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Banken in Osteuropa Vom Prügelknaben zum Wachstumskönig

Osteuropäische Banken erleben einen Aufschwung. Die Branche profitiert vom starken Wirtschaftswachstum in der Region. Und selbst die Gesetzgeber in Polen und Ungarn zeigen sich in ihren Regulierungen sanfter als zuletzt.
Update: 30.11.2017 - 14:51 Uhr Kommentieren
Banken in Osteuropa erleben einen Aufschwung Quelle: dpa
Die Skyline Warschaus:

Der osteuropäische Finanzsektor atmet auf. Polnische Abgeordnete haben unter anderem ein Gesetz zur Umwandlung von Krediten auf Eis gelegt, das einige Banken in die roten Zahlen gestürzt hätte.

(Foto: dpa)

WarschauBanken in Osteuropa hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Kreditkosten nahe Null, harte regulatorische Einschränkungen und Belastungen durch Fremdwährungshypotheken machten ihnen zu schaffen. Doch nachdem sie diese toxische Mischung überlebten, profitieren sie nun von einem Wirtschaftswachstum, das in den meisten östlichen Staaten der EU so stark ist wie seit Jahren nicht mehr.

Der Nettogewinn der polnischen Banken stieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres zum Beispiel zusammen um acht Prozent, ohne Berücksichtigung des Verkaufs ihrer Anteile an Visa Europe im vergangenen Jahr. Die größte ungarische Bank OTP steigerte ihren Gewinn in dem Zeitraum immerhin um ein Fünftel. Polens Bank Pekao SA und PKO Bank Polski SA haben ihren Aktionären höhere Gewinne signalisiert. Die Wettbewerber in Rumänien profitieren von einem zweistelligen Wirtschaftswachstum.

Sogar die Politiker haben überwiegend aufgehört, die Kreditinstitute als ihren Prügelknaben zu benutzen. Töchter von der Erste Group Bank AG und Société Générale SA erhielten Rückenwind von der frühen geldpolitischen Straffung in der Tschechischen Republik. Und selbst Ungarn, das mit der höchsten Bankensteuer Europas experimentierte, hat einen Waffenstillstand mit der Branche ausgerufen.

Den Banken kommt das starke Wirtschaftswachstum in der Region zugute. Rumänien lieferte mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal um 8,8 Prozent die größte Überraschung, doch auch die Wachstumsraten in Polen und Tschechien fielen mit etwa fünf Prozent sehr hoch aus. Zum Vergleich: der Durchschnitt im Euroraum betrug 2,5 Prozent. „Solider Konsum, Lohnwachstum und eine vorsichtige Straffung der Geldpolitik in Ländern wie der Tschechischen Republik, Rumänien und Polen gehören zu den wichtigsten Trends, die stark stützend sein sollten“, sagte der leitende Volkswirt der Fixed Income und Analyse bei Raiffeisen, Gunter Deuber.

Ein weiterer Segen für die Branche ist, dass viele Politiker die Banken nicht mehr als Geldhahn für ihre Wahlversprechen betrachten. Ungarn hat seine Bankenabgabe verringert und die kostspielige Aufarbeitung der Fremdwährungshypotheken wurde zumindest vorerst abgeschlossen. Polens Abgeordnete haben ein Gesetz zur Umwandlung von Krediten auf Eis gelegt, das einige Banken in die roten Zahlen gestürzt hätte. Stattdessen setzen sie den Fokus auf eine weniger teure Regulierung, um Kreditnehmern nur in besonders schlimmen Schwierigkeiten zu helfen.

„Es gibt viele Gründe, optimistisch zu sein“, sagte Brunon Bartkiewicz, Chief Executive Officer von ING Bank Slaski in Warschau, nachdem die Bank einen Gewinnsprung für das dritte Quartal berichtete. „Wir sehen langsam eine Erholung bei den Investments“, sagt er. Die Wirtschaft sei stark und gesund. „Die Regulierung erscheint weicher als wir dachten.“

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