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Bankenkrise Warum eine der größten indischen Privatbanken vom Staat gerettet werden muss

Eine Staatsbank soll offenbar die durch die Schattenbankkrise ins Wanken geratene Yes Bank retten. Für die Aktionäre könnte das teuer werden.
05.03.2020 - 16:04 Uhr Kommentieren
Seit Anfang 2019 ist der ehemalige Indien-Chef der Deutschen Bank CEO der Yes Bank. Quelle: Bloomberg
Ravneet Gill

Seit Anfang 2019 ist der ehemalige Indien-Chef der Deutschen Bank CEO der Yes Bank.

(Foto: Bloomberg)

Bangkok Nach monatelanger Unsicherheit steht offenbar ein Rettungsplan für die in Schieflage geratene Yes Bank in Indien fest. Das Kreditinstitut, das zu den größten Privatbanken des Subkontinents zählt, war wegen einer Krise der indischen Schattenbanken in akute Geldnöte geraten. Nun steht laut Medienberichten die Staatsbank SBI bereit, um den Finanzkonzern vor dem Kollaps zu bewahren.

Ravneet Gill, der frühere Indien-Chef der Deutschen Bank, der die Bank seit Anfang des vergangenen Jahres die Yes Bank führt, hatte es zuvor nicht geschafft, einen privaten Geldgeber für die milliardenschwere Finanzlücke zu finden.

Der Finanznachrichtendienst Bloomberg meldete am Donnerstag unter Berufung auf Insider, dass die Regierung von Premierminister Narendra Modi einem Rettungsplan zugestimmt habe.

Demnach soll ein Konsortium unter der Führung der SBI die Krisenbank mit frischem Kapital versorgen. Laut der indischen Finanzzeitung „Mint“ geht es offenbar um eine Summe von 1,6 bis 1,9 Milliarden Dollar. Die Zeitung „Economic Times“ berichtete, dass das Konsortium einen Anteil von 49 Prozent an der Bank übernehmen solle.

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    Der zweite Beteiligte sei demnach die staatliche Versicherungsgesellschaft LIC. Indiens Finanzministerium und die SBI kommentierten die Berichte zunächst nicht. Von der Yes Bank heißt es, dass man über derartige Pläne bisher nicht in Kenntnis gesetzt worden sei.

    Analysten halten die Rettungspläne aber für plausibel: „Die volkswirtschaftlichen Kosten, die Yes Bank fallen zu lassen, sind weit höher als die Kosten eines Bail-outs“, hieß es in einem Kommentar des Analysehauses Macquarie Research. Und weil private Investoren offenbar kaum Interesse an der Bank hätten, sei der aktuelle Plan offenbar die einzige Option.

    Vertrauenskrise durch Schattenbank-Pleite

    Zur Krise der Yes Bank kam es, weil die Bank besonders stark in Geschäfte mit sogenannten Schattenbanken involviert waren. Diese Finanzfirmen hatten in Indien in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Sie liehen sich Geld von Banken und gaben es zur Finanzierung von Hochhäusern, Infrastrukturprojekten und Neuwagenkäufen weiter.

    Als Ende 2018 eine der größten Schattenbanken, IL&FS, ihre Schulden nicht mehr bedienen konnte und unter staatliche Kontrolle gestellt wurde, kam es in der ganzen Branche zu einer Vertrauenskrise. Weil die Kreditvergabe massiv zurückging, gerieten zahlreiche Unternehmen in Turbulenzen.

    Ein Zusammenbruch der Yes Bank hätte der Finanzkrise Beobachtern zufolge eine neue Dimension gegeben. Um Sorgen vor einer Zuspitzung auszuräumen, betonte Indiens Zentralbank zuletzt, dass keine große Bank fallen gelassen werde. Die Berichte über die Yes-Bank-Rettung lösten an der Börse eine Euphoriewelle aus. Der Kurs der Bank stieg um fast 30 Prozent auf mehr als 37 Rupien pro Aktie.

    Doch der Jubel könnte sich als verfrüht herausstellen. Analysten der Investmentbank JP Morgan bezeichneten die Rally in einem Kommentar als „ungerechtfertigt“. Sie gehen davon aus, dass die quasi-staatliche Rettungsaktion lediglich Gläubigern und Sparern mit Konten bei der Bank helfen werde.

    Aktionäre dürften aber massiv zur Kasse gebeten werden, glauben die Analysten. Sie senkten daher ihr Kursziel von bisher 55 Rupien auf nur noch eine Rupie – rechnen also beinahe mit einem Totalverlust für Aktionäre. Die Analyse deckt sich mit dem Bericht der „Economic Times“.

    Die Zeitung schreibt unter Berufung auf Insider, dass das Rettungskonsortium die 49 Prozent an der Bank für lediglich zwei Rupien pro Aktie übernehmen werde. Auch für Bankchef Gill könnte es am Ende schlechte Nachrichten geben: Der indische Finanznachrichtensender CNBC-TV18 meldete unter Berufung auf interne Quellen, dass die neuen Eigentümer der Bank wohl auf einen Chefwechsel drängen werden.

    Mehr: Steuersenkungen für die Mittelschicht, milliardenschwere Unterstützung für die Landwirtschaft und mehr Geld für den Infrastrukturausbau – so stemmt sich Indien gegen die Krise.

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