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Bafin zur Video-Identifizierung So soll die Depot-Eröffnung vom Sofa aus ablaufen

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Call-Center extern oder intern

Kunden im Fintech-Fieber – So werden klassische Banken unter Druck gesetzt

Soweit, so klar. Aber dann ist da ein Satz, der doch noch für Unsicherheit sorgt. Dabei geht es um die Nutzung von externen Call-Centern – ein Punkt, in dem sich die Anbieter unterscheiden. IDnow beispielsweise nutzt sowohl eigene als auch externe Call-Center in Deutschland, Arvato und Web ID Solutions jedoch nicht. Im Rundschreiben steht: „Eine weitere (Sub-)Auslagerung bzw. ein Zurückgreifen eines Dritten i.S.v. § 7 Abs. 1 GwG auf einen weiteren Dritten ist nicht zulässig.“ Ein Bafin-Sprecher erklärt dem Handelsblatt: „Die Nutzung eines externen Call-Centers stellt aus unserer Sicht eine (weitere) vertragliche Auslagerung der Erfüllung der Kundensorgfaltspflicht dar, die nach dem Rundschreiben 3/2017 nicht weiter ausgelagert werden darf (Sub-Auslagerung).“ Soll heißen: Die Nutzung externer Call-Center ist nicht erlaubt.

IDnow-Geschäftsführer Michael Sittek sagte dem Handelsblatt, er habe dazu bereits eine Anfrage an die Bafin gestellt und gibt sich optimistisch: „Wir stehen kontinuierlich in engem Austausch mit der Bafin und haben auch an den Inhalten der neuen Version des Rundschreibens mitgewirkt“, sagt er. „Daher sehen wir keine Veranlassung, dass wir an unserer Praxis etwas ändern müssen. Wir können unseren Service auch weiterhin rechtskonform anbieten.“ Darüber hinaus lobt er das Rundschreiben: „Wir freuen uns sehr, dass das neue Rundschreiben die Sicherheit der Video-Identifikation weiter erhöht, ohne dabei die Nutzerfreundlichkeit einzuschränken.“ Die Zahl der Kunden beziffert er aktuell auf „mehr als 130 Unternehmen vor allem aus der Finanzindustrie, aber auch aus anderen Bereichen“, zudem seien Anfragen „im siebenstelligen Bereich“ bearbeitet worden.

Beim Konkurrenten Web ID Solutions klingt die Freude noch euphorischer. Frank Stefan Jorga, Geschäftsführer und Gründer von WebID bezeichnet das Rundschreiben als „Paukenschlag für die Banken- und Finanzwelt“. Web ID erfülle alle genannten Anforderungen, aber Anbieter, die nicht die aktuellen Sicherheitskriterien erfüllen, könnten kein Geldwäschegesetz-konformes Video-Ident-Verfahren mehr anbieten. „Wir rechnen daher damit, dass sich der Markt in Kürze bereinigen wird.“ Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen von Solingen aus bisher 1,7 Millionen Identifikationen gemacht und zählt zu seinen 70 internationalen Kunden unter anderem die Deutsche Bank, DKB und ING-Diba.

Auch Verbraucherschützer Pauli befürwortet das Video-Ident-Verfahren. „Aus Verbrauchersicht ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass es zu umständlichen Verfahren wie der Legitimierung in der Post-Filiale einfache Alternativen gibt“, sagt er. „Wenn die Bafin Anbieter von Video-Identifizierung vor dem Hintergrund des Geldwäschegesetzes als sicher einstuft, können sie auch aus Sicht der Kunden als hinreichend sicher gelten.“ Eine hundertprozentige Sicherheit biete allerdings kein System. „Neu zu überdenken wären die Anforderungen, wenn im Namen argloser Verbraucher von unbefugten Konten eröffnet würden“, mahnt er. Auch die Bafin plant bereits, die Vorgaben bei begründetem Anlass, spätestens aber drei Jahre nach Inkrafttreten zu evaluieren.

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1 Kommentar zu "Bafin zur Video-Identifizierung: So soll die Depot-Eröffnung vom Sofa aus ablaufen"

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  • Es müsste doch auch genügen, wenn der Kontoanmelder sagt: "Ey Mann, ich schwöör."

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