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Banken-Affäre Der Danske-Bank-Skandal zieht Kreise – Geldwäsche-Vorwürfe gegen Deutsche Bank

Die Danske Bank soll über die US-Tochter einer europäischen Bank Geld gewaschen haben. Dabei soll es sich angeblich um die Deutsche Bank handeln.
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Deutsche Bank soll in Skandal um Danske Bank verwickelt sein Quelle: AFP
Whistleblower Howard Wilkinson

Wilkinson leitete zwischen 2007 und 2015 die estnische Filiale der Danske Bank.

(Foto: AFP)

StockholmIm Geldwäscheskandal der Danske Bank ist jetzt auch die Deutsche Bank in den Fokus der Ermittler gerückt. Whistleblower Howard Wilkinson, der den vermutlich größten Geldwäscheskandal in Europa aufgedeckt hat, erklärte am Montag vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Kopenhagen, dass bis zu 150 Milliarden Dollar über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien.

Wilkinson, der die estnische Filiale der Danske Bank zwischen 2007 und 2014 leitete, wollte den Namen der europäischen Bank nicht nennen. Doch nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg und weiterer Quellen soll es sich um die Deutsche Bank handeln. Von der Deutschen Bank gab es dazu keinen Kommentar.

Die Deutsche Bank war bis 2015 die Korrespondenzbank der estnischen Filiale der Danske Bank. Über diese kleine Tochtergesellschaft sollen zwischen 2007 und 2015 insgesamt bis zu 200 Milliarden Euro gewaschen worden sein. In einem internen Untersuchungsbericht hatte die Danske Bank Anfang Oktober eingeräumt, dass die eigenen Kontrollsysteme „unzureichend“ gewesen seien.

Der Chef der Danske Bank sowie der Aufsichtsratsvorsitzende verloren wegen des vermutlich größten europäischen Geldwäscheskandals bereits ihre Posten. Die über Estland gewaschenen Geldbeträge stammen hauptsächlich von Kunden aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan.

Neben der Deutschen Bank soll die estnische Filiale der Danske Bank auch JP Morgan und die Bank of America für die illegalen Transaktionen benutzt haben. Bereits in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass US-Behörden Kontakt zu JP Morgan, der Deutschen Bank und der Bank of America aufgenommen und sie um Stellungnahmen gebeten haben.

Während JP Morgan 2013 die Zusammenarbeit mit der estnischen Filiale der Danske Bank beendete, ging die Kooperation der Deutschen Bank und der Bank of America noch bis 2015 weiter. Neben US-Behörden haben auch die Finanzaufsichtsbehörden in Dänemark, Estland, Lettland und Großbritannien Untersuchungen zu dem Geldwäscheskandal eingeleitet. Die Europäische Kommission forderte die europäische Bankenaufsicht (EBA) auf, eventuelle Verstöße gegen das EU-Recht durch Dänemark, Lettland und Estland zu untersuchen.

Howard Wilkinson, der den Geldwäscheskandal maßgeblich mit aufgedeckt hat, warnte bereits 2013 seine Vorgesetzten in Kopenhagen, dass es in der estnischen Filiale eventuell zu illegalen Geldtransaktionen von nicht in Estland ansässigen Kontokunden gekommen sei. Diese Warnungen wurden jedoch nicht weiter beachtet.                                           

Danske Bank ist nicht die erste Bank in Europa, die in Geldwäscheskandale verwickelt ist. Sollten sich die Vorwürfe gegen Dänemarks führende Bank allerdings bewahrheiten, wäre es der mit Abstand größte Geldwäscheskandal in Europa.

Die Deutsche Bank musste im vergangenen Jahr rund 700 Millionen Dollar an Strafe zahlen, weil sie betuchten Russen bei der Ausfuhr von fast zehn Milliarden Dollar geholfen hatte. Die niederländische ING wurde in diesem Jahr ebenfalls wegen der Verwicklung in eine Geldwäscheaffäre zur Zahlung von 900 Millionen Dollar verpflichtet. Wie hoch die mögliche Strafe für die Danske Bank ausfallen kann, ist noch unklar. Die mangelhaften Kontrollen werden die Bank auf jeden Fall teuer zu stehen kommen.

Die dänische Regierung rechnet mit Strafzahlungen in Höhe von bis zu vier Milliarden Kronen, rund 535 Millionen Euro, sollte die Schuld der Bank bewiesen werden. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten bezifferten die mögliche Strafe sogar auf etwa 800 Millionen Dollar.                                           

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