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Bankenaufsichtsbehörde EBA Britischen Banken droht Boni-Streit mit der EU

Mit ihren Bonuszahlungen an Top-Manager haben britische Banken nun die EU am Hals. Die Bankenaufsichtsbehörde EBA prüft nun strengere Auflagen.
26.09.2014 - 17:22 Uhr Kommentieren
Der Finanz-Sektor in London: Die EBA könnte eine sehr viel härte Linie fahren als die britischen Regulierer. Quelle: dpa

Der Finanz-Sektor in London: Die EBA könnte eine sehr viel härte Linie fahren als die britischen Regulierer.

(Foto: dpa)

Brüssel/London Britischen Banken droht offenbar Ärger mit der EU wegen ihrer Bonuszahlungen an Topmanager. Die Bankenaufsichtsbehörde der Europäischen Union (EBA) will sich laut einem Bericht der "Financial Times" Geldhäuser vorknöpfen, die die neuen Bonusbegrenzungen zu umgehen versuchen. Die EBA könnte demnach eine sehr viel härte Linie fahren als die britischen Regulierer. Möglich seien nicht nur strengere Regeln für die Bezahlmodelle. Die Institute müssten gegebenenfalls auch die Auszahlungen für dieses Jahr neu berechnen. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Bestandteile zu den Fixgehältern hinzugerechnet werden dürfen.

Die EBA teilte mit, in ihrer Prüfung noch zu keinen Ergebnissen gekommen zu sein. Ein Bericht werde in den kommenden Wochen vorgelegt. Hintergrund der Untersuchung ist der Versuch, die Bonus-Zahlungen in der ganzen EU zu harmonisieren. Großbritannien hatte mit dem größten EU-Finanzplatz London hier eine Sonderstellung inne.

Die Bonusbegrenzungen sind eine Konsequenz aus der Finanzkrise von 2008, als viele Institute vor dem Aus standen und mit Steuergeldern aufgefangen wurden. Zu hohe Boni als Belohnung etwa für hohe Gewinnsteigerungen gelten seitdem als ein Grund, warum in Banken kurzfristig zu hohe Risiken eingegangen wurden. Nach den neuen Vorgaben darf bei Geldhäusern der variable Gehaltsteil von Mitarbeitern den fixen in der Regel nicht mehr übersteigen. Nur mit Zustimmung der Aktionäre darf er doppelt so hoch liegen. Einige Banken suchen nun nach Wegen, die Regelungen teilweise zu umgehen.

Der designierte EU-Finanzmarktkommissar, der Brite Jonathan Hill, soll in der neuen Kommission nicht die Zuständigkeit für die Banker-Boni erhalten. Im Umfeld von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hieß es, dieser habe die Entscheidung unabhängig von Hills Berufung getroffen. Die Ernennung Hills ist in der EU umstritten, weil nun ausgerechnet ein Brite auch über den wichtigen britischen Finanzmarkt wachen soll. Am Montag beginnen die Anhörungen der nominierten Kommissare im Europäischen Parlament. Dieses muss den von Juncker vorgeschlagenen Kandidaten zustimmen.

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