Banken und ihr Ansehen Commerzbank schlägt die Deutsche Bank

Die Finanzkrise war Gift für die Reputation aller Banken. Doch das Ansehen der Deutschen Bank hat besonders stark gelitten, wie eine Studie zeigt. Ausgerechnet der kleinere Rivale überholt sie jetzt.
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Anders als die Deutsche Bank musste die Commerzbank vom Staat gerettet werden. Das hindert sie nicht daran, einen guten besseren Ruf zu genießen. Quelle: ap
Commerzbank

Anders als die Deutsche Bank musste die Commerzbank vom Staat gerettet werden. Das hindert sie nicht daran, einen guten besseren Ruf zu genießen.

(Foto: ap)

FrankfurtEinst schienen die Machtverhältnisse am Main unverrückbar: Es gab die mächtige Deutsche Bank, und dann noch den sehr viel kleineren und schwächeren Konkurrenten, die Commerzbank. Während die Deutsche Bank halbwegs passabel durch die Finanzkrise kam und danach schnell wieder Milliarden verdiente, musste die Commerzbank teilverstaatlicht werden, und wurde zum Sanierungsfall.

Aber die Verhältnisse sind in Bewegung geraten. Gerade erst musste John Cryan, der neue Chef der Deutschen Bank, einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro verkünden, und die Anleger auf zwei weitere verlorene Jahre einstimmen. Für 2015 und 2016 gibt es für die Aktionäre keine Dividende und für das vergangene Jahr hat der Aufsichtsrat dem gesamten Vorstand den Bonus gestrichen.

Dagegen konnte Commerzbank-Chef Martin Blessing erstmals seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 seinen Aktionären wieder eine Dividende versprechen. 20 Cent je Aktie hat das Institut zurückgelegt. Die Commerzbank kann sich das leisten, weil sein Geldhaus in den ersten neun Monaten immerhin 850 Millionen Euro verdient hat.

Aber nicht nur in Sachen Gewinn und Dividende haben sich die Gewichte verschoben, sondern auch wenn es um weiche Werte wie die Reputation geht. Die Daten, die Stefan James Lang regelmäßig erhebt, sprechen eine deutliche Sprache. In Sachen guter Ruf hat die Commerzbank inzwischen den Marktführer Deutsche Bank überholt.

Lang ist Chef des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Econcast, das seit 2011 kontinuierlich die Markenstärke der 800 führenden Banken weltweit misst. Bei den Befragungen berücksichtigt Econcast ausschließlich geschäftsführende Gesellschafter und Vorstände. Im Gegensatz zu Privatkunden, die oft nur über ein privates Girokonto verfügen, nimmt diese Zielgruppe auch Firmenkunden- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen in Anspruch. Sie kennen also viele Facetten einer Bank und gehören zur Kernzielgruppe von Instituten wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank.

Seit 2012 geht es mit dem Ruf der Deutschen Bank bergab
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12 Kommentare zu "Banken und ihr Ansehen: Commerzbank schlägt die Deutsche Bank"

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  • Dann guten Flug nach Kuala Lumpur, Herr Otto. Sie finden dort eine multikulturelle Gesellschaft mit 52 % Chinesen, 39 % Malaien und 6 % Indern. Hinzu kommen u. a. Araber, Europäer, Indonesier und Philippinos. Die Religionen der Stadtbevölkerungen verteilen sich auf Buddhisten (35,7 %) Muslime (46,4 %) Christen (5,8 %) und Hindus (8,5 %) Hinzu kommen Konfuzianer und andere Religionen.

  • Da ueberhaupt irgentein positives Veto fuer Banken einzulegen und dabei nicht zu erwaehnen, dass sie auch die Verursacher der Finanzkrise (war reiner Betrug und nie eine Krise) waren ist schon ein starkes Stueck. Die Verantwortung von Medien und obendrein Fachmedien ist extrem hoch, denn sie haben das Interesse der Leser und Volkswirtschaften zu vertreten und keine vorgekauten und vorgestellten Systeme einfach so als "naturgegeben" hinzunehmen, darzustellen und einen alternativlosen Ausblick zu kreieren. Danke. Ansonsten rate ich allen Lesern sich für Entwicklungsländer zu interessieren und sich finanzielle und wirtschaftliche Alternativen aufzubauen, denn dieses Jahr wird es schwer rund gehen und Ende wie immer offen und wie immer wieder gegen die schuftenden Arbeitnehmer und Unternehmer. Was anderes faellt den Wortakrobaten sowieso nie ein und beten lieber an den EZB Tempel mit Schäuble als Pfarrer des Bösen.

  • Die zahlen, war Karstadt aus den 80ziger und 90ziger.

  • Dann müssen die deutschen Finanzinstitute zur Verbesserung ihrer Reputation halt auch etwas Kleingeld in die Hand nehmen, wie es die US-Banken schon lange tun. Natürlich an der richtigen Stelle. Wie es beispielsweise "Gott" bei Hillary Clinton getan hat, die von etlichen Amis in weiser Vorahnung übrigens "Hitlery" genannt wird.
    Da läst sich natürlich auch gut höhnisch über Reporter lachen, die mal nachfragen, was sie denn im Gegenzug für eine Millionen-Gage bei "Gott" so in ihren Reden gesagt hat:
    https://theintercept.com/2016/01/23/clinton-goldman-sachs-laugh/
    Also Mutti: von Hitlery lernen, heißt Endsieg lernen...

  • Wenn Banker glauben, dass der Betrieb eines Spielcasinos mehr Rendite abwirft als der klassische Bankbetrieb, dann sollten sie einfach ein solches gründen und dann auch das Schild "Spielcasino" über den Eingang hängen !

  • Ich hoffe und drücke Ihnen die Daumen, dass Ihre Betriebsrente gesichert und gedeckt ist.
    Das wird in den nächsten Jahren zu einem Riesenproblem in Deutschland werden. Die Bilanzen der Konzerne weisen zwar steuersparende Rückstellungen aus, nur den Pensionsverpflichtungen stehen keine ausreichenden Kapitalanlagen gegenüber, mit denen diese auch tatsächlich ausfinanziert werden können. Und die einbrechenden Zinssätze der Kapitalmärkte tun ein Übriges, um bedrohliche Szenarien zu zeichnen. Da wird bei einem wirklich großen Unternehmen nicht einmal der Pensionssicherungsverein noch etwas retten können.

  • Richtig Herr Treichel, als ich mal nach meiner Betriebsrente fragte, war ein Anwalt
    damit beschäftigt.

  • @Peter Spiegel
    Ja, da gibt es eine Branche, die geradezu boomt. Insolvenzverwaltung.

  • Gibt es noch außer der Sozial-Industrie eine Branche die Frau Merkel noch nicht gekillt hat ?

  • Tja, was sagt man denn dazu

    "Wenn die Sonne der (Banken)-Kultur niedrig steht, dann werfen selbst Zwerge lange Schatten."

    Oder neben Quasimodo hat selbst Oliver Pocher noch etwas von George Clooney.

    Was waren das noch für Zeiten, als in einer Bank echte Banker gearbeitet haben und mit persönlicher Entscheidungskompetenz für ein echtes Geschäftsklima gesorgt haben. Heute arbeiten dort fleissige Datensammler, die anschließend die Daten zu einer Datei oder einem Dokument zusammenfügen und das Ganze in den Rechner hacken und genauso neugierig wie der Kunde auf das Ergebnis eines Scorings oder Ratings warten. Oftmals zum echten Livefeeling dann durch eine grüne Ampel symbolisiert. Noch spannender, wenn sie die Unterlagen an eine geheimnisvolle Abteilung, z.B. Credit-Factory, senden und nach angemessener Wartezeit demütig um die Entscheidung bitten. Vielfach artet das Ganze zu einem Cherry-Picking aus, in dem der Rechner Ausschau nach dem Doppelverdiener-Beamten-Haushalt hält, um im Falle einer Kreditanfrage das Risiko für das Portfolio so gering wie möglich zu halten. Hurra, es lebe der Durchschnitt. Wo ist die Bank als Geschäftspartner, der im Rahmen eines gemeinsamen Geschäftes auch einmal ins Risiko geht? Früher da gab es solche Entscheider, die in die persönliche Kompetenz und Entwicklungsfähigkeit eines Anfragers vertraut haben und auch abseits von bundesweiten Branchenbewertungen den individuellen Fall als Grundlage ihrer Entscheidung herangezogen haben. Das wäre heute vermutlich ein sofortiger Kündigungsgrund.

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