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Bankaufsicht stellt Mängel bei den internen Kontrollen fest Bei Citigroup häufen sich die Probleme

Charles „Chuck“ Prince, der Chef des Finanzriesen Citigroup, ist derzeit um seinen Job nicht zu beneiden. Immer neue Skandale sorgen dafür, dass sich die Citigroup vom Ziel, der "meist respektierte" Finanzdienstleister der Welt zu werden, entfernt.
  • Tobias Moerschen

HB NEW YORK. Kritik an der üppigen Vergütung für Aufsichtsratschef Sanford „Sandy“ Weill, Ermittlungen gegen den früheren Top-Banker Victor Menezes, ein vorläufiges Verbot neuer Zukäufe durch die US-Bankaufsicht – die Schlagzeilen der vergangenen Tage enthalten kaum Gutes für den New Yorker Finanzriesen

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Einziger Lichtblick war die Entscheidung der Frankfurter Staatsanwaltschaft, keine Anklage gegen sechs Citigroup-Anleihehändler zu erheben. Ihnen wirft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Marktmanipulation bei einem aggressiven Anleihegeschäft im August vor.

„Die Citigroup galt stets als besonders aggressiv, und wer aggressiv ist, erhöht die Gefahr, die Grenze des Erlaubten zu überschreiten“, sagt Charles Elson, Professor für Unternehmensführung an der Universität des US-Bundesstaats Delaware. Es sei aber durchaus möglich, aggressiv und trotzdem ethisch korrekt zu handeln. „Zwischen beiden Begriffen muss kein Widerspruch bestehen“, erklärt der Professor. Nötig sei jedoch eine klare Botschaft von der Konzernspitze, dass unethisches Verhalten nicht geduldet werde.

Diese Botschaft müht sich Vorstandschef Charles Prince seit Monaten zu verbreiten. Für neue Kritik sorgt jedoch das üppige Gehalt seines Vorgängers Weill, der weiterhin als Chairman (vergleichbar dem deutschen Aufsichtsratsvorsitz) das Citigroup-Board leitet. Weill kassier-te für seine Dienste im vergangenen Jahr 16,8 Mill. Dollar. Das war fast so viel wie die 18,6 Mill. Dollar schwere Vergütung von Vorstandschef Prince. Und das, obwohl Weill sich nach Angaben der Citigroup aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat und sich auf die Arbeit der zahlreichen Citigroup-Stiftungen konzentriert.

„Ich kenne keinen anderen Chairman in vergleichbarer Position, der so viel verdient“, sagt ein New Yorker Unternehmensberater, der Finanzfirmen in Ethik-Fragen hilft. „Dieses Vergütungspaket macht die Citigroup angreifbar.“ Eine Sprecherin der Bank in New York reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

Weill machte die Citigroup durch Dutzende von Fusionen und Übernahmen zum größten und profitabelsten Finanzdienstleister der Welt. Doch in seine Amtszeit als Vorstandschef fallen auch viele der Skandale, die heute seinen Nachfolger Prince plagen. So zählte Victor Menezes einst zum engsten Führungskreis um Weill. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass US-Aufsichtsbehörden gegen Menezes ermitteln, weil er im Jahr 2002 Citigroup-Aktien verkaufte, kurz bevor die Bank einen Riesenverlust in Argentinien meldete. Nun prüfen die Behörden, ob Menezes von Insiderinformationen profitierte.

Die für die Citigroup zuständige US-Bankaufsicht stellte kürzlich „Mängel bei den internen Kontrollen“ des Finanzriesen fest. Bevor diese nicht abgestellt sind, solle Citigroup keine größeren Übernahmen mehr durchführen, fordern die Aufseher. Damit hat Charles Prince noch einen langen Weg vor sich, um zum „meist respektierten Finanzdienstleister der Welt“ aufzusteigen.

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