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Banken in Deutschland Trend zu Fusionen zahlt sich für Genossenschaftsbanken aus

Minizinsen und zunehmende Regulierung belasten Deutschlands Genossenschaftsbanken. Dennoch konnte der Sektor im Jahr 2018 operativ mehr verdienen.
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Wo die Genossenschaftsbanken besser abschneiden als die Sparkassen - und wo schlechter. Quelle: dpa
Volksbank in Stuttgart

Wo die Genossenschaftsbanken besser abschneiden als die Sparkassen - und wo schlechter.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Das zeigen Zahlen des regionalen Genossenschaftsverbands, der knapp die Hälfte des Sektors vertritt. Per Ende 2018 zählte der Verband 381 Geldhäuser, ein Jahr zuvor waren es noch 402 und damit fünf Prozent mehr.

„Der Trend zu größeren Einheiten hält an“, sagte der Chef des Genossenschaftsverbands Ralf Barkey. „Wir werden in den nächsten Jahren noch weitere Fusionen erleben.“ Das Tempo werde sich aber etwas verlangsamen. Er gehe davon aus, dass es auch künftig sowohl große Kreditgenossenschaften wie auch mittlere und kleinere Häuser gebe.

Der Genossenschaftsverband vertritt die Volks- und Raiffeisenbanken in 14 Bundesländern. Baden-Württemberg und Bayern, wo es besonders viele Kreditgenossen gibt, haben jeweils ihren eigenen Regionalverband.

Bundesweit ist die Anzahl der Volks- und Raiffeisenbanken in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. Während es Ende 2008 bundesweit noch knapp 1.200 Genossenschaftsbanken gab, waren es Ende 2017 noch 915. Wie viele es im vergangenen Jahr deutschlandweit waren, ist noch nicht bekannt.

Hintergrund der aktuellen Fusionswelle ist, dass gerade kleine Banken besonders mit den Folgen der zunehmenden Regulierung ringen. Daneben drücken die niedrigen Zinsen auf die Margen im Kreditgeschäft.

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Gleichwohl verdienten diejenigen Volks- und Raiffeisenbanken, die durch den Genossenschaftsverband vertreten werden, im vergangenen Jahr operativ sogar etwas mehr. Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg um knapp zwei Prozent auf fast 4,1 Milliarden Euro. Das lag zum einen daran, dass die Banken den Zinsüberschuss stabil hielten, indem sie die Kreditvergabe erhöhten. Zum anderen kletterte das Provisionsergebnis.

Die Kosten stiegen indes – und das, obwohl Volksbanken genauso wie die Sparkassen versuchen zu sparen. 70 Prozent der Volks- und Raiffeisenbanken würden derzeit mit einem Kostensenkungsprogramm arbeiten, zeigt eine Studie der Beratungsfirma Emporias. Ein Ziel dabei: Sie wollen weitere Fusionen und Filialschließungen vermeiden.

Barkey rechnet dennoch damit, dass die Banken im Verband das Ergebnis in diesem Jahr stabil halten können – wenn es nicht zu einem Konjunktureinbruch komme. Wenn er höre, dass man im deutschen Bankenmarkt kein Geld verdienen könne, „dann platzt mir schon gelegentlich die Hutschnur“, sagte er. Die Volks- und Raiffeisenbanken würden das Gegenteil beweisen.

Der Verbandschef erwartet, dass das Geschäft mit mittelständischen Firmen 2019 sogar noch wächst. Auch mögliche Brexit-Folgen sehen die Institute gelassen. Eine Umfrage unter Mitgliedsbanken habe ergeben, dass nicht einmal 20 Prozent von ihnen meinen, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union werde für ihre Kunden von unmittelbarer Bedeutung sein. Wohl aber würde der Großteil der Häuser mit spürbaren Folgen für die Volkswirtschaft rechnen.

Mehr: Der Bankenwettbewerb in Deutschland ist brutal. Warum die Politik gegensteuern muss, begründet Handelsblatt-Reporter Michael Maisch in einem Kommentar.

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