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Banken „Volks-Sparkasse“: Volksbank und Sparkasse legen 50 Filialen zusammen

Die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse drücken bei ihrer bundesweit einmaligen Zusammenarbeit aufs Tempo. Weitere Partner könnten folgen.
03.09.2019 Update: 03.09.2019 - 16:24 Uhr Kommentieren
Volksbank und Sparkasse legen 50 Filialen zusammen Quelle: dpa
Volksbanken und Sparkassen

Seit längerer Zeit betreiben die beiden Wettbewerber schon gemeinsame Selbstbedienungsstellen. Doch nun legen sie auch Filialen zusammen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse legen rund 50 ihrer Filialen zusammen und betreiben künftig gemeinsam 26 Geschäftsstellen, die sie „Finanzpunkte“ nennen – ein Modell, das es in dieser Form noch nicht gibt. „Erstmalig haben mit unseren beiden Instituten eine Sparkasse und eine Volksbank eine flächendeckende Kooperation vereinbart“, sagte die Chefin der Frankfurter Volksbank Eva Wunsch-Weber am Dienstag.

Die beiden Geldhäuser wollen die Standorte jeweils zwei Tage in der Woche besetzen. Immer wenn Volksbank-Mitarbeiter vor Ort sind, leuchtet der von außen sichtbare Beratungstresen in der Filiale in Blau. Ist die Sparkasse an der Reihe, leuchtet er in Rot. Ein Teil der neuen Gemeinschaftsfilialen soll in diesem Jahr fertig gestellt werden.

„Wir wollten nicht dem üblichen Reflex folgen, die Geschäftsstellen einfach irgendwann zu schließen“, erklärte Oliver Klink, Chef der Taunus Sparkasse mit Sitz in Bad Homburg. Bei den Standorten geht es um Filialen westlich und nördlich von Frankfurt. In neun Finanzpunkten finden die Kunden allerdings nur Geldautomaten. Auch wenn Kunden nicht mehr so oft in die Filiale kämen, wolle man ihnen zeigen, dass man vor Ort bleibe, so Klink. „Dann teilen wir uns die Infrastruktur mit jemandem.“

Die beiden Geldhäuser wollen binnen drei Jahren zusammen fünf Millionen Euro in die „Finanzpunkte“ investieren. Die Synergien würden sich sofort ergeben, erklärte Wunsch-Weber. Über die Eckpunkte des Konzeptes hatte das Handelsblatt bereits am Freitag berichtet.

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Standort erkennen

    Die Zusammenarbeit in diesem Umfang ist bemerkenswert, weil Sparkassen und Genossenschaftsbanken eigentlich Rivalen sind und sich gegenseitig noch mehr als Wettbewerber betrachten als gegenüber Onlinebanken. Die gut 380 Sparkassen sind mit rund 35 Millionen Girokonten Marktführer in Deutschland, die knapp 900 Volks- und Raiffeisenbanken zählen knapp 26 Millionen Girokonten.

    Bundesweit gibt es etliche Beispiele dafür, dass Sparkassen und Volks- oder Raiffeisenbanken Filialen teilen oder dass ihre Kunden die Geldautomaten der anderen Finanzgruppe nutzen dürften. Meist geht es dabei allerdings maximal um eine Handvoll Standorte. Die Kreditinstitute versuchen über die Kooperationen vor Ort präsent zu bleiben, ohne Filialen ganz schließen zu müssen.

    Beschleunigtes Filialsterben

    Gerade für Sparkassen und Volksbanken sind Filialschließungen ein Balanceakt. Die regional verwurzelten Kreditinstitute betonen immer wieder, dass sie sich nicht aus der Fläche zurückziehen wollen. Schließlich ist die Nähe zum Kunden ein essenzieller Teil der Daseinsberechtigung von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

    Zuletzt hat sich das Filialsterben in Deutschland dennoch beschleunigt. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Geschäftsstellen um genau 2239 auf 27.887 Filialen, wie die Bundesbank kürzlich mitteilte. Das ist ein Minus von 7,4 Prozent und ein deutlich stärkerer Rückgang als in den Vorjahren.

    Wunsch-Weber kann sich vorstellen, mit weiteren Sparkassen in der Rhein-Main-Region oder auch mit privaten Banken gemeinsame Filialen zu betreiben: „Es gibt ja noch mögliche dritte Partner, die vielleicht einsteigen wollen“, sagte sie.

    Die Frankfurter Volksbank hat mehr als 90 personenbesetzte Filialen und ist mit einer Bilanzsumme von rund zwölf Milliarden Euro die zweitgrößte deutsche Volksbank, die Taunus Sparkasse kommt auf rund sechs Milliarden Euro. Der Wettbewerb gerade auf dem Frankfurter Bankenmarkt ist hart – was auch daran liegt, dass mehrere Sparkassen sich gegenseitig Konkurrenz machen. Neben der Taunus Sparkasse ist dort auch die Frankfurter Sparkasse und die Nassauische Sparkasse vertreten. Im Geschäftsgebiet der Frankfurter Volksbank gibt es laut Wunsch-Weber insgesamt sogar sieben weitere Sparkassen.

    Möglicherweise findet die Filialkooperation der Taunus Sparkasse und der Frankfurter Volksbank Nachahmer woanders in Deutschland. Wunsch-Weber sagte, sie sei bereits von anderen Genossenschaftsbanken angesprochen worden.

    Beide Partner, die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse, betonten jedoch, dass sie Konkurrenten bleiben werden - und nicht in Richtung einer Fusion steuern. „Ich verspreche Ihnen, die Sie uns künftig auch als Wettbewerber sehen werden“, sagte Klink. Eigentümer der Volksbank sind ihre Mitglieder und zugleich Kunden, die Anteile erworben haben. Träger der Sparkassen sind die Städte und Gemeinden, im Fall der Taunus Sparkasse der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis.

    Mehr: Die Folgen der ultralockeren EZB-Geldpolitik treiben Deutschlands Sparkassen um. Deren Präsident Helmut Schleweis sieht deshalb ein Drama näher rücken.

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