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Aktien-Einbruch Geldwäsche-Ermittlungen belasten die Aktien der niederländischen Großbank ABN-Amro

Die Niederlande verdächtigen ABN-Amro, Geldwäsche-Verdachtsfälle verschleppt zu haben. Die Aktie bricht um knapp zwölf Prozent ein.
26.09.2019 Update: 26.09.2019 - 15:55 Uhr Kommentieren
ABN Amro: Ermittlungen wegen Geldwäsche gegen die Großbank Quelle: Reuters
ABN-Amro-Zentrale in Amsterdam

Neue Probleme für die niederländische Großbank.

(Foto: Reuters)

Amsterdam, Frankfurt Die niederländischen Behörden ermitteln wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen die Großbank ABN Amro. Das nach der ING zweitgrößte Institut des Landes werde verdächtigt, über einen längeren Zeitraum Geldwäscheverdachts-Anzeigen zu spät oder gar nicht abgegeben zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft an diesem Donnerstag mit.

Die Bank habe das Verhalten ihrer Kunden, etwa ungewöhnliche Transaktionen, zudem nicht ausreichend unter die Lupe genommen und Geschäftsbeziehungen mit verdächtigen Kunden nicht rechtzeitig abgebrochen. Die Ermittler äußerten sich nicht dazu, welchen Zeitraum sie untersuchen. Die ABN-Amro-Aktien fielen bis zum Nachmittag um knapp zwölf Prozent.

Ein ABN-Amro-Sprecher sagte dem Handelsblatt, die Bank sei am Mittwoch über die Ermittlungen informiert worden und habe keine Informationen zu den möglichen Hintergründen und Auswirkungen.

Die Überprüfung von Neukunden und die Verhinderung von Geldwäsche hätten inzwischen „Top-Priorität“ bei der Bank. „Wir tun unser Bestes“, so der Sprecher. Innerhalb von fünf Jahren habe die Bank die mit der Bekämpfung von Geldwäsche betrauten Abteilungen deutlich aufgestockt – von 500 auf nun 1400 Angestellte.

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    Finanzkreisen zufolge ist unklar, welche Geschäftsbereiche genau von den aktuellen Ermittlungen betroffen sind oder ob es Verbindungen zur Frankfurter ABN-Tochter Bethmann-Bank gibt. Eine Verbindung zum Danske-Bank-Skandal um osteuropäisches Schwarzgeld gilt demnach als unwahrscheinlich. Laut Analysten ist auch noch unklar, ob es tatsächlich Geldwäsche in größerem Umfang gegeben hat.

    ING und Deutsche Bank im Fokus

    Bereits im August hatte ABN-Amro gewarnt, dass möglicherweise Strafen wegen Geldwäsche drohen. Zuvor hatte die niederländische Zentralbank angeordnet, dass ABN-Amro alle fünf Millionen heimischen Privatkunden auf mögliche Geldwäsche und andere kriminelle Aktivitäten untersucht. Im ersten Quartal 2019 legte die Bank 114 Millionen Euro für die Überprüfungen zurück, nachdem sie Ende 2018 bereits 85 Millionen Euro beiseite gelegt hatte, um die Compliance-Abteilungen der Unternehmensbank und des Kreditkartengeschäfts zu stärken.

    ABN-Amro, einst eine der größten Banken der Welt, war in der Finanzkrise 2009 vom niederländischen Staat gerettet und im Anschluss durch Abspaltungen und Verkäufe deutlich geschrumpft worden. Der Staat besitzt weiterhin 56 Prozent der Bank. Der Aktienkursverfall an diesem Donnerstag ist der gravierendste seit der Neunotierung der Papiere an der Amsterdamer Börse im Jahr 2015.

    Im vergangenen Jahr hatte eine Reihe von Geldwäscheskandalen in Europa für Aufsehen gesorgt. Der ABN-Amro-Wettbewerber ING wurde im September 2018 zu einer Rekordstrafe von 775 Millionen Euro verdonnert. Die Behörden warfen der größten niederländischen Bank mangelnde Kontrollen von Kundenkonten vor.

    Erst am Dienstag und Mittwoch hatte die Deutsche Bank Besuch von Ermittlern bekommen wegen ihrer früheren Geschäftsbeziehung zur Danske Bank. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Geldwäsche. Dabei geht es um Transaktionen der estnischen Filiale der Danske Bank.

    Mit Material von Reuters.

    Mehr: Auch gegen die Deutsche Bank wird wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Geldwäsche ermittelt. Es geht um 12,5 Millionen Euro.

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