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Aktien Handel an der Deutschen Börse steht mehr als vier Stunden still

Eine technische Störung hat den Großteil des Börsenhandels in Deutschland und anderen Staaten lahmgelegt. Für die Deutsche Börse ist es die schwerste Panne seit Jahren.
14.04.2020 - 17:36 Uhr Kommentieren
Ein Fehler im elektronischen Handelssystem T7 hat am Dienstag zum längsten Handelsausfall seit vielen Jahren geführt. Quelle: dpa
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Ein Fehler im elektronischen Handelssystem T7 hat am Dienstag zum längsten Handelsausfall seit vielen Jahren geführt.

(Foto: dpa)

Frankfurt, Düsseldorf Die Stabilität ihrer Handelssysteme ist für die Deutsche Börse essenziell. „Unser Kapital ist das Vertrauen der Marktteilnehmer in uns und unsere Systeme“, sagt Vorstandschef Theodor Weimer.

Doch ausgerechnet in den hektischen Zeiten der Coronakrise ist es bei Deutschlands größtem Börsenbetreiber am Dienstag zur größten Panne seit Jahren gekommen. Am Dienstag stand ein Großteil des Handels ab 9.25 Uhr für mehr als vier Stunden still. Grund für die Unterbrechung sei ein technisches Problem beim elektronischen Handelssystem T7 gewesen, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse. „Ein Fehler in der internen Kommunikation des Handelssystems löste das Problem aus.“

Betroffen vom Ausfall waren sowohl der Aktienhandel über Xetra als auch der Derivatehandel der wichtigsten Konzernsparte Eurex. Darüber hinaus funktionierte an vielen anderen Börsen, die das System der Hessen nutzen, der elektronische Handel nicht. Dazu zählen die Handelsplätze in Wien, Prag, Budapest, Zagreb, Ljubljana, Sofia und Malta.

In Frankfurt war der Parketthandel von der Panne nicht betroffen. Er spielt jedoch schon seit Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle. Mehr als 90 Prozent des deutschen Aktienhandels werden elektronisch abgewickelt.

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    Laut der Deutschen Börse startete der Handel an der Eurex um 13.45 Uhr wieder, der elektronische Aktienhandel über Xetra um 13.50 Uhr.

    Für das Unternehmen aus Eschborn bei Frankfurt ist es die schwerste Panne seit Jahren. Im Vergleich zu Pannen bei Banken kommen Ausfälle bei der Deutschen Börse selten vor. Die Systemverfügbarkeit bei Eurex lag in den letzten zwölf Monaten bei 99,97 Prozent.

    Weimer hasst Ausfälle „wie die Pest“

    Zuletzt war es 2018 zu zwei öffentlichkeitswirksamen Ausfällen gekommen, die jedoch kürzer ausfielen als die aktuelle Panne. Am 15. Oktober begann der Xetra-Handel wegen technischer Probleme eine Stunde später, am 16. März mit 40 Minuten Verspätung.

    Letztere Panne war für die Deutsche Börse besonders ärgerlich, schließlich hatte der Konzern diesen Freitag im März zum „Tag der Aktie“ ausgerufen, an dem Privatanleger Dax-Aktien und Index-Fonds gebührenfrei kaufen konnten. Zudem verzögerte sich wegen der Panne auch der für diesen Tag angesetzte Börsengang der Siemens-Medizintechniktochter Healthineers.

    Deutsche-Börse-Chef Weimer war die Situation sichtlich unangenehm. „Ein Börsenchef hasst es wie die Pest, wenn es Netzwerkprobleme oder Softwareprobleme gibt“, sagte Weimer wenig später im Handelsblatt-Interview.

    Die Panne im März 2018 war laut Weimer darauf zurückzuführen, dass es durch fast gleichzeitiges Anmelden mehrerer Handelsapplikationen eines Kunden am System zu einer Blockade beim Anmelden für alle Kunden gekommen sei. „Solche Vorfälle sind unschön, aber nicht wirklich besorgniserregend“, sagte Weimer. „Was mir wirklich Sorgen bereitet, sind massive Cyberangriffe auf alle Systeme der Unternehmen, auch auf unsere.“

    Der Handelsausfall am Dienstag sei jedoch nicht auf einen Hackerangriff zurückzuführen, sagte ein Konzernsprecher der Deutschen Börse – und wies damit entsprechende Spekulationen auf Händler-Plattformen zurück.

    Viele Anleger reagierten verärgert auf den Ausfall. Eine stundenlange Störung „ist leider nicht akzeptabel für eine Börse“, schrieb ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer nahm die Sache mit Humor und bat den Chefingenieur Scotty aus der Science-Fiction-Reihe Star Trek um Hilfe.

    Mehr: Privatanleger sind besonders betroffen von Pannen im Zertifikatehandel.

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