Banken Hypo Vereinsbank will Unicredit heißen

Hypo Real Estate – Hypo Vereinsbank. Die Namen ähneln sich durchaus. Und aus Sicht von Theodor Weimer, dem Chef der Hypo Vereinsbank, ähneln sie sich viel zu sehr. Die Kunden würden die HVB mit der maroden HRE verwechseln. Nun soll der Name Hypo Vereinsbank verschwinden.
Die Hypo Vereinsbank ändert ihren Namen. Quelle: ap

Die Hypo Vereinsbank ändert ihren Namen.

(Foto: ap)

MÜNCHEN. Die Hypo-Vereinsbank soll möglichst schnell in Unicredit umbenannt werden. „Angesichts der zunehmend negativen Besetzung des Begriffs 'Hypo' haben wir in den letzten Monaten den Eindruck gewonnen, dass wir unseren Brand auch aus diesem Gesichtspunkt auf den Prüfstand stellen müssen“, schrieb HVB-Chef Theodor Weimer gestern in einer internen Mitteilung. Der Name ist nach Einschätzung der Hypo-Vereinsbank vor allem durch die Existenzprobleme bei der benachbarten Hypo Real Estate beschädigt.

Damit soll die HVB künftig so wie ihre italienische Mutter heißen. Weimer betonte, dass die Gremien noch keine offiziellen Entscheidungen getroffen haben. Auch der Zeitplan sei offen. In einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er aber: „Wir wollen den Namen lieber früher als später auch für das Deutschland-Geschäft nutzen.“

Nach Einschätzung in Finanzkreisen kann die Umbenennung auch als weiteres Bekenntnis der Italiener zum Deutschlandgeschäft der HVB gewertet werden. Hypo-Vereinsbank-Aufsichtsratchef Sergio Ermotti sagte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt – unabhängig von der Ankündigung Weimers –, die Tochter habe sich seit der Fusion gut entwickelt. „Die HVB ist gut aufgestellt und hat sich auch in der Krise als sehr stabil erwiesen.“

Unicredit-Vize Ermotti betonte, dass die Gruppe am Privatkundengeschäft in Deutschland festhalten wolle, auch wenn Produktivität und Rentabilität des Geschäfts noch weiter gesteigert werden müssten. „Wir werden uns hier nicht aus dem größten Markt Europas zurückziehen.“ Auch das traditionell starke Firmenkundengeschäft der Hypo-Vereinsbank sei noch weiter ausbaufähig.

In der Bank stießen die Umbenennungs-Pläne gestern auf ein gemischtes Echo. „Der Schritt ist überfällig“, sagte HVB-Aufsichtsrat Klaus Grünewald von Verdi dem Handelsblatt. Die Gewerkschaft habe schon vor drei Jahren einen einheitlichen Namen vorgeschlagen. Schon aus Kostengründen wäre es seiner Ansicht nach sinnvoll gewesen, nicht nur das Logo, sondern gleich auch den Namen zu wechseln.

Die HVB hatte ihr Loge vom traditionellen blau in das Unicredit-Rot gewechselt. Ein anderer HVBler betonte, dass die Umstellung gerade in den Dörfern auf dem Land nicht einfach sei. Hier seien die Kunden gewohnt, in ihre Hypo-Vereinsbank-Filiale zu gehen. HVB-Chef Weimer betonte, es sei klar, dass das Thema Marke sowohl intern als auch bei den Kunden mit sehr viel Emotionen verbunden sei. Man werde mit dem Thema professionell umgehen.

Banken-Professor Klaus Fleischer von der Hochschule München findet die Entscheidung nicht überraschend. „Der Trend zur Namensaufgabe war vorhersehbar.“ Bei Übernahmen verliere der kleinere Partner nach einer Übergangszeit oft seinen Namen.

Nach der Dresdner Bank wäre die Hypo Vereinsbank der zweite traditionsreiche Bankenname, der innerhalb kurzer Zeit verschwindet. Das Frankfurter Institut geht in der Commerzbank auf.

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