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  5. Deutsche Bank sieht bis zu 20 Prozent Rückgang bei Handelserträgen

WertpapierhandelFlaute im Investmentbanking setzt Deutscher Bank zu

Das Geldhaus rechnet mit geringeren Einnahmen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. Die Notfusion von Credit Suisse bietet dagegen Chancen.Andreas Kröner 15.06.2023 - 15:53 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Vor einem Jahr verzeichnete der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren noch ein Rekordquartal mit einem Anstieg um mehr als 30 Prozent.

Foto: Blatterspiel/Jan Huebner

Frankfurt. Die Flaute im Investmentbanking belastet die Deutsche Bank. Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren lägen die Erträge im laufenden Quartal 15 bis 20 Prozent unter dem Vorjahreswert, sagte Finanzchef James von Moltke am Donnerstag auf einer Analystenkonferenz in Paris.

Der Einbruch fällt damit stärker aus als von Experten bisher erwartet. Die Aktie der Deutschen Bank gab daraufhin am Donnerstag mehr als zwei Prozent nach. Nach dem außerordentlich starken Vorjahreszeitraum sei es „normal, dass wir jetzt einen Rückgang haben“, sagte von Moltke.

Zuvor hatten bereits die großen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley vor Rückgängen im Investmentbanking gewarnt. Grund dafür sei die „außerordentlich herausfordernde“ gesamtwirtschaftliche Lage, sagte Goldman-Sachs-Präsident John Waldron Anfang des Monats.

Goldman rechnet im Handelsgeschäft im zweiten Quartal mit einem Rückgang der Einnahmen um mehr als 25 Prozent. Auch bei der Betreuung von Fusionen, Übernahmen und Wertpapierplatzierungen gebe es einen Abschwung. Morgan Stanley rechnet in den beiden Geschäftsbereichen mit einem Einnahmerückgang von jeweils rund 15 Prozent.

Bei der Deutschen Bank entwickle sich das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) ähnlich wie im zweiten Quartal 2022 oder leicht besser, sagte von Moltke. Er sehe am Markt erste Anzeichen für mehr Aktivitäten.

Von Januar bis Ende März waren die Einnahmen im Investmentbanking der Deutschen Bank um 19 Prozent gefallen. Im wichtigen Geschäft mit Anleihen, Devisen und Derivaten belief sich der Rückgang auf 17 Prozent.

Anlaufpunkt für frustrierte Kunden von Credit Suisse

Der gesamten Branche droht damit das zweite Flautejahr in Folge. 2022 waren die Einnahmen der zwölf größten Investmentbanken laut Daten des Finanzinformationsdienstes Coalition im Schnitt um 13 Prozent gefallen. Und Besserung ist aktuell nicht in Sicht.

Es gebe reichlich Gründe für Investoren, sich Sorgen zu machen, betonten Analysten. Europa stecke bereits in einer milden Rezession, in den USA wachse die Gefahr einer Kreditklemme und einer Wirtschaftskrise. Dazu kämen Inflation, die Folgen der Krise der US-Regionalbanken, die Aussicht auf sinkende Unternehmensgewinne, wachsende geopolitischen Risiken und die anstehende Präsidentenwahl in den USA.

>>> Lesen Sie auch: Institute: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2023

Goldman Sachs zieht deshalb Konsequenzen und will Medienberichten zufolge in den kommenden Wochen knapp 250 Stellen streichen. „Wir leiten jetzt zusätzliche gezielte Maßnahmen bei unserem Personalbestand ein“, sagte Waldron.

Die Deutsche Bank will den Abschwung zumindest im M&A-Geschäft nutzen, um Talente von der Konkurrenz abzuwerben. Das Geldhaus habe etwa 25 hochrangige Spezialisten für die Beratung bei Übernahmen und Fusionen eingestellt, sagte der für die Unternehmens- und die Investmentbank zuständige Vorstand Fabrizio Campelli Anfang Mai.

Von der Notfusion der Schweizer Großbank Credit Suisse mit dem heimischen Konkurrenten UBS profitiere die Deutsche Bank nicht nur bei der Gewinnung von neuem Personal, sagte von Moltke. „Wir sind ein natürlicher Anlaufpunkt für Kunden, die ihre Bankbeziehungen diversifizieren möchten.“ Das gelte nicht nur für die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking, sondern auch für das klassische Firmenkundengeschäft.

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