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Banken im Umbruch – #biu16 Deutsche Bank im Moment nicht an Commerzbank interessiert

Im Gespräch mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart hat Deutsche-Bank-Chef John Cryan Gespräche mit Commerzbank-Chef Martin Zielke bestätigt. Er befeuert aber nicht die Gerüchte über eine Fusion der beiden Konzerne.
Update: 31.08.2016 - 14:13 Uhr

Die Chefs von Deutsche Bank und Commerzbank im Interview

FrankfurtDie Aktie der Commerzbank zieht am Mittwochmorgen an. Fusionsgerüchte zwischen dem Institut mit der Deutschen Bank machen die Runde. Und auf der 21. Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“ reagiert der Deutsche-Bank-Vorstandschef darauf. Er schaue sich nicht nach Partnern auf dem deutschen Markt um, so Cryan im Gespräch mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart. Cryan bestätigt allerdings, sich mit Commerzbank-Chef Martin Zielke getroffen zu haben, den er „möge“.

Am 31. August und 1. September in Frankfurt am Main.
21. Handelsblatt Jahrestagung #biu16

Am 31. August und 1. September in Frankfurt am Main.

Generell hält Cryan allerdings Fusionen für nötig. „Wir brauchen weitere Zusammenschlüsse - auf nationaler Ebene - aber eben auch über die Landesgrenzen hinweg“, sagt der Brite am Mittwoch auf der Tagung in Frankfurt. „Nur dann können wir auf Dauer wirtschaftlich arbeiten. Und nur dann können wir international mithalten.“ Gerade in Deutschland gebe es „schlicht zu viele Banken“. Höhere Gebühren seien schwer durchsetzbar, das andauernde Zinstief drücke zusätzlich auf die Erträge.

Am Morgen hatte an der Börse ein Bericht des „Manager Magazins“ die Kurse bewegt: Die Zeitschrift berichtete, die Deutsche Bank habe intern einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank ausgelotet. Die Fusionsfantasie trieb die Commerzbank-Aktie etwas an, die Papiere der Deutschen Bank reagierten zunächst kaum legten dann aber doch ebenfalls deutlich zu.

Nach Informationen des Handelsblatts kamen die Beteiligten beider Geldhäuser nach ersten Kontakten wohl zum zunächst einmal zu dem Schluss, dass es für so einen Schritt im Moment noch zu früh sei – und dass beide Institute erst einmal ihre Hausaufgaben machen müssen.

Commerzbank-Chef hält Debatte über Fusion für „müßig“

Gerücht mit Sprengkraft: Fusion Deutsche Bank und Commerzbank

Nach Cryans Einschätzung müssen aber vor allem kleinere Institute sich zusammenschließen, die kleinere Geldhäuser müssten bei der nötigen Marktbereinigung den Anfang machen. Anders als in Spanien, Frankreich oder Nordeuropa sei es nie zu einer Fusionswelle gekommen. „Das Ergebnis: weniger Skaleneffekte, mehr Konkurrenz, höherer Preisdruck.“

Der neue Commerzbank-Chef Martin Zielke stimmt zwar mit Cryan darin überein, dass es zu viele Banken auf dem Heimatmarkt gibt. Er betonte aber, Spekulationen über einen Zusammenschluss mit der Deutschen Bank seien „müßig“. Zielke selbst, seit dem Frühjahr am Ruder, muss demnächst erst einmal eine neue Strategie für die Commerzbank präsentieren. Wie bei der Deutschen Bank dürfte Sparen im Vordergrund stehen.

Sobald die Rosskuren abgeschlossen sind, seien Fusionen unter Großbanken durchaus möglich, sagen einige Analysten. Derzeit müsse die Deutsche Bank noch aufpassen, dass sie angesichts des Verfalls des Aktienkurses nicht selbst zum Übernahmeziel werde. Aber mittelfristig sei beispielsweise ein Zusammengehen auf Augenhöhe mit der Credit Suisse möglich. Dem erteilte deren Verwaltungsratschef Urs Rohner auf der Konferenz jedoch eine Absage. Der Plan würde schon an den Regulierern scheitern, erklärte er: „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“

Debatten darüber, dass die europäischen Banken gerade im Vergleich zu den US-Rivalen nicht schlagkräftig genug sind, schwelt schon länger. Wegen der wohl noch Jahre anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen die Institute diesseits des Atlantiks besonders unter Druck, während die US-Notenbank Federal Reserve schon wieder eine Zinserhöhung diskutiert. Doch viele Analysten bemängeln, zahlreiche Probleme der europäischen Institute seien auch hausgemacht.

So hätten sie nach der Finanzkrise viel zu langsam ihre Bilanzen aufgeräumt und ihre Kapitaldecke gestärkt. Bei den deutschen Großbanken ist die Lage besonders brisant, sie fallen im internationalen Vergleich in Sachen Rendite und Börsenwert immer weiter zurück. Eine Industriepolitik für den Finanzsektor gibt es nicht, obwohl der Bund über seine Beteiligung bei der Commerzbank eigentlich ein gehöriges Wort mitreden könnte, kritisieren Experten.

Sparkassen-Präsident: Zusammenschlüsse kein Patentrezept

Michael Kemmer, der Cheflobbyist der Privatbanken sieht die gesamte Finanzbranche wegen der Niedrigzinsen, der Regulierungskosten, der fortschreitenden Digitalisierung und der demografischen Entwicklung in schwierigem Fahrwasser. „Das ist ein Cocktail, der in den kommenden Jahren immer mehr Druck auf die Ertragslage der Banken ausüben wird“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). „Und wenn der Druck hoch ist, wird es zu einer weiteren Marktbereinigung kommen.“

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon hält dagegen: Seiner Meinung nach sind Zusammenschlüsse kein Patent-Rezept, um die Probleme der Bankenbranche zu lösen. „Ich halte neuerliche Forderungen nach einer grundlegenden Konsolidierungswelle unter Kreditinstituten für nicht sachgerecht“, sagte er auf der Tagung.

In der Finanzkrise habe sich gezeigt, dass zu große Kreditinstitute, die sich von ihren Kunden entfernten, „Gift für die Stabilität von Finanzmärkten“ seien. „Größer ist automatisch gefährlicher - insofern gilt: small ist beautiful.“

Die Zahl der Sparkassen ist im vergangenen Jahr um acht auf 409 Institute gesunken. Auch im laufenden Jahr rechnet Fahrenschon mit einigen Zusammenschlüssen, aber nicht mit drastischen Schritten. Bei den vier großen Landesbanken - LBBW, BayernLB, NordLB und Helaba - , an denen die Sparkassen beteiligt sind, sieht Fahrenschon keinen Fusionsbedarf.

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