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Banken gehen Sicherheiten aus Griechenland im Endspiel

Nur mit Notkrediten der Europäischen Zentralbank werden griechische Geschäftsbanken über Wasser gehalten. Doch selbst diese Unterstützung könnte in wenigen Wochen ihre Grenzen erreichen. Ein frisches Pfand könnte helfen.
15 Kommentare

Koalition im Zwist: SPD stellt bereits drittes Hilfspaket in Aussicht

Athen Griechischen Banken gehen die Sicherheiten aus, die sie bei der Notenbank des Landes als Gegenleistung für Notkredite hinterlegen müssen. Die Krise könnte dazu beitragen, dass Ministerpräsident Alexis Tsipras nach wochenlangem Nervenkrieg mit den Gläubigern des Landes sich zu einem Kurswechsel gezwungen sieht.

Während aus dem griechischen Finanzsystem Mittel abfließen, nutzen die Banken die bei der Notenbank geparkten Pfänder, um Woche für Woche steigende Beträge an Notkrediten abzurufen. Im ungünstigsten Fall könnte dieser Weg schon in drei Wochen versperrt sein, sagen Ökonomen. Das würde die Banken in die Insolvenz treiben.

„Der Punkt, an dem die Sicherheiten erschöpft sind, ist wahrscheinlich nicht mehr fern“, schrieben die Analysten Malcolm Barr und David Mackie von der JPMorgan Chase Bank in einer Studie vom vergangenen Freitag. „Der Druck aus dem Cashflow der Zentralregierung, der Druck auf das Bankensystem und der politische Terminkalender - all das deutet auf Ende Mai, Anfang Juni.“

In Europa verlieren viele Entscheidungsträger die Geduld mit Tsipras, der erst am Donnerstag erklärte, er werde von keiner seiner zentralen Forderungen abweichen. Bei den Gesprächen mit Griechenland geht es darum, ob das Land mehr Geld erhalten soll. Die Europäische Zentralbank könnte allerdings für zusätzlichen Druck sorgen, sollte sie die Abschläge erhöhen, die griechische Banken nach dem Notfallliquiditätsprogramm (ELA) der EZB auf die hinterlegten Pfänder hinnehmen müssen.

Eine solche Maßnahme könnte als Nebeneffekt weitere Abflüsse von Bankeneinlagen zur Folge haben und Tsipras vor die Wahl stellen, sich entweder mit den Gläubigern zu einigen oder Kapitalverkehrskontrollen ins Auge zu fassen.

„Wir stehen in einem Endspiel“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch in einem am Samstag ausgestrahlten Interview mit einem luxemburgischen Rundfunksender. „Diese Situation ist nicht tragbar.“

Die griechischen Banken haben bislang unter dem ELA-Programm rund 80 Milliarden Euro aufgenommen. Sie haben genug Sicherheiten hinterlegt, um diese Summe - nach den derzeitigen von der EZB genehmigten Bedingungen - auf etwa 95 Milliarden Euro auszuweiten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Wenn die Notenbank die Obergrenze für die Notkredite jede Woche um rund zwei Milliarden Euro erhöht, kämen die Banken bis Ende Juni über die Runden.

Der Handelsblatt Expertencall
Stellt der Staat den Banken einen Pfand zur Verpfügung?
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15 Kommentare zu "Banken gehen Sicherheiten aus: Griechenland im Endspiel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • und die Griechen werden das Endspiel mit 2:1 gewinnen, weil sie den nächsten Schuldenschnitt bekommen, gell?

  • Fein, dann bin ich ja beruhigt.Dies kann dann zumindest seiner bestimmungsgemässen Verwendung zugeführt werden....

  • Wenn mir doch mal bitte jemand erklären könnte, wie das weitergehen soll. Laufend ist zu lesen, dass Griechenland unbedingt im Euro bleiben muss.....das ein Austritt total gefährlich sei (vor allem für Börsen-Millionäre, die ihre junge First-Lady bei Laune halten müssen).....dass man das unbedingt vermeiden müsse.....
    Ich möchte wissen, wie es OHNE Austritt von GR aus dem Euro weitergehen soll? 3. Hilfspaket, 4., 5?? Zahlen wir, bis der Arzt auch zu uns kommt??? Wir Steuerzahler haften, die Börsianer werden reich, die GR leben auch weiterhin geschmeidig unter der Sonne der Ägäis?? Oder wie jetzt weiter.....

  • @ru ho
    " irgendwelche Zettel" Ja, beschriebenes Toilettenpapier.

  • Sicherheiten? Was für Sicherheiten denn? Mit Sicherheit haben n unser Rentner und zukünftigen Rentner für Griechenland und den Club Med bezahlt.
    "Griechischen Banken gehen die Sicherheiten aus, die sie bei der Notenbank des Landes als Gegenleistung für Notkredite hinterlegen müssen"

  • "Allerdings ist nicht klar, ob diese Pfänder - darunter staatliche Garantien,....."

    Man muss sich immer vor Augen halten, dass ein "Staat" nichts selbst erwirtschaftet.
    Ein Staat kann nur das "ausgeben", was er seinen Bürgern (über Steuern usw.) wegnimmt.
    Eine "staatliche Garantie" kann also nur "Eigentum der Bürger" beinhalten.

    Man sieht also ganz klar wohin sozialistische Mißwirtschaft und fehlende Kontrolle (die Politiker nicht leisten wollen/können) führen......

    Der griechische Staat ist pleite weil er jehrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt hat und die gr. Bürger / Unternehmen nicht bereit waren / sind entsprechend (hohe) Steuern zu zahlen.

    Irgendwann ist eben "Schicht im Schacht".......

  • "Griechenland im Endspiel"

    Zeit für Kassensturz!

    Nicht nur in Griechenland brennt die Hütte, auch hier müssen sich die Politiker fragen lassen, wieviel Geld der Steuerzahler sie für nichts verbrannt haben. Deutsche Politiker klagen immer wieder ihre Zuständigkeit ein, nun ist die Frage zu stellen, für was sie auch verantwortlich sind. Zuständigkeit und Verantwortlichkeit müssen immer deckungsgleich sein. Wenn dem nicht so ist, dann ist "Griechenland" nicht weit oder überall.

    Kassensturz! Wer muss gehen, wer darf bleiben?

    Auch wenn über 80 % behaupten "alternativlos" zu handeln, so darf man von einem Volksvertreter dennoch erwarten, dass er mit fremdem Geld vertrauensvoll umzugehen hat.

  • Man kann die Augen vor der Realität verschließen, das hat die Politik jahrelang bereits gemacht, indem sie gegen marktwirtschaftliche Gesetze gehandelt hat und die EZB mit ihrem abenteuerlichen Gelddrucken marschiert in die gleiche Richtung, man kann aber die Konsequenzen aus diesem Handeln nicht mehr vertuschen, sie werden schmerzlich zu spüren sein...

  • Das wäre die Definition des Parasiten:schädigt den Wirt,tötet ihn aber normalerweise nicht,weil er ja auf ihn angewiesen ist.
    Im Falle der Südländer würde ich mich nicht unbedingt darauf verlassen wollen,weil wenn der Wirt schwächelt, verlässt man ihn halt und zeckt woanders.

  •  
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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