbank-Sprecher. „Aber natürlich wird es Fälle geben, in denen sich der Kunde noch einmal mit dem Absender in Verbindung setzen muss.“

Dass dies zu unschönen Situationen führen kann, zeigt ein Blick auf den Kurznachrichtendienst Twitter. Dort klagt ein Comdirect-Kunde, er habe sein Auto verkauft und von der Bank des Käufers eine Überweisungsbestätigung erhalten. Doch das Geld sei nicht auf seinem Comdirect-Konto angekommen. „Käufer hat nun mein Auto + das Geld. Wie komme ich nun an die Kohle?“, fragt der Kunde.

Die Antwort von Comdirect auf Twitter: „Sehr ärgerlich! Das Geld wurde aufgrund einer technischen Störung auf das Käufer-Konto zurückgebucht. Bitte versuche mit dem Käufer zu klären, dass er dir das Geld noch einmal anweist.“

„Kernschmelze ohne Kontrolle“

Auf Facebook ließen viele Kunden ihrem Frust freien Lauf. „Der absolute GAU für eine Bank“, schrieb ein Commerzbank-Kunde. „Kernschmelze ohne Kontrolle bei der Commerzbank.“ Eine Nutzerin klagt, sie haben wegen der Commerzbank schon mehrfach Probleme bekommen. „Das ist nicht das erste Mal.“

Im vergangenen August sorgte die Commerzbank zwei Mal mit IT-Pannen für Schlagzeilen. Zunächst wurden auf einem Teil der Pfändungsschutzkonten keine Zahlungseingänge verbucht. Zahlreiche Kunden klagten daraufhin, nicht an Bargeld zu kommen. Zudem wurden Daueraufträge und Lastschriften nicht ausgeführt, weil auf den Konten nicht genug Guthaben vorhanden war. Wenige Wochen später funktionierte das Online- und Mobile-Banking-Angebot des Geldhauses rund vier Stunden lang nicht.

Bereits in den Jahren zuvor mussten sich die Kunden der Gelben mehrmals mit technischen Problemen herumschlagen. Bei Comdirect bekamen wegen einer Panne einige Kunden sogar Einblick in die Kontoauszüge fremder Menschen.

Auch andere Geldhäuser sorgen regelmäßig mit IT-Pannen für Schlagezeilen. Die Schweizer Raiffeisen Bank schickte 2018 an eine dreistellige Zahl von Kunden die Auszüge anderer Menschen. Und bei Kunden der Deutschen Bank wurden im Jahr 2016 Lastschriften und Abbuchungen doppelt angezeigt. Manche Kontoinhaber rutschten dadurch zumindest virtuell ins Minus – und konnten teilweise kein Geld mehr abheben.

Mehr: Die Commerzbank hat die Märkte 2016 womöglich zu spät über ihre neue Strategie informiert. Lesen Sie hier, was für eine Strafe die Finanzaufsicht deshalb verhängen könnte.

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