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Anfrage im Landtag Wirecard offenbar in Betrug mit Corona-Hilfen verwickelt

Die Wirecard Bank soll einem Bericht zufolge virtuelle Konten zur Verfügung gestellt haben. Darüber sollen Betrüger erschlichene Corona-Hilfen geschleust haben.
24.10.2020 - 14:47 Uhr Kommentieren
Bayerns Wirtschaftsminister hat sich noch Mitte Mai wertschätzend über Wirecard geäußert. Quelle: dpa
Hubert Aiwanger

Bayerns Wirtschaftsminister hat sich noch Mitte Mai wertschätzend über Wirecard geäußert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Skandalkonzern Wirecard ist wohl nach bisherigen Erkenntnissen in mindestens 30 Fälle von Betrug bei der Beantragung von Corona-Soforthilfen verwickelt. Das berichtet der „Spiegel“ und beruft sich dabei auf eine ihm vorliegende Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bayerischen Landtag.

Laut dem Bericht soll die Wirecard Bank virtuelle Konten zur Verfügung gestellt haben, über die Betrüger erschlichene Corona-Hilfen geschleust haben sollen.

Laut Wirtschaftsministerium seien rund 50 Soforthilfe-Anträge, die über sogenannte virtuelle IBANs der Wirecard Bank gestellt wurden, mittlerweile dem Landeskriminalamt gemeldet und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Etwa 20 Fälle konnten wohl laut Ministerium nach Überprüfung zwischenzeitlich ausbezahlt werden. Bei den übrigen 30 Fällen würden noch Ermittlungen laufen.

Dem Artikel zufolge hat die Wirecard Bank ihre virtuellen IBANs an meist im Ausland ansässige Kunden vergeben. Diese überwiesen demnach illegal erhaltene Corona-Hilfen auf die virtuellen Konten, von wo sie auf ein Sammelkonto und weiter ins Ausland flossen.

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    Der Spiegel schreibt, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger habe Wirecard zudem im Frühjahr beauftragt, Anträge von Unternehmen auf Soforthilfen des Freistaates zu digitalisieren, damit diese zügiger bearbeitet werden könnten. Zunächst habe das Ministerium die Anträge handschriftlich stellen lassen. Vom 16. April 2020 bis zum 8. Mai 2020 habe Wirecard rund 6000 Soforthilfe-Anträge digitalisiert.

    Wirecard erbrachte die Leistung demnach unentgeltlich, Minister Aiwanger habe sich noch Mitte Mai wertschätzend geäußert: Man wisse „die Unterstützung von Wirecard“ sehr zu schätzen. Zwei Wochen vorher hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG einen verheerenden Abschlussbericht zu einer Sonderprüfung vorgelegt, der Wirecard schwer belastete. Den Vorwurf des Bilanzbetrugs hatten die Prüfer mit dem Bericht nicht aus der Welt räumen können.

    Tim Pargent, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im bayerischen Landtag, sagte der Zeitung, es sei „äußerst fragwürdig, warum die Söder-Regierung ihre Fehler“ beim Antragsverfahren zu Corona-Hilfen „ausgerechnet von Wirecard ausbügeln ließ“ – trotz der schon damals laufenden Ermittlungen.

    „Dass Wirecard jetzt in den Betrug mit der Soforthilfe verwickelt sein soll, hinterlässt einen zweifelhaften Eindruck vom Urteilsvermögen des zuständigen Wirtschaftsministers Aiwanger“, kritisierte Pargent.

    Mehr: Wirecard-Management soll vor Pleite systematisch Geld beiseitegeschafft haben.

    • dpe
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