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Banken NordLB macht weniger Verluste – Ausblick auf 2020 wegen Coronakrise unklar

Nach den Rekordverlusten 2018 fielen die Verluste bei der NordLB im vergangenen Jahr relativ gering aus. Die Coronakrise erschwert den Ausblick auf 2020.
24.03.2020 Update: 24.03.2020 - 19:33 Uhr Kommentieren
Hinter der Bank liegt ein turbulentes Jahr. Quelle: dpa
NordLB

Hinter der Bank liegt ein turbulentes Jahr.

(Foto: dpa)

Berlin Die NordLB hat nach dem Rekordverlust im Jahr 2018 erneut rote Zahlen geschrieben. Allerdings fiel der Vorsteuerverlust im abgelaufenen Jahr mit 30 Millionen Euro relativ moderat aus. Besonders das Ergebnis belastet haben die hohen Restrukturierungsaufwendungen, die mit dem Umbau der Bank zusammenhängen. Vor Restrukturierung, Reorganisation und Steuern lag das Ergebnis bei 429 Millionen Euro.

„Wir sind deutlich besser durch das Geschäftsjahr 2019 gekommen als erwartet“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bank, Thomas Bürkle, bei der Präsentation der Zahlen am heutigen Dienstag.

Ein Ausblick auf das laufende Jahr sei allerdings schwierig, da die Auswirkungen der Coronakrise noch nicht richtig eingeschätzt werden können. „Das ist einfach nicht seriös“, meinte Bürkle.

Schon in der Vergangenheit galt das von der NordLB ausgerufene Ziel, bis 2024 eine Kapitalrendite von mehr als sieben Prozent nach Steuern zu erzielen, als überaus ambitioniert. Die Wahrscheinlichkeit ist gewachsen, dass man sich von diesem Ziel verabschieden muss.

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    Zufrieden ist Bürkle immerhin mit dem Auftakt. Man sei gut in das Jahr gestartet und verfüge über ausreichende Liquidität. Die bessere Bewertung der Bonität durch die Ratingagentur Moody’s habe dazu beigetragen.

    Hinter der NordLB liegt ein turbulentes Jahr. Kurz vor Jahresende genehmigte die EU-Kommission ein 3,6 Milliarden Euro schweres Rettungsprogramm. Ohne die finanziellen Hilfen der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und der Sparkassen-Finanzgruppe hätte die Bank den Rekordverlust aus dem Jahr 2018 in Höhe von 2,35 Milliarden Euro nicht wegstecken können. Jetzt verfügt die Bank wieder über eine auskömmliche Kernkapitalquote von rund 14,5 Prozent.

    Herausforderungen durch Coronakrise

    Kurz nach der Rettung steht die Bank nun vor neuen Herausforderungen. Denn die Coronakrise wird auch an der nach der Bilanzsumme viertgrößten Landesbank nicht spurlos vorübergehen.

    „Natürlich sehen wir die Belastungen, die mit einer möglichen Rezession einhergehen. Kreditkunden könnten in schwieriges Fahrwasser kommen“, sagte Bürkle.

    Doch bislang sei es nicht nötig gewesen, die Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite hochzufahren. Es gebe Anfragen nach Tilgungsstundungen, aber es habe noch keine Insolvenzen gegeben, ergänzte Risikovorstand Christoph Dieng. „Nach unserer Einschätzung haben derzeit Szenarien höchste Wahrscheinlichkeit, die von einem vorübergehenden, wenn auch signifikanten konjunkturellen Einbruch ausgehen“, so Dieng.

    Durch die Coronakrise sind insbesondere der Luftfahrtbereich und der Tourismus betroffen. Das tangiert auch die NordLB, die mit einem Volumen von 4,5 Milliarden Euro in der Flugzeugfinanzierung aktiv ist. Diese erstreckt sich auf mehr als 400 Flugzeuge. „Unser Portfolio ist gut abgeschirmt“, unterstrich Risikovorstand Dieng.

    Abgesehen davon sei zu beobachten, dass in der Regel der Staat einspringe, wenn Airlines Zahlungsschwierigkeiten bekämen. Gleichwohl werde angestrebt, die Flugzeugkredite zu halbieren.

    Ganz aussteigen wird die NordLB dagegen aus dem Schiffsfinanzierungsgeschäft, das derzeit noch auf ein Volumen von 4,6 Milliarden Euro kommt, wobei 2,5 Milliarden Euro als leistungsgestört gelten.

    Insgesamt liegt der Anteil an faulen Krediten in der Bank bei weniger als zwei Prozent. Ohne die Schiffskredite würde die Quote bei 0,6 Prozent liegen.

    Angesichts der ungewissen wirtschaftlichen Entwicklung definierte Vorstandschef Bürkle das Selbstverständnis der NordLB so: „Eine systemrelevante Bank hat in diesen Zeiten die Pflicht zu liefern. Wir werden unsere Kunden nicht im Regen stehen lassen, wenn das irgendwie vertretbar ist.“

    Die NordLB sieht sich offensichtlich in besonderer Verantwortung, weil auch sie schließlich maßgeblich durch das Engagement der öffentlichen Hand gerettet wurde.

    Das sieht der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), in Personalunion Aufsichtsratschef der Bank, ähnlich: Genau wie für die gesamte Kreditwirtschaft stehe für die NordLB die Versorgung ihrer Kunden mit den notwendigen Finanzdienstleistungen im Fokus. „Ziel ist es, die Belastungen für die Realwirtschaft, aber auch die der NordLB selbst, in Grenzen zu halten.“

    Doch nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung erfordert die Konzentration des Vorstands. Im laufenden Jahr wird auch der Umbau der Bank weitergehen. Denn im Gegenzug für die erhaltenen Finanzhilfen hat sich die Bank verpflichtet, die Bilanzsumme von 147 Milliarden Euro auf 95 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 zu verringern. Die Zahl der Mitarbeiter soll parallel von rund 5450 auf 2800 halbiert werden. Zu Kündigungen soll es dabei nicht kommen.

    Kein Verkauf der Deutschen Hypothekenbank

    Die NordLB rechnet zudem nicht mit einem Verkauf ihrer Tochter Deutsche Hypothekenbank. Er gehe davon aus, dass es 2021 eine Grundsatzentscheidung gebe, ob der Immobilienfinanzierer noch enger in die Landesbank integriert werde oder ob er so bleibe wie er ist, sagte Bürkle. Entscheiden müssten dies letztlich die Eigentümer der NordLB. Man prüfe verschiedene Optionen. „Aber ich sehe kein Szenario, bei dem die Deutsche Hypo verkauft wird oder auf den Markt gegeben wird.“

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Erst die Rettung, zurück ins Plus, dann sieben Prozent Rendite: NordLB hat ambitionierte Ziele. Lesen Sie hier mehr.

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