Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Aufsichtsratsposten Deutsche Bank sucht mit Personalberatung Ersatz für Jürg Zeltner

Die Deutsche Bank braucht Ersatz für eines ihrer Aufsichtsratsmitglieder, findet aber keinen. Eine renommierte Personalberatung soll helfen.
10.01.2020 - 10:30 Uhr Kommentieren
Der frühere UBS-Vorstand soll nach dem Willen der Bankenaufsicht den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wegen Interessenskonflikten verlassen. Quelle: Reuters
Jürg Zeltner

Der frühere UBS-Vorstand soll nach dem Willen der Bankenaufsicht den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wegen Interessenskonflikten verlassen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Suche der Deutschen Bank und der Großaktionäre aus Katar nach einem Nachfolger für den Aufsichtsrat Jürg Zeltner kommt kaum voran. Seit Monaten ist klar, dass die Bankenaufsicht den früheren UBS-Vorstand Zeltner nicht als Aufsichtsrat der Deutschen Bank akzeptiert. Doch bislang hat sich noch kein geeigneter Ersatz gefunden. 

Nun lässt sich die Deutsche Bank bei der Suche von einer renommierten Personalberatung unterstützen, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Die Bank habe Egon Zehnder damit beauftragt, nach geeigneten Kandidaten zu suchen, hieß es weiter.

Die Deutsche Bank wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern. Ein Sprecher von Egon Zehnder betonte, das Unternehmen äußere sich nicht zu Personen oder Organisationen, „unabhängig davon, ob es sich um unsere Klienten handelt oder nicht“. 

Der Wunschkandidat – oder die Wunschkandidatin – muss vor allem zwei Kriterien erfüllen: Zum einen will die Bank jemanden finden, der das Vertrauen der katarischen Anteilseigner genießt. Zwei Mitglieder der katarischen Herrscherfamilie kontrollieren über zwei Investmentvehikel jeweils knapp fünf Prozent der Aktien des Instituts. Zum anderen muss diese Person auch in den Augen der Bankenaufseher akzeptabel sein. Auf Jürg Zeltner traf zwar der erste Punkt zu, nicht aber der zweite.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das Problem: Zeltner ist Chef des luxemburgischen Geldhauses KBL European Privat Bankers, das mehrheitlich ebenfalls der katarischen Herrscherfamilie gehört, und hat in dieses Institut auch eine substanzielle Summe investiert. Deutsche Bank und KBL sind Konkurrenten im Geschäftsfeld der superreichen Kunden, der sogenannten „Ultra High Worth Individuals“.

    In den Augen der deutschen Finanzaufsicht Bafin und der Europäischen Zentralbank (EZB) war das Finanzkreisen zufolge ein inakzeptabler Interessenkonflikt. Spätestens im Oktober war klar, dass die Behörden den Schweizer ablehnen würden. Seither wird nach Alternativen gesucht.

    In Europa können Bankenaufseher die Vorstände und Aufsichtsräte von Kreditinstituten aus dem Amt entfernen, etwa wenn sie jemanden für fachlich ungeeignet oder unzuverlässig halten oder wenn sie Interessenkonflikte befürchten. Bei Vorständen warten Banken stets eine Freigabe durch die Aufsichtsbehörden ab. Bei Aufsichtsräten beginnt die formale Prüfung zwar erst nach der Bestellung. Doch zumindest in strittigen Fällen fühlen Institute auch hier sicherheitshalber schon im Vorfeld vor. Dadurch werden solche Konflikte selten publik.

    Im Falle Zeltners war das anders. Er wurde Finanzkreisen zufolge gerichtlich in den Aufsichtsrat bestellt, noch bevor es solche positiven Signale der Bankenaufseher gab. Die Bank hatte im August, als das Handelsblatt erstmals über mögliche Probleme bei der Bestellung Zeltners berichtete, zwar „potenzielle“ Interessenkonflikte des Managers eingeräumt, diese aber als beherrschbar eingestuft. Das Vorgehen der Bank hatte bei vielen Aufsichtsrechtsexperten für Erstaunen gesorgt.

    Mehr: Der erzwungene Rückzug Zeltners ist eine vermeidbare Blamage, kommentiert Handelsblatt-Redakteurin Yasmin Osman.

    Startseite
    0 Kommentare zu "Aufsichtsratsposten: Deutsche Bank sucht mit Personalberatung Ersatz für Jürg Zeltner"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%