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Banken-Gipfel Goldman-CFO Scherr bekräftigt: „Wir sehen bis 2020 keine Rezession in den USA“

Goldman-Sachs-Finanzchef Stephen Scherr gibt sich auf dem Banken-Gipfel betont entspannt: Ein Abschwung stehe noch nicht bevor – und der Kulturwandel der Bank schreite voran.
Update: 05.09.2019 - 10:42 Uhr Kommentieren
Stephen Scherr (r.) im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteurin Andrea Rexer. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Banken-Gipfel 2019

Stephen Scherr (r.) im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteurin Andrea Rexer.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Frankfurt Manchmal sind es die kleinen Dinge, die auffallen. Im Unterschied zu Blackrock-CEO Larry Fink, der vor ihm auf der Bühne war, hat Goldman-Sachs-Finanzchef Stephen Scherr keinen Pappbecher einer großen Kaffeehauskette dabei. Stattdessen trinkt er, ganz nachhaltig, aus einem mitgebrachten Glas, wie Moderatorin Andrea Rexer bemerkt.

Bereits mit der Einstiegsfrage ist man mittendrin in der großen Debatte über den nachhaltigen Kapitalismus. Seine Bank zählt zu den Unterzeichnern der „Erklärung zum Zweck eines Unternehmens“, die Ende August für Aufsehen sorgte. Darin riefen 181 Wirtschaftslenker auf, sich vom Shareholder-Value-Gedanken loszusagen, also dem Ziel, allein die Aktienkurse zu beflügeln.

Scherr betont, die Schaffung von langfristigem Shareholder-Value und von allgemeinem Wohlstand, von sicheren Jobs und wirtschaftlicher Prosperität seien keine Gegensätze. Die Abkehr von der Größe als alleinigem Ziel heiße nicht, dass der Aktienkurs für die Goldman-Sachs-Spitze keine Rolle mehr spiele. Firmen sollten weiterhin den Wert der Anteilseigner erhöhen – aber eben nicht mehr ausschließlich, so seine Interpretation.

An eine baldige Rezession aufgrund der Handelsstreitigkeiten oder des Brexits glaubt Scherr nicht. „Als Risikomanager werde ich oft gefragt, ob unsere Daten eine Rezession signalisieren. Meine Antwort ist: Nein.“ Zwar schaue man sich die sich eintrübende Investorenstimmung sehr genau an. Natürlich könnten die Probleme mit China und andere politische Risiken die Aktienkurse negativ beeinflussen. Die Unternehmen könnten zudem aufgrund der Unsicherheiten zurückhaltender agieren, zum Beispiel keine neuen Jobs schaffen. Allerdings: „Unsere Ökonomen sehen bis Ende 2020 keine Rezession in Amerika.“

Deutlich skeptischer blickt Scherr auf die andere Seite des Atlantiks, nach Europa. Die hiesigen Banken sieht er im Vergleich zu ihren profitablen US-Pendants im Hintertreffen. Er betont die Wichtigkeit einer gemeinsamen Bankenunion, um die Ertragskraft der europäischen Häuser zu stärken. Diese müssten mit vielen national begrenzten Märkten und Regulierungsvorgaben zurechtkommen.

Goldman Sachs ist in den Augen seines Finanzchefs selbstverständlich schon weiter – und mitten im Kulturwandel. Erfolgreich sei etwa die Kreditkarte, die die ehemals reine Investmentbank mit dem Tech-Konzern Apple gestartet hat. „Wir haben bereits eine Million Karten ausgegeben. Es ist ein aufregendes Produkt“, schwärmt Scherr. Während Apple die Softwareumgebung geliefert habe, habe Goldman die Plattform aufgebaut. Zwar sei die Bank weiter ihren Stammkunden verpflichtet – Institutionen, Großkonzernen und reichen Privatkunden. „Aber nun wollen wir weiter wachsen und die Reichweite der Firma vergrößern“, so Scherr. Dabei helfe die Möglichkeit, Privatkundeneinlagen einzusammeln. 50 Milliarden Dollar habe man bereits eingesammelt.

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