Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Banken Gewinn von HSBC bricht ein – Risikovorsorge stark gestiegen

Der Gewinn bei der britischen Bank bricht um die Hälfte ein - deutlich stärker als erwartet. HSBC-Chef Noel Quinn sieht dennoch Hoffnungszeichen. 
28.04.2020 Update: 28.04.2020 - 11:54 Uhr Kommentieren
Die Coronakrise schlägt bei der HSBC voll durch. Die Bank warnt vor signifikant steigenden Kreditausfällen. Quelle: AFP
Pendler mit Schutzmasken in einer Tram vor der HSBC-Zentrale in Hongkong

Die Coronakrise schlägt bei der HSBC voll durch. Die Bank warnt vor signifikant steigenden Kreditausfällen.

(Foto: AFP)

London Die Coronakrise trifft die größte europäische Bank HSBC hart. Der Gewinn vor Steuern brach im ersten Quartal um 48 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar ein, teilte das Institut am Dienstag mit. Damit blieb die Bank weit unter den Erwartungen der Analysten.

Grund für den Gewinnrückgang waren eine deutlich höhere Risikovorsorge für faule Kredite sowie gesunkene Erträge. Diese gingen um sechs Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar zurück. Der Druck auf die Einnahmen werde wegen der Corona-Pandemie vorerst anhalten, erklärte die HSBC.

Das Geldhaus, das in Großbritannien beheimatet ist, aber den Großteil der Gewinne in Asien erwirtschaftet, warnte vor „signifikant“ steigenden Kreditausfällen. Die Bank erhöhte ihre Rückstellungen um mehr als 400 Prozent auf drei Milliarden Dollar. Unter anderem steht ein 600-Millionen-Dollar-Kredit an einen Ölhändler in Singapur infrage.

Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit Kreditausfällen in Höhe von sieben bis elf Milliarden Dollar. Der niedrigere Wert sei zu erwarten, wenn es einen schnellen Aufschwung in V-Form gebe, sagte Finanzvorstand Ewen Stevenson in einer Telefonschalte mit Journalisten. Aber derzeit könne man noch nicht vorhersagen, wie sich die Krise entwickele.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Im ersten Quartal gab es nur wenige Lichtblicke: Das Geschäft mit vermögenden Privatkunden war die einzige Sparte, die noch wuchs. Der Umsatz stieg hier um 13 Prozent. Auch das Handelsgeschäft konnte von der Volatilität an den Aktienmärkten profitieren.

    Ebenfalls positiv entwickelten sich die operativen Kosten: Sie sanken um drei Prozent, weil die im Februar verkündete Restrukturierung teilweise aufgeschoben wurde. Die Bank hat den geplanten Abbau von 35.000 Stellen vorerst zurückgestellt, die Zusammenlegung von Abteilungen und Management-Teams verschiedener Sparten geht aber weiter.

    Es gebe noch kein neues Startdatum für den Stellenabbau, sagte HSBC-Chef Noel Quinn. Man konzentriere sich erst einmal darauf, die Krise zu bewältigen. Die Bank stelle derzeit ihre Krisenfestigkeit unter Beweis. 80 Prozent der Filialen weltweit seien geöffnet, wenn auch mit reduzierter Präsenz. 90 Prozent der Mitarbeiter arbeiten von zuhause aus.

    Eigenkapitalrendite fällt auf 4,2 Prozent

    Durch ihre globale Aufstellung ist die HSBC an unzähligen Ecken von der Corona-bedingten Rezession betroffen. Die Handlungen von Regierungen und Notenbanken deuteten darauf hin, dass diese Krise schwerer sei und länger dauern könne als vergangene Krisen, hieß es in der Präsentation für die Anleger. Sie werde zu höheren Kreditausfällen und weniger Umsatz führen.

    Zugleich drückten die Zinssenkungen der Notenbanken die Einnahmen. Daraus folge eine „erheblich geringere Profitabilität“. Im ersten Quartal sank die Eigenkapitalrendite bereits von 10,6 auf 4,2 Prozent.

    Man arbeite mit Regierungen in der ganzen Welt zusammen, um die staatlichen Corona-Hilfen schnell an Unternehmen zu bringen, sagte Quinn. Dabei agiere man mit einer robusten Kapitaldecke „aus einer Position der Stärke heraus“. 

    Tatsächlich ist die Kernkapitalquote mit 14,6 Prozent relativ hoch. Sie sank im ersten Quartal nur geringfügig um 0,1 Prozent. Ein größerer Rückgang wurde vermieden, weil die Bank auf Druck der Aufseher die letzte Dividendenzahlung für 2019 gestrichen hatte.

    Die Kapitalquote wird sich aber im Laufe des Jahres verschlechtern, weil die Kreditsumme schnell steigt. Die Herabstufung der Bonität von Kunden könne die Kapitalquote ebenfalls drücken, warnte die Bank.

    Quinn sieht aber auch Hoffnungszeichen. Es sei ermutigend, dass die Aktivität in China und Hongkong wieder zunehme, sagte er. „Das gibt uns Hoffnung, dass es einen Weg zur Erholung gibt.“ 

    In Europa und den USA sehe man zudem, dass einzelne Kunden ihre Kreditlinien inzwischen nicht mehr erhöhten oder sogar zurückzahlten, sagt Quinn. Das zeige, dass die Kapitalmärkte wieder funktionierten und die nötige Liquidität bereitstellten. „Ich sehe das als ein gesundes Signal.“
    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Die Deutsche Bank überraschte zur Freude der Anleger zuletzt mit ihrem Quartalsgewinn.

    Startseite
    Mehr zu: Banken - Gewinn von HSBC bricht ein – Risikovorsorge stark gestiegen
    0 Kommentare zu "Banken: Gewinn von HSBC bricht ein – Risikovorsorge stark gestiegen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%