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Banken-Gipfel Stefan Ermisch: Die Banken verweigern sich der Konsolidierung

Für den Chef der ersten privatisierten Landesbank sind die meisten Institute zu klein für das Massengeschäft. Er rechnet mit einem massiven Personalabbau.
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Stefan Ermisch, CEO Hamburg Commercial Bank, spricht sich für eine stärkere Bankenkonsolidierung aus. Quelle:  Uta Wagner
Handelsblatt-Banken-Gipfel 2019

Stefan Ermisch, CEO Hamburg Commercial Bank, spricht sich für eine stärkere Bankenkonsolidierung aus.

(Foto:  Uta Wagner)

Frankfurt Bei der ersten privatisierten Landesbank ist Optimismus angesagt. „Ich bin überzeugt, dass die Hamburg Commercial Bank (HCOB) in den kommenden drei Jahren eine erfolgreiche Bank sein wird“, sagte Vorstandschef Ermisch. Vor dem Verkauf an die Finanzinvestoren Cerberus und Flowers firmierte das Institut noch unter HSH Nordbank.

Die milliardenschwere Verlusten, die aus faulen Schiffskrediten herrührten, werden die Alteigentümer Schleswig-Holstein und Hamburg noch lange beschäftigen. Mit Hilfe Ermischs konnte aber die Abwicklung des Instituts mit dann deutlich höheren Verlusten verhindert werden.

Seitdem setzt sich Ermisch noch stärker für eine Bankenkonsolidierung ein. „Die Branche kämpft mit sich selbst“, sagte er auf dem Handelsblatt-Banken-Gipfel. Die Restrukturierung der Banken stocke. Das Problem der Häuser liege aber nicht an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Natürlich werde es dadurch schwer, Gewinne im Geschäft mit Privatkunden zu erzielen.

Doch im Kern würden sich die Institute in Deutschland einer Konsolidierung verweigern. Dabei seien die meisten Banken zu klein für das Massengeschäft. „Die Allianz-Gruppe könnte in Deutschland mit einem Marktanteil von fünf Prozent auch nicht existieren“, so Ermisch. Die Banken würden zu geringe Ertragsmargen erzielen und würden unter zu hohen Kosten leiden. „Ich rechne über die Sektorgrenzen hinweg mit einem massiven Personalabbau“, so Ermisch.

Es sei keine neue Erkenntnis, dass der Staat kein guter Eigentümer sei, sagte der Vorstandschef mit Blick auf die Landesbanken. Der öffentliche Eigner habe keine Antwort auf die Frage, „was will ich mit meiner Bank in zehn Jahren erreichen“. Bei privaten Eignern sehe das schon anders aus. Er hoffe, dass die Privatisierung der HSH für einen Impuls in der Branche sorge.

Mit seiner neuen Bank sieht sich Ermisch auf gutem Weg. In den ersten sechs Monaten stieg das Vorsteuerergebnis auf 96 Millionen Euro. Die mittelfristigen Ziele sind ehrgeizig: Es wird eine Aufwands-Ertrags-Relation von 40 Prozent angestrebt und eine Eigenkapitalrendite von acht Prozent. Mit einer Kernkapitalquote von 17 Prozent ist das selbstgesteckte Ziel von mindestens 16 Prozent schon jetzt übererfüllt.

Teil des Programms ist auch eine Halbierung der Mitarbeiterzahlen. Von derzeit 1700 Stellen werden rund 950 übrigbleiben.

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