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Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Mehrere ausländische Institute liebäugeln offenbar mit dem deutschen Geldhaus.

(Foto: Reuters)

Banken ING und BNP – So haben die potenziellen Commerzbank-Käufer das erste Quartal gemeistert

Die beiden ausländischen Geldhäuser sollen Interesse an der Commerzbank signalisiert haben. ING und BNP haben an diesem Donnerstag ihre Bücher offengelegt.
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Frankfurt, Paris Sowohl der niederländischen Großbank ING und der BNP Paribas aus Frankreich wird Interesse an der Commerzbank nachgesagt. Finanzkreisen zufolge sollen sie in Berlin bereits vorstellig geworden sein. Und auch die italienische Großbank UniCredit soll signalisiert haben, das deutsche Geldhaus übernehmen zu wollen.

Nachdem die Fusionsverhandlungen zwischen der Deutschen Bank und Commerzbank geplatzt sind, geht die Debatte weiter, ob die Commerzbank möglicherweise auch von einem ausländischen Geldhaus gekauft werden könnte. Insider erwarten zwar keine zeitnahe Übernahme, rechnen aber zumindest mit baldigen Entwicklungen.

Die beiden potenziellen Commerzbank-Käufer ING und BNP haben diesen Donnerstag ihre Zahlen vorgelegt. Ein Überblick, wie sie in den ersten drei Monaten dieses Jahres abgeschnitten haben.

Quartalszahlen der ING

Das niederländische Geldhaus, das in Deutschland als Direktbank mehrere Millionen Kunden hat, fuhr im ersten Quartal einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro ein. Damit schneidet das Institut aus Amsterdam deutlich besser ab als die Deutsche Bank, die im ersten Quartal lediglich auf einen Überschuss von 201 Million Euro kam.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ging der Gewinn bei ING jedoch um neun Prozent zurück. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die niedrigen Zinsen setzen ING wie allen europäischen Banken zu. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite hat sich auf 207 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Auch die Kosten sind gestiegen – unter anderem wegen Investitionen, um illegale Geschäfte künftig besser aufzuspüren und zu verhindern.

Die ING steht seit einiger Zeit wegen Geldwäschevorwürfen im Visier der Behörden. Im vergangenen Jahr wurde die Bank in den Niederlanden zu einer Strafe von 775 Millionen Euro verurteilt. Im März wurde dem italienischen Ableger der ING wegen Mängeln bei der Geldwäsche-Prävention auf unbestimmte Zeit das Neugeschäft verboten.

ING-Chef Ralph Hamers erklärte, die Bank mache bei der Bekämpfung von illegalen Geschäften Fortschritte. Konzernweit laufe ein Programm, um die Überprüfung von Kunden („Know your customer“, kurz KYC) zu verbessern.

„Wir haben nun über 2500 Vollzeitbeschäftigte, die sich in der Bank in allen Geschäftsbereichen um KYC kümmern“, sagte Hamers. Er zeigte sich auch sonst zufrieden mit der Entwicklung im ersten Quartal. „Wir hatten einen guten Start ins Jahr.“ Die Zahl der Kunden wuchs um 150.000 auf 12,6 Millionen, die Erträge stiegen um drei Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

Quartalszahlen der BNP

Auch die französische Großbank BNP Paribas hat im ersten Quartal gut abgeschnitten – sie steigerte den Gewinn um über 22,4 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro. Auch die Erträge legten etwa um mehr als drei Prozent auf 11,14 Milliarden Euro zu. Die Bank steigerte ebenso die Erträge im operativen Geschäft und glich so höhere Vorsorge für Kreditausfälle und Abschreibungen aus.

Vor allem schlug aber der Verkauf von 14,3 Prozent Anteilen an der indischen Versicherung SBI Life positiv zu Buche – um 838 Millionen Euro steigerte die BNP dadurch das Ergebnis. Für Abschreibungen auf Unternehmenswerte fielen dagegen nur 318 Millionen Euro an. BNP-Generaldirektor Jean-Laurent Bonnafé nannte es „ein gutes Resultat“.

Nach diesem soliden ersten Quartal legte die Aktie der Bank bei Börsenbeginn um über 1,6 Prozent zu. Seit dem ersten Januar stieg die Aktie um rund 21 Prozent, womit die Bank einen Teil der Verluste des vergangenen Jahres wieder gutmachte. Im Vergleich zum Vorjahr notiert das Papier aber dennoch 25 Prozent im Minus.

Experten halten einen Anstieg um gut 14 Prozent innerhalb der nächsten drei Monate trotzdem für möglich. Derzeit liegt der Börsenwert bei knapp 60 Milliarden Euro, damit ist die BNP nach der spanischen Santander die Nummer zwei in Europa.

Doch das wirtschaftliche Umfeld bleibt nach der Finanzkrise 2018 schwierig. Nicht nur die niedrigen Zinsen sind ein Problem. Auch das in der Krise befindliche Investmentbanking macht der BNP zu schaffen. Dort sollen alle nicht rentablen Aktivitäten überprüft werden.

Um die Ertragsziele bis 2020 einhalten zu können, setzt die Bank auf einen noch härteren Sparkurs. Es sollen 3,3 Milliarden Euro statt der ursprünglich vorgesehen 2,7 Milliarden Euro eingespart werden. Im ersten Quartal sparte die BNP 169 Millionen Euro ein, insgesamt waren es seit Beginn der Sparrunde Anfang 2017 schon 1,32 Milliarden Euro.

Keine Äußerungen zu Spekulationen

Obwohl die Quartalszahlen zum aktuellen Datum durchaus Anlass zu Äußerungen der Geldhäuser zu einer Commerzbank-Übernahme gegeben hätten, so wollte sich beispielsweise ING-Finanzchef Tanate Phutrakul nicht zu den Spekulationen äußern. Der strategische Fokus der ING liege auf Wachstum aus eigener Kraft, betonte er. Die Bank werde sich aber „Transaktionen anschauen, die uns präsentiert werden“.

Schon seit Jahren ist Bonnafés Bank als möglicher Käufer der Commerzbank im Gespräch. Doch vergangenen Herbst hatte er die Spekulationen entkräftet – grenzüberschreitende Bankenfusionen seien kompliziert. In Deutschland habe man keine Übernahmen im Auge. Auch er wolle das Wachstum aus eigener Kraft forcieren.

Die ING ist mit einem Marktwert von 44 Milliarden Euro deutlich größer als die Commerzbank, die an der Börse aktuell mit zehn Milliarden Euro bewertet wird. BNP Paribas kommt auf 59 Milliarden Euro.

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