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Banken Zweifel an Commerzbank-Strategie wachsen – Aktie im Abwärtssog

Neben der Deutschen Bank ist auch der Kurs der Commerzbank stark gefallen. Für den Absturz gibt es aus Sicht von Experten eine Reihe von Gründen.
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Besonders die Entwicklung im Firmenkundengeschäft bereitet vielen Investoren Sorgen. Quelle: dpa
Commerzbank-Turm in Frankfurt

Besonders die Entwicklung im Firmenkundengeschäft bereitet vielen Investoren Sorgen.

(Foto: dpa)

FrankfurtFür die Aktionäre der Commerzbank war es ein ungewohntes Gefühl. 73 Prozent legte das Papier der zweitgrößten deutschen Privatbank im vergangenen Jahr zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Leitindex Dax. Doch aktuell bereitet der Blick ins Depot den Anteilseignern des teilverstaatlichten Geldhauses wieder Schmerzen. Rund ein Viertel ihres Werts hat die Bank seit Jahresanfang eingebüßt. Commerzbank-Aktien gehören damit zu den schwächsten Banktiteln in Europa.

Für den Absturz gibt es aus Sicht von Experten eine Reihe von Gründen. Zum einen wurden die Commerzbank-Papiere im Sog des Nachbarn Deutsche Bank mit nach unten gezogen, der nach drei Verlustjahren in Folge den Vorstandschef und die Strategie wechselte. Die Commerzbank selbst steht zu ihrer Strategie.

Doch bei vielen Investoren sind zuletzt die Zweifel gewachsen, ob das Institut seine Erträge bis 2020 wie anvisiert auf mehr als 9,8 Milliarden Euro steigern kann. Die Analysten der UBS gehen beispielsweise mittlerweile davon aus, dass die Bank lediglich 9,5 Milliarden Euro erreichen wird.

Besonders die Entwicklung im Firmenkundengeschäft bereitet vielen Investoren Sorgen. Hier brach der Vorsteuergewinn im ersten Quartal um 46 Prozent auf 145 Millionen Euro ein. Die Commerzbank bekommt in dem Bereich wie alle Geldhäuser den härter werdenden Wettbewerb um deutsche Unternehmen zu spüren. Zudem befindet sich die Firmenkundensparte der Frankfurter gerade mitten im Umbau.

Darüber hinaus setzt die politische Krise in Italien Bankaktien europaweit zu. Neben den Papieren von Deutscher Bank und Commerzbank gerieten am Dienstag auch die Kurse von Unicredit, Intesa Sanpaolo, Banco Santander und BNP Paribas gehörig unter Druck. „Die Investoren stufen das Risiko eines Euro-Austritts von Italien höher ein als noch vor wenigen Monaten“, sagt Analyst Philipp Häßler von Equinet. „Das betrifft viele europäische Banken.“

Italienische Anleihen im Depot

Außerhalb Italiens steht für französische und deutsche Geldhäuser besonders viel auf dem Spiel. Denn diese besitzen in großem Umfang italienische Staatsanleihen und sind in dem Land zum Teil auch geschäftlich aktiv. Die Commerzbank hielt Ende März italienische Staatsleihen sowie kommunale und regionale Bonds im Wert von 9,4 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank kam Ende des vergangenen Jahres auf 2,9 Milliarden Euro. Sie ist in Italien allerdings zudem im Privatkundengeschäft aktiv. Das gesamte Engagement von Deutschlands größtem Geldhaus in dem Mittelmeerland belief sich zuletzt auf knapp 35 Milliarden Euro.

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