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Banken Wie Zocker zu Asketen werden

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„Was ist, wenn in Europa eine Bank umfällt?“

Jefferies steht damit nicht allein da. Pflichtmitteilungen von Großbanken wie JP Morgan und Citigroup belegen, dass auch dort alles getan wird, das Risiko gegenüber dem Euro-Raum durch Verkäufe zu minimieren.

Dabei beschränkt sich der Abbau der Risikopositionen schon längst nicht mehr nur auf Bestände an Euro-Anleihen. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens sind potenzielle Verlustbringer – egal aus welchen Bereichen – in Krisenzeiten besonders schlecht gelitten. So hat Goldman Sachs den Wert seines Anteils an ICBC im dritten Quartal abgeschrieben, was dem Geldhaus einen Verlust von einer Milliarde Dollar beschert. Die bereits seit Jahresbeginn anhaltende Talfahrt der Goldman-Aktie wurde noch beschleunigt. Kein Wunder, dass der Anteil jetzt auf 2,3 Prozent von 2,9 Prozent reduziert wird.

Der zweite Grund für die breitangelegte Säuberungsaktion in den Bankbüchern ist die Angst vor einer weiteren Verschlechterung der Lage in Europa. „Isoliert betrachtet sind die Risiken der US-Banken gegenüber Europa verkraftbar“, sagte Mike Mayo, Staranalyst des Credit-Agricole-Konzerns. „Aber was ist, wenn in Europa eine Bank umfällt? Dann kommen die Risiken plötzlich aus einer ganz anderen Ecke“, warnt er.

Zudem traut niemand mehr dem Zauberwort der Vergangenheit: „Absicherungsgeschäft“ oder auf Englisch „hedge“. Dabei wird ein Risiko durch ein genau entgegengesetztes Geschäft weitgehend entschärft. Das geschieht, indem das Verlustrisiko an einen anderen Marktteilnehmer verkauft wird. Der wiederum erwirbt es in der Hoffnung, dass der Schadensfall nicht eintritt, und streicht dafür eine Prämie ein. Lange galt dies als sichere Sache, Banken wiesen deshalb nur die Nettorisikoposition aus. Doch in den neuen, unsicheren Zeiten verlieren Investoren den Glauben an diese Absicherungen. Sie haben Angst, dass der Käufer des Risikos selbst Probleme bekommt und die Verluste im Ernstfall nicht übernehmen kann. „Das Vertrauen in viele Bankmanager und ihre Angaben über Risikopositionen ist dahin. Absicherungsgeschäfte beruhigen niemanden mehr“, so das Fazit von Dick Bove, Bankenanalyst bei Rochedale Securities. Die Folge: Wer den Absicherungen nicht mehr traut, verkauft seine risikoreichen Investitionen lieber.

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