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Bafin-Merkblatt Finanzaufseher erstellen neues Pflichtenheft für mehr Nachhaltigkeit

Die Finanzaufsicht Bafin will, dass sich Unternehmen ernsthaft mit Risiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung auseinandersetzen.
24.09.2019 - 18:13 Uhr 1 Kommentar
Am Dienstag stellte die Finanzaufsicht Bafin ein Merkblatt zur Diskussion, das den von ihr beaufsichtigten Unternehmen eine Orientierung zu den Erwartungen der Aufseher bieten soll. Quelle: Bloomberg
Bafin

Am Dienstag stellte die Finanzaufsicht Bafin ein Merkblatt zur Diskussion, das den von ihr beaufsichtigten Unternehmen eine Orientierung zu den Erwartungen der Aufseher bieten soll.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Banken, Versicherer und Investmentfonds müssen künftig Nachhaltigkeitsrisiken stärker als bisher in ihrem Alltagsgeschäft berücksichtigen. Denn die Finanzaufsicht Bafin will die von ihr kontrollierten Unternehmen dazu bringen, sich mit Risiken aus den Bereichen Umwelt, Soziales und guter Unternehmensführung (Governance) ernsthaft auseinanderzusetzen.

Am Dienstag stellte die Finanzaufsicht Bafin ein Merkblatt zur Diskussion, das den von ihr beaufsichtigten Unternehmen eine Orientierung zu den Erwartungen der Aufseher bieten soll. Solche Merkblätter sind juristisch zwar unverbindlich, in der Praxis entwickeln sich solche Vorgaben aber schnell zu einem Branchenstandard, weil Banken und Versicherer sich daran meist freiwillig halten, um keinen Ärger zu riskieren. Auch die Bafin schreibt, dass sie „erwartet, dass die Unternehmen eine Auseinandersetzung mit den entsprechenden Risiken sicherstellen“. Dabei geht es der Behörde weniger um Moral als um handfeste finanzielle Aspekte. Dafür listet die Bafin einige Beispiele auf, die sich an realen Vorbildern orientieren.

Ein Beispiel ist ein Bankkredit an einen Automobilzulieferer, der Teile für Verbrennungsmotoren herstellt. „Eine Ablösung des Verbrennungsmotors durch andere Technologien macht das Geschäftsmodell des Kreditnehmers obsolet“, warnt die Bafin. In so einem Fall droht einer Bank auch der Ausfall ihres Kredits.

Und Kapitalanlagegesellschaften, die zu viele Aktien in Energieversorger investieren, müssen mit Kursverlusten rechnen, wenn der Markt eine für die Konzerne ungünstige Regulierung einpreist. Der Atomausstieg der Bundesregierung etwa sorgte für Kursverluste bei Versorgern, die Atomkraftwerke betreiben. Versicherer müssen dafür sorgen, dass sich häufende Sturm-, Flut- oder Brandschäden von den verlangten Versicherungsprämien abgebildet werden.

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    Finanzfirmen sollen Nachhaltigkeitsstrategien in Richtlinien verankern

    Die Finanzbranche müsse mit Blick auf ihren Umgang mit solchen Gefahren „entweder eine eigenständige Strategie entwickeln oder die bestehenden Strategien entsprechend ergänzen“, so die Bafin. Dazu gehört, dass die Unternehmen prüfen, in welchen Geschäftsfeldern sie solchen Risiken ausgesetzt sind – und ob sie solche Geschäfte fortführen, einschränken oder gar aufgeben wollen.
    Nachhaltigkeit kann dabei sogar die Chance auf neuartige Geschäfte bieten. Einige Banken würden ihre Kunden mit Blick auf eine klimaneutrale Umstellung ihres Betriebs auch beraten und hätten diese Beratungsfunktion als „lukratives neues Geschäftsfeld“ entdeckt, so die Bafin.

    Finanzfirmen sollen ihre Nachhaltigkeitsstrategien in ihren Organisationsrichtlinien verankern. „Bereits bei der Erstprüfung einer Transaktion mit einem Kunden bzw. eines Investitionsobjekts sollten die relevanten Informationen zu möglichen Nachhaltigkeitsrisiken des Kunden bzw. des Investitionsobjekts identifiziert und analysiert werden“, so die Behörde. Auch Verantwortlichkeiten müssten klar geregelt sein. Die Führungsspitze soll mit gutem Beispiel vorangehen – etwa durch die richtigen Anreize in den Vergütungssystemen.

    Der Vorstoß der Bafin ist für Thilo Kasprowicz, Partner des Wirtschaftsprüfers KPMG, „ein nationaler Vorbote zahlreicher weiterer europäischer Aufsichtsmaßnahmen“. Die Frage sei daher nicht, ob neue Vorgaben kämen, sondern nur, in welcher Form und wie schnell.

    Mehr: Nachhaltiges Wirtschaften: Deutschlands Wirtschaftselite geht auf Sinnsuche.

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    1 Kommentar zu "Bafin-Merkblatt: Finanzaufseher erstellen neues Pflichtenheft für mehr Nachhaltigkeit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist erschreckend, mit welcher Inbrunst dem Klima-Irrsinn gehuldigt wird.
      Schon fast wie "Kauft nicht bei Juden"
      Dabei sollte jedem klar sein, daß Panikmache mit dem Weltuntergang extrem übertrieben, ja sogar Irrsinn ist.
      Selbst für Besorgte .
      Wenn interessierte Kreise mit gestörten , unwissenden, verängstigten Kindern und Jugendlichen posieren, um ihr Projekt durchzusetzen, stinkt es ganz gewaltig.
      Wenn easy money im Überfluß in die Welt gesetzt wird, das Wirtschaftswachstum jedoch eher bescheiden ist, haben wir doch wohl eine gewaltige "Verwertungskrise des Kapitals".
      Die Basis der Wirtschaftstheorie wird einfach ignoriert.
      So große Verzweifelung?

      Die WirschaftsJournalisten sollten doch den einmal einen etwas weiteren Blick wagen, um die wirtschaftlichen Hintergründe der Klima-Apokalypse zu untersuchen.

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