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Banken Unicredit-Chef Mustier mischt Rennen um Chefposten der HSBC auf

Interimschef Noel Quinn hat offenbar einen prominenten Rivalen für den Top-Posten bei der HSBC: Laut Branchenkreisen redet das Board auch mit Unicredit-Chef Mustier.
21.02.2020 - 13:58 Uhr Kommentieren
Mustier ist seit Mitte 2016 Chef der Unicredit. Quelle: Reuters
Jean-Pierre Mustier

Mustier ist seit Mitte 2016 Chef der Unicredit.

(Foto: Reuters)

Mailand Bei der britischen Großbank HSBC deutet sich ein spektakulärer Führungswechsel an. Laut Branchenkreisen ist Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier der externe Wunschkandidat des Verwaltungsrats. Zuerst hatte der Finanzdienst Bloomberg über die Personalie berichtet.

Das Board steht nun vor der Wahl zwischen Mustier und Interimschef Noel Quinn. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Auch ist unklar, ob Mustier den Job überhaupt will. HSBC-Verwaltungsratschef Mark Tucker hatte am Dienstag bekräftigt, man werde den ursprünglichen Zeitplan einhalten. Demnach hätte er noch bis August Zeit, einen neuen CEO zu finden. Eine Entscheidung wird jedoch deutlich früher erwartet.

Mit Mustier würde Tucker einen Coup landen. Im Unterschied zu Quinn, der vorher das Firmenkundengeschäft bei der HSBC geleitet hat, ist Mustier ein internationaler Star. Darin ähnelt er ING-Chef Ralph Hamers, der nun zur Schweizer Großbank UBS wechselt.

„Mustier hat einen Ruf wie Pep Guardiola im Fußball“, sagt ein Londoner Investmentbanker, der den Franzosen seit 20 Jahren kennt. „Alle Banker glauben, er sei der Beste.“

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    Der 59-Jährige hatte die hochverschuldete Unicredit seit Mitte 2016 wieder auf Erfolgskurs gebracht. Er baute die HVB-Mutter zur „paneuropäischen“ Bank aus, wie er sie nennt. Nur ein Jahr nach seinem Start in Mailand gelang ihm die größte Kapitalerhöhung der italienischen Wirtschaftsgeschichte mit einem Volumen von 13 Milliarden Euro.

    Dann trennte er sich von Beteiligungen und kündigte beim Investorentag im Dezember bei der Vorstellung des neuen Strategieplans Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro an. Bis 2023 will er 500 Filialen schließen, 8000 Stellen fallen weg, die meisten davon in Italien. In den letzten Tagen gab es daran scharfe Kritik von den italienischen Gewerkschaften.

    Wird er nun darauf verzichten, den Umbau der Unicredit zu Ende zu führen, und zur HSBC wechseln? Auch die britische Bank braucht einen Sanierer. Sie wäre allerdings eine ungleich größere Herausforderung als die Unicredit. Mit einer Bilanzsumme von 2,7 Billionen Dollar und einer Präsenz in 64 Ländern ist sie Europas größte Bank.

    Interimschef Quinn hatte am Dienstag bei der Vorstellung der Jahreszahlen eine weitreichende Restrukturierung angekündigt. Unter anderem sollen in den kommenden drei Jahren 35.000 Stellen wegfallen. Anleger und Analysten hatten sich irritiert gezeigt, dass ein Interimschef einen solch radikalen Schritt ankündigen durfte.

    Spekulationen verunsichern Anleger

    Viele Beobachter hatten damit gerechnet, dass Quinn schon diese Woche zum permanenten Chef ernannt würde. Dass dies nicht geschehen ist, verstärkt den Eindruck, dass das Board von Quinn nicht überzeugt ist.

    Der HSBC-Veteran führt die Geschäfte kommissarisch, seit Vorstandschef John Flint im vergangenen August nach nur 18 Monaten gehen musste. Tucker hatte Flint vorgeworfen, die Bank nicht radikal genug umzubauen. Der Verwaltungsratschef war 2017 angetreten, die behäbige Kultur der Bank aufzubrechen. 

    Mit Mustier würde Tucker sich einen respektierten Sanierer holen. Und er würde mit einer Tradition brechen: Bisher wurde die nationale Institution stets von einem Briten geführt. 

    „Mustier hat die Vision und das Wissen, um ein Institut wie die HSBC zu führen“, sagt der befreundete Banker. Er sei ein „sehr ganzheitlicher Banker“, kenne das Investmentbanking, das Firmenkundengeschäft, die Vermögensverwaltung. „Er wäre ein fantastischer Neuzugang“.

    Bei Unicredit-Anlegern sorgten die Spekulationen um Mustiers Wechsel hingegen für Verunsicherung. Die Aktie gab am Freitag bis zu 3,5 Prozent nach und gehörte zu den größten Verlierern im Leitindex der Mailänder Börse.  

    Analysten in Italien zweifelten an dem Gerücht. „Das glauben wir im Moment nicht“, erklärte das Brokerhaus Websim-Intermonte. Von Unicredit selbst kam nur: „Kein Kommentar“.

    Die Spekulationen werden im Süden allerdings mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, denn es gibt momentan viel Bewegung in der Finanzbranche. Zum einen Fusionen: Die angestrebte Übernahme der mittelgroßen Bank Ubi, die die zweite italienische Großbank Intesa Sanpaolo zu Wochenbeginn verkündete, kam überraschend. Sie hat den Unicredit-Chef kalt erwischt, denn am Tag darauf erklärte er in einem Brief an die Mitarbeiter, dass die Bank keinerlei Übernahmen und Fusionen anstrebe.

    Erst vor ein paar Monaten hatte es Gerüchte im Markt gegeben, dass Unicredit die Commerzbank übernehmen wolle. Das hatte Bankchef Mustier allerdings beim Investorentag im Dezember dementiert. Die Bank Monte dei Paschi, die vom Staat gerettet wurde und nach einem Abkommen mit der EU-Kommission bis Ende 2021 zurück an den Markt muss, gilt schon lange als Übernahmekandidat.

    Zum anderen sind es Namen, die zirkulieren. Überraschend kündigte Marco Morelli, der Chef von Monte dei Paschi, am Donnerstag Abend an, bei der Hauptversammlung im April nicht mehr anzutreten. Und auch die Zukunft von Ubi-Bankchef Victor Massiah ist ungewiss, wenn die Fusion mit Intesa klappt.

    Der Name Mustier war vor ein paar Tagen auch im Zusammenhang mit einem Spitzenposten bei Société Générale genannt worden. Hier hatte Mustier früher lange gearbeitet. Über mangelndes Interesse kann sich der Franzose also nicht beklagen.

    Mehr: Noel Quinn ist bei der HSBC ein Chef auf Abruf, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Felix Holtermann.

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