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Bankenmarkt Neue Wettbewerber buhlen um Geschäft mit deutschen Privatkunden

Die BCG prognostiziert dem deutschen Retailgeschäft ein Plus von lediglich einem Prozent. Dennoch drängen internationale Institute auf den Markt.
02.07.2019 - 18:36 Uhr Kommentieren
Der wichtigste Grund für die Attraktivität des deutschen Retailbanking-Marktes sei die Größe des sogenannten Switching Pools. Quelle: dpa
Skyline Frankfurt

Der wichtigste Grund für die Attraktivität des deutschen Retailbanking-Marktes sei die Größe des sogenannten Switching Pools.

(Foto: dpa)

Frankfurt Zu behaupten, das Bankgeschäft mit deutschen Privatkunden habe einen schlechten Ruf, wäre eine Untertreibung. Ein zersplitterter Markt mit brutaler Konkurrenz und die chronischen Niedrigzinsen fressen die Margen auf. Während die Berater der Boston Consulting Group (BCG) global bis 2021 im Retailgeschäft ein Wachstum von mehr als fünf Prozent erwarten, liegt die Prognose für Deutschland bei einem mageren Plus von lediglich einem Prozent.

Und trotzdem ist der Markt offenbar für ausländische Wettbewerber attraktiv. BCG geht davon aus, dass derzeit gleich mehrere internationale Institute einen Markteintritt ins deutsche Privatkundengeschäft prüfen. Dabei gehe es um den Aufbau sogenannter Challenger-Banken, digitaler Geldhäuser mit hohem Automatisierungsgrad und schlanken Kostenstrukturen.

Bislang ist nur bekannt, dass die US-Bank Goldman Sachs ihre Privatkundensparte Marcus früher oder später nach Deutschland exportieren will. Allerdings hat Goldman den Start erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach Einschätzung von BCG-Partner Holger Sachse hat der deutsche Privatkundenmarkt trotz der mageren prognostizierten Wachstumsraten zu Unrecht einen so schlechten Ruf, denn allein schon die schiere Größe mache das Geschäft interessant.

„Das Land hat eine extrem stabile Wirtschaft, die Banken profitieren von niedrigen Risikokosten im Kreditgeschäft und einem hohen Anteil von Vermögenden in der Bevölkerung“, erläutert Sachse. Diese Vorteile würden auch ausländische Kreditinstitute erkennen. „Einige neue, aber auch einige etablierte Wettbewerber arbeiten auf dem deutschen Markt nicht nur profitabel, sondern können auch beeindruckende Wachstumserfolge vorweisen“, meint Thorsten Brackert, Director und Bankenexperte bei BCG.

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    Der wichtigste Grund für die Attraktivität des deutschen Retailbanking-Marktes sei die Größe des sogenannten Switching Pools: So nennt die Branche Erträge, die es jährlich neu zu verteilen gibt. In Deutschland summieren sich diese auf zehn Milliarden Euro jährlich. Das ist mehr als die gesamten Kundenerträge bei Banken in Belgien. Was die Gewinne angeht, schätzt BCG, dass in Deutschland in den kommenden zehn Jahren insgesamt rund 20 Milliarden Euro neu zu vergeben sind.

    Doch hätten „nur die besten Banken eine Chance, vom Marktwachstum zu profitieren“, prognostiziert Sachse. Neben der Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse zähle die Digitalisierung zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen. Aber gerade auf diesem Feld macht Sachse Defizite bei deutschen Banken aus. Die Höhe der Investitionen in digitale Lösungen bleibe weit hinter global führenden Banken zurück. BCG schätzt die Investitionslücke auf mehr als zehn Milliarden Euro.

    Zum ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Accenture. Die Berater haben die 161 größten Banken in 23 Ländern untersucht und sie in drei Kategorien eingeteilt. „Digital fokussiert“ sind demnach Banken, die ihr Geschäftsmodell erfolgreich umgebaut haben und von der Digitalisierung bereits profitieren.

    „Digital aktiv“ sind die Institute, die die Transformation mit einzelnen Projekten begonnen haben, denen aber eine kohärente Strategie fehlt. Und dann gibt es drittens den großen Rest, der noch keine nennenswerten Fortschritte erzielt hat. Keine einzige deutsche Bank schafft es in diesem Ranking in die beste Kategorie: Hiesige Institute finden sich nur in den Kategorien zwei und drei.

    Mehr: Der digitale Umbruch trifft auch die Geldinstitute. Längst nicht alle werden die Attacke der Internetkonzerne überdauern, prognostiziert Michael Maisch.

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