Anlageprodukte: US-Neobroker Public expandiert nach Europa
Public-Kunden können in Großbritannien mit etwa 5000 in den USA notierten Aktien handeln.
Foto: mauritius images / Dmytro Olegovich Zakharchuk / Alamy / Alamy Stock PhotosFrankfurt. Robinhood-Herausforderer Public wagt den Schritt nach Europa: Der US-Neobroker startet mit seinem Angebot in Großbritannien. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Es ist die erste Expansion für das Unternehmen überhaupt.
„London und der britische Markt waren schon immer das finanzielle Epizentrum Europas, daher ist es der logische Ort für Public, um unsere internationale Expansion zu starten“, sagte Leif Abraham, Co-CEO und Mitbegründer von Public. Fast zwei Jahre habe das Unternehmen an diesem Schritt gearbeitet.
Abraham gründete Public 2019 zusammen mit Jannick Malling. Das Unternehmen hatte zuletzt 2021 Kapital eingesammelt und wurde mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet. Zu den Investoren zählen Tiger Global, Accel oder Lakestar, aber auch Prominente wie Schauspieler Will Smith, Tennisspielerin Maria Sharapova und Skateboarder Tony Hawk.
Public hat nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Kunden in den USA und zählt zu den Herausforderern des wohl bekanntesten US-Neobrokers Robinhood. Dieser hatte bereits vor mehr als drei Jahren den europäischen Markt ins Visier genommen, nahm dann jedoch wieder Abstand von einer Expansion. Bislang ist Robinhood nur in den USA vertreten.
Public indes zieht seine Pläne durch: Zunächst können Kunden in Großbritannien mit etwa 5000 Aktien handeln, die in den USA notiert sind. „Ziel ist, in diesem Bereich das beste Angebot zu schaffen“, sagte Abraham. Krypto oder Anleihen stünden vorerst nicht zur Verfügung. Weitere Produkte seien laut Abraham erst im kommenden Jahr geplant.
Der US-Neobroker expandiert nach Europa.
Foto: Public.comAnders als Robinhood oder auch einige hiesige Neobroker verdient Public nicht an den kürzlich von der EU verbotenen Rückvergütungen, genannt „Payment for Order Flow“ (PFOF). Es verzichtet nach eigenen Angaben auch auf Transaktions- oder Ordergebühren. Lediglich „eine geringe Wechselgebühr“ falle an.
„Wir finanzieren uns über Zinsen auf Einlagen, die Zahl der abgewickelten Transaktionen und unser Premium-Angebot“, sagte Abraham. Ab zehn Dollar im Monat können Nutzer etwa zusätzliche Analysteneinschätzungen erhalten.
Noch müssen die deutschen Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital somit keine direkte Konkurrenz fürchten. Allerdings kündigte Abraham auch an, dass Public im kommenden Jahr „in weitere europäische Länder“ expandieren will. Dann dürfte der Wettbewerb um Kunden in Europa noch einmal deutlich zulegen.