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Außerordentlicher Aufwand Privatisierung beschert HSH Nordbank Quartalsverlust

Die HSH Nordbank verbucht auch im ersten Quartal 2018 ein deutliches Minus. Auch nach dem Verkauf steht die Bank vor wichtigen Problemen.
Update: 15.06.2018 - 11:25 Uhr Kommentieren
Privatisierung drückt HSH Nordbank weiter ins Minus Quelle: dpa
HSH Nordbank

Die Landesbank rechnet für 2018 weiter mit einem Minus in dreistelliger Millionenhöhe.

(Foto: dpa)

Berlin Die vor der Privatisierung stehende HSH Nordbank hat das erste Quartal mit einem Verlust vor Steuern von 60 Millionen Euro abgeschlossen. Nach Steuern lag das Minus bei 103 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 104 Millionen Euro ausgewiesen wurde,

Das kommt nicht unerwartet. Für die vorzeitige Auflösung der Bilanzgarantie, die die bisherigen Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg bereitstellten, fiel ein außerordentlicher Aufwand von 100 Millionen Euro an. Die harte Kernkapitalquote zeigt sich aber mit 15,5 Prozent im Vergleich zu Ende 2017 nahezu unverändert.

Die HSH Nordbank wurde Ende Februar von den Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers übernommen. Die bisherigen Mehrheitseigner erhielten dafür eine Milliarde Euro. Noch sind aber nicht alle Klippen genommen. Zwar stimmten der Kieler Landtag und kürzlich die Hamburger Bürgerschaft dem Verkauf zu, doch der Wechsel vom Einlagensicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe in den freiwilligen Haftungsverbund der privaten Banken gestaltet sich noch schwierig.

So muss die Bank noch die Rentabilitätsprüfung der EU-Kommission bestehen. Damit will die Kommission sicherstellen, dass die Bank in absehbarer Zeit nicht erneut auf Hilfen angewiesen ist. Zudem steht auch noch das Inhaberkontrollverfahren der Europäischen Zentralbank aus. „Im Privatisierungsprozess sind wir auf der Zielgeraden und unterstützen alle Beteiligten nach Kräften“, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch.

Nach der Satzung der Sparkassen-Finanzgruppe muss ein privatisiertes Institut nach zwei Jahren das Einlagensicherungssystem verlassen. Zwar wird durch eine Satzungsänderung jetzt eine dreijährige Übergangsfrist geschaffen, doch danach kann die HSH nicht schon in den vollen Genuss des freiwilligen Haftungsverbunds der privaten Banken kommen. Dafür ist eine dreijährige Anwartschaft vorgesehen.

Da der private Bankenverband eine Doppel-Mitgliedschaft der HSH Nordbank in der Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe und der privaten Einlagensicherung kritisch sieht, würde nach jetziger Lesart die HSH Nordbank erst nach fünf Jahren den vollen Einlagenschutz bei den privaten Baken erhalten. Nach dem Ausstieg aus der Institutssicherung wären die Einlagen für eine Zwischenzeit lediglich bis zu 250.000 Euro abgesichert. Ob Investoren das reicht, ist fraglich. Möglicherweise müssten die Finanzinvestoren noch weitere Kapitalgarantien bieten.

Unabhängig von dem Ausgang dieser Auseinandersetzung geht Ermisch von einer mehrjährigen Transformationsphase der Bank aus. So soll beispielsweise die Konzernstruktur verschlankt werden. Nach bisherigen Planungen soll sich die Zahl der Arbeitsplätze bis Mitte 2019 von 2000 auf 1600 verringern.

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