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Bafin-Studie Bankenaufseher warnen vor zunehmenden Gefahren durch Einsatz von Big Data und KI

Big Data und Künstliche Intelligenz krempeln die Finanzwelt um. Ohne internationale Regeln ist das riskant, warnen die obersten Finanzaufseher.
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BaFin warnt vor Regulierungs-Wirrwarr bei Big Data und KI Quelle: dpa
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)

Die Aufseher veröffentlichten einen Bericht über mögliche Auswirkungen durch die fortschreitende Integration von Big Data in die Finanzwelt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Digitalisierung wird die Banken- und Versicherungswelt gründlich umkrempeln. Das steht außer Frage. Die möglichen Folgen beschäftigen zunehmend auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin, die am Freitag einen umfassenden Bericht über die Auswirkungen von Big Data und Künstlicher Intelligenz für die Finanzwelt veröffentlicht hat.

„Den Banken muss klar sein, dass es um alles geht, nämlich darum, das traditionelle Geschäftsmodell zukunftstauglich zu machen“, schreibt der oberste Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler, in dem Bericht. Banken könnten in dieser durchdigitalisierten Umgebung nur bestehen, wenn sie umfassend in Technologie investierten – „und in Köpfe“, so Röseler weiter.

Ähnlich sieht es Bafin-Präsident Felix Hufeld: „So mancher etablierter Bank und so manchem klassischen Versicherer droht bei einem Markteintritt der Bigtechs, viel Ertragspotenzial und vor allem die Kenntnis über ihre Kunden aus erster Hand verloren zu gehen“, sagte er am Freitag bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Der digitale Fortschritt hat aus Sicht der Bafin zwei Seiten: Zum einen können der Einsatz von Big Data, also der massenhaften Verarbeitung von Daten, und von Künstlicher Intelligenz die Kosten von Finanzinstituten senken, etwa wenn lernfähige Maschinen in der Geldwäschebekämpfung verdächtige Transaktionen zuverlässiger herausfiltern.

Die neuen Technologien machen es allerdings nicht nur Fintechs, also jungen finanzaffinen Technologiefirmen, sondern auch „Bigtechs“, den großen Technologiekonzernen wie Apple oder Google, leichter, Bankdienstleistungen anzubieten und mit etablierten Banken in Wettbewerb zu treten.

Auch für die Bankenaufseher selbst sieht die Bafin Handlungsbedarf. Geschäftsmodelle, die auf Big Data und Künstlicher Intelligenz basierten, „wirken sich über nationale Grenzen hinweg gleichförmig aus“, heißt es. Auf vielen Gebieten sei die Regulierungs- und Aufsichtspraxis aber unterschiedlich.

„Dadurch wächst die Gefahr, dass Anbieter Aufsichtsarbitrage ausnutzen“, so die Finanzaufseher. Damit ist gemeint, dass Anbieter ihre Geschäfte von dem Standort aus steuern, an dem die Auflagen besonders lax sind. Der internationale Dialog über gleiche Wettbewerbsbedingungen nach dem Motto „gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regeln“ werde daher immer wichtiger.

Auch für die Stabilität des Finanzsystems birgt der neue Trend aus Sicht der Bafin Risiken. Big Data und Künstliche Intelligenz könnten dazu führen, „dass Märkte und Marktteilnehmer künftig noch stärker als bislang vernetzt sein werden“, warnen die Finanzaufseher.

Eine starke Vernetzung innerhalb des Finanzsystems gilt als riskant, weil sich Krisen und Störungen dann besonders schnell ausbreiten können. Das hatten die Finanzaufseher während der letzten großen Finanzkrise gelernt, als die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers das Finanzsystem weltweit an den Rande des Zusammenbruchs führte.

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