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Banken-Gipfel Chefaufseher Hufeld spricht sich gegen Verbot von Minuszinsen aus

Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin sorgt sich um die Profitabilität der heimischen Banken. Auf dem Banken-Gipfel appelliert er an die Branche.
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Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin kritisierte bei den Banken die „Attitüde der Opfermentalität“. Quelle: Marc-Steffen Unger
Felix Hufeld

Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin kritisierte bei den Banken die „Attitüde der Opfermentalität“.

Frankfurt Felix Hufeld, der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, hält ein Verbot von Negativzinsen für Privatkunden für keine gute Idee: „Ich würde der Politik nicht raten, dieses Instrument in Erwägung zu ziehen“, sagte er auf dem Bankengipfel des Handelsblatts.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt ein Verbot von Strafzinsen für Guthaben bis 100.000 Euro gefordert. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ließ prüfen, ob das rechtlich überhaupt möglich ist und legte bei seinem Auftritt auf dem Banken-Gipfel nach. Die Bank-Vorstände sollten sich genau überlegen, welche Folgen es hätte, sollten sie tatsächlich die Sparer auf breiter Basis mit Strafzinsen für Einlagen belasten. Außerdem ist Scholz der Meinung, dass sich flächendeckende negative Zinsen für Privatkunden juristisch ohnehin kaum durchsetzen ließen.

Uwe Fröhlich, Co-Chef der DZ Bank, warnte, am Ende werde die Niedrigzinsdiskussion nicht nur die Bankkunden erreichen, sondern auch die Mitarbeiter der Banken betreffen. Damit deutete der Banker an, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldhäusern noch größere Lasten aufbürde.

Die Banken im Euroraum müssen seit vier Jahren einen Satz von 0,4 Prozent für die Summen bezahlen, die sie bei der Europäischen Zentralbank parken. Am kommenden Donnerstag dürfte der Rat der EZB nach Meinung der meisten Volkswirte die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich drücken. Die Experten gehen von einer Senkung in Richtung von minus 0,5 Prozent oder sogar minus 0,6 Prozent aus.

In den vergangenen Wochen haben Vertreter aller Bankengruppen gedroht, dass sie über kurz oder lang die zusätzlichen Lasten auf breiter Basis an ihre Privatkunden weitergeben könnten.

Attitüde der Opfermentalität

Hufeld betonte auf der Handelsblatt-Tagung, dass er sich Sorgen über die zu schwache Profitabilität der deutschen Banken mache. Die Institute müssten noch radikaler über ihre Geschäftsmodelle nachdenken, fordert der Aufseher. Es gebe nicht viele Banken, die viele Geschäftsfelder parallel betreiben könnten.

Hufeld kritisierte die „Attitüde der Opfermentalität“ der Banken. Niedrigzinsen und andere Widrigkeiten ließen sich „nicht weghexen“.

Sein Appell an die Banken: „Packt die Themen an, packt sie an der Wurzel an.“ Die Marktbedingungen seien so wie sie seien. Wenn andere Branchen wie Technologie oder Automobil mit derselben Haltung an ihre Probleme herangehen würden wie die Banken, dann dann stünde es schlimm um Deutschland, klagt der Bafin-Chef. Die Banken müssten sich von dem Gedanken verabschieden, dass es sich bei ihren Problemen um eine „vorübergehende Störung handle, an der man nur ein wenig herumdoktern“ müsse.

Scholz über Strafzinsen – „Banken wissen, was das auslösen würde“

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