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Banken Sparkassen wollen kein reines Smartphone-Konto mehr anbieten

Die deutschen Sparkassen verabschieden sich von „Yomo“ als Extrakonto. Sie wollten so N26 Paroli bieten, waren aber bei der Entwicklung viel zu langsam.
31.01.2020 - 16:02 Uhr Kommentieren
Die deutschen Sparkassen nehmen Abstand von einem Extra-Smartphone-Konto, das es bislang neben anderen Sparkassen-Konten gibt. Quelle: picture alliance / zb
Sparkassen-App auf dem Smartphone

Die deutschen Sparkassen nehmen Abstand von einem Extra-Smartphone-Konto, das es bislang neben anderen Sparkassen-Konten gibt.

(Foto: picture alliance / zb)

Frankfurt Die deutschen Sparkassen geben ihre Pläne auf, dem Berliner Finanz-Start-up (kurz Fintech) N26 und anderen Digitalbanken mit einem eigenen Smartphone-Konto entgegenzutreten. Nach Handelsblatt-Informationen verabschieden sich die deutschen Sparkassen voraussichtlich von ihrem Vorhaben, die Smartphone-App „Yomo“ als Extrakonto anzubieten. Das geht aus einem Rundschreiben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hervor, das dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt.

In dem Rundschreiben heißt es unter anderem: „Yomo ist eine App, kein Konto. Anstatt einer Verknüpfung mit einem dezidierten Yomo-Konto (App = Konto) rückt Yomo künftig näher an die Sparkasse und kann jedes Sparkassen-Girokonto abbilden (App = Infrastruktur)." Die Preis- und Produkthoheit obliege dadurch vollständig den Sparkassen.

Die Pläne zur Entwicklung von Yomo, was für „Your Money“ steht, waren vor knapp vier Jahren bekannt geworden. Rund ein Dutzend Sparkassen hatten Yomo initiiert.

Allerdings führt Yomo ein Nischendasein. Seit einiger Zeit gibt es zwar eine Yomo-App und ein Extra-Yomo-Konto. Es verfügt aber nur über wenige Funktionen und kann sich mit N26 sowie anderen Digitalbanken kaum messen. Zudem beteiligen sich bislang nur wenige der rund 380 Sparkassen an Yomo. Zur Zahl der Yomo-Konten äußerte sich der DSGV auf Anfrage nicht.

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    Damit wird vor allem deutlich, dass die Sparkassen – die mit 35 Millionen Girokonten deutscher Marktführer sind – viel zu lange gebraucht haben, um Yomo zu einem Rivalen neuer Digitalbanken zu entwickeln. Als ein Grund dafür gelten die komplizierten Entscheidungswege in der vielstimmigen Sparkassen-Finanzgruppe.

    N26 hat bereits fünf Millionen Kunden

    Die Berliner Smartphonebank N26, bei der die App Kern des Angebots ist, hat mittlerweile fünf Millionen Kunden in mehreren Ländern. Anfang 2016 waren es gerade einmal 100.000. Sie nennt zwar keine Zahl für Deutschland, erklärte aber vergangene Woche, Deutschland sei einer der wichtigsten Wachstumsmärkte.

    Das sehen andere Anbieter von Smartphone-Konten, die in der Zwischenzeit losgelegt haben, ähnlich: So hat der Zahlungsdienstleister Wirecard Ende Oktober 2019 eine Banking-App mit Girokonto gestartet. Aktiv in Deutschland sind zudem Revolut und Monese aus Großbritannien sowie Bunq und Money aus den Niederlanden.

    Zudem wirbt das Hamburger Fintech Tomorrow seit knapp einem Jahr als Nachhaltigkeitsbank um digital affine Kunden. Mit Velvon, einer Tochter der tschechischen Air Bank, hat vergangenes Jahr ein weiterer künftiger Konkurrent eine Banklizenz bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin beantragt. Daneben gewinnen die Onlinebanken Comdirect, DKB und ING beständig neue Kunden.

    Gleichwohl wollen die Sparkassen den Kampf um junge Kunden keineswegs aufgeben. Deshalb will die Sparkassen-Finanzgruppe mit der geplanten Yomo-App weiterhin junge Erwachsene zwischen 18 und 39 Jahren adressieren. Yomo solle künftig ein Angebot „zur Ansprache einer trennscharfen, digital-affinen Kundengruppe sein“, heißt es in dem Rundschreiben. Auch das neue Yomo-Design soll jungen Kunden gefallen.

    Damit wolle man dem „schleichenden Kundenverlust“ in der Zielgruppe junger Erwachsener entgegenwirken. Denn für die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute gilt es als eine große Herausforderung, junge Erwachsene, die als Kinder oder Jugendliche ein Sparkassen-Konto eröffnet haben, weiterhin als Kunden zu halten.

    Von Anfang an Zweifel an Yomo

    Bei der neuen Yomo-Variante soll jede Sparkasse selbst entscheiden, welches ihrer verschiedenen Kontomodelle Kunden in der Yomo-App hinterlegen können. Sie können also ein spezielles Girokonto für potenzielle Yomo-Nutzer anbieten, müssen es aber nicht. Sparkassen haben in der Regel ohnehin eine Kontovariante für junge Erwachsene – die aber meist nicht kostenlos ist. Das Yomo-Konto war als Gratiskonto gedacht, weil auch die Wettbewerber wie N26 zumindest eine Kontovariante ohne monatliche Gebühr anbieten.

    Der DSGV teilte auf Anfrage mit: „Gerade unsere jungen Kunden passen den Umgang mit ihren digitalen Gadgets und Apps dauernd an. Also muss sich auch Yomo weiterentwickeln.“ Die App-Lösung entspreche den Wünschen der Zielgruppe. „Yomo als App wird eine starke Plattform, die wir mit unseren Kunden immer wieder exakt an ihren Bedürfnissen ausrichten können", zeigte sich der Lobbyverband zuversichtlich. Jetzt gehe es darum, zügig letzte Details zu erarbeiten, um die entsprechenden Entscheidungen herbeiführen zu können.

    Technisch soll die Yomo-App auf der Standard-App der Sparkassen, der S-App, basieren und ermöglichen, Konten anderer Banken einzubinden. Die S-App wird laut DSGV von mehr als neun Millionen Sparkassenkunden aktiv genutzt.

    Ob es überhaupt sinnvoll ist, ein extra Smartphone-Konto zu starten, war unter Sparkassen von Anfang an umstritten. Einige Sparkassenmanager verweisen darauf, dass es mit der S-App bereits ein Angebot gibt, das viele Kunden nutzen.

    Zudem rüttelt der bisherige Yomo-Ansatz an dem für die Sparkassen-Finanzgruppe wichtigen sogenannten Regionalitätsprinzip. Es besagt, dass Sparkassen im Wesentlichen nur in ihrem eigenen Geschäftsgebiet Kunden ansprechen. Die an Yomo beteiligten Sparkassen konnten sich aber theoretisch auf diesem Weg an Kunden in ganz Deutschland wenden. Die künftig geplante Yomo-App jedenfalls widerspricht dem Regionalitätsprinzip nicht mehr.

    Mehr: Etliche Smartphone-Banken kämpfen um Kunden in Deutschland - und weitere wollen bald starten.

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