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Banca Carige Doch wieder Staatshilfe für eine italienische Krisenbank?

Die EZB hat das ligurische Institut unter Zwangsverwaltung gestellt. Das ruft den Staat auf den Plan – und eine „verrückte Idee“.
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Die italienische Regierung will bei der Krisenbank eingreifen. Quelle: AFP
Banca Cariga

Die italienische Regierung will bei der Krisenbank eingreifen.

(Foto: AFP)

Rom In Italien wird wild spekuliert, wie es mit der Banca Carige weitergeht. Das ligurische Institut ist zu Jahresbeginn von der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Staatliche Hilfen sind inzwischen nicht mehr erlaubt – dennoch gibt es offenbar Verhandlungen mit der Regierung.

Die Suche nach einer Lösung treibt schon bizarre Blüten. Eine davon: Die Krisenbank Monte dei Paschi könnte eingreifen und die Banca Carige sanieren. Als eine „völlig verrückte Idee“ bezeichnete ein Finanzexperte am Freitag das von mehreren Medien verbreitete Gedankenspiel. Zeitungen hatten berichtet, die Regierung in Rom, vor allem die Koalitionspartei Lega, habe Monte dei Paschi als Fusionspartner ins Gespräch gebracht.

Die Bank aus Siena war 2016 verstaatlicht worden und das Wirtschafts- und Finanzministerium ist der Hauptaktionär. Die EU-Kommission hatte nach langen Verhandlungen einer „vorsorglichen Rekapitalisierung“ zugestimmt. Zu den Auflagen der Bank gehört, einen Sparplan voranzutreiben – und keine Übernahmen und Fusionen anzustreben.

Genau das wäre jedoch der Fall, wenn es nach dem Willen der Lega geht. Ein Fusionsszenario riefe allerdings sofort die EU-Kommission auf den Plan. Staatshilfen für Banken sind seit dem Inkrafttreten des „Bail-in“ vor zwei Jahren verboten. Als Lehre aus der Finanzkrise soll der einheitliche Abwicklungsmechanismus (SRM) verhindern, dass erneut der Steuerzahler bei Bankenrettungen zur Kasse gebeten wird.

Nach Einschätzung der Analysten von Equita würde der Markt eine Rettung von Banca Carige durch Monte dei Paschi nicht positiv bewerten, da dies auch erhebliche Auswirkungen auf die Restrukturierung des Instituts aus Siena haben würde.

Wie alle italienischen Banken leidet auch Banca Carige unter den großen Posten notleidender Kredite in den Büchern. Seit 2014 hatte die Bank 2,2 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt und gleichzeitig einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro angehäuft.

Und dann kommt doch der Staat ins Spiel: Es habe Vorgespräche gegeben zwischen der „Bad Bank“ des Finanzministeriums und dem Geldhaus über den Erwerb von faulen Krediten, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte die Zeitung „Il Messaggero“ berichtet, es gehe um die Übernahme eines guten Teils von Problemdarlehen im Volumen von 3,7 Milliarden Euro.

Die Bilanz von Carige solle auf diesem Weg aufgebessert werden, um das Geldhaus so für mögliche Fusionspartner attraktiver zu machen. Die „Bad Bank“ zur Abwicklung notleidender Kredite war bereits bei der Rettung der Banca Monte dei Paschi di Siena und zweier Institute aus dem Veneto zum Einsatz gekommen.

Die von der EZB eingesetzten Verwalter – der frühere Vorsitzende des Verwaltungsrats und der frühere CEO der Bank sowie ein Experte der Notenbank – arbeiten unterdessen am neuen Strategieplan, der im Februar zusammen mit der Bilanz für 2018 präsentiert werden soll. Gesucht wird nach Weisung der Aufseher nach Fusionspartnern.

Der Großaktionär, die Unternehmerfamilie Malacalza, hat unterdessen sein Veto gegen die geplante Kapitalerhöhung von 400 Millionen Euro eingeschränkt und zeigt sich verhandlungsbereit. Das „Nein“ der Malacalzas hatte zur Demission des Verwaltungsrats und zur Zwangsverwaltung geführt. Es gebe für die Bank kein Risiko des Zahlungsverzugs oder des „Bail-in“, erklärte der Verwalter Fabio Innocenzi, der bis Jahresende noch CEO gewesen war.

Nachdem der Aktienkurs im vergangenen Jahr um mehr als 80 Prozent eingebrochen ist, kommt die Bank noch auf eine Marktkapitalisierung von 80 Millionen Euro, 4300 Mitarbeiter betreuen rund eine Million Kunden.

Wie Carige mitteilte, sollen die Übergangsverwalter die Stärkung der Kapitalbasis und die Partnersuche vorantreiben sowie Gespräche mit dem Einlagensicherungsfonds der Banken aufnehmen.

Der Einlagensicherungsfonds FITD erklärte, Carige könne wohl nur durch eine Übernahme gerettet werden. Nachdem die Kapitalerhöhung gescheitert sei, bleibe dies die einzige Möglichkeit, sagte FITD-Chef Salvatore Maccarone der Nachrichtenagentur Ansa.

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