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Bankia Ex-IWF-Chef Rato muss erneut vor Gericht

Rodrigo Rato soll als Chef der spanischen Bankia deren finanzielle Lage vor dem Börsengang geschönt haben. Das Institut musste kurz darauf mit 22 Milliarden Euro vom Staat gerettet werden. Nun kommt es zum Prozess.
11.05.2017 - 20:15 Uhr Kommentieren
Der ehemalige IWF-Chef muss vor Gericht. Quelle: Reuters
Rodrigo Rato

Der ehemalige IWF-Chef muss vor Gericht.

(Foto: Reuters)

Madrid Ein Richter des Nationalen Gerichtshofs hat den ehemaligen Chef der spanischen Bankia, Rodrigo Rato, sowie 31 weitere Bank-Manager, Politiker und Gewerkschafter wegen Betrugs beim Börsengang der Bank angeklagt.

Nach fünf Jahren Ermittlungen kommt Richter Fernando Andreu zu dem Schluss, dass die nun Beschuldigten die finanzielle Lage der Bank geschönt und die wahre Situation vor dem geplanten Börsengang verschleiert hätten. Das, so heißt es in der Begründung des Richters, habe sowohl bei den Käufern der Aktien als auch beim Staat Schaden angerichtet.

Bankia ging im Sommer 2011 an die Börse, musste aber kein Jahr später, im Mai 2012, bereits vom spanischen Staat – mit Hilfe von EU-Geldern – vor der Pleite gerettet werden. 22 Milliarden Euro kostete die Rettung, in deren Folge Hundertausende Kleinanleger ihr Geld verloren.

So viel mussten Banken für ihre Fehler hinblättern
Deutsche Bank – 202 Millionen Dollar
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Mai 2012: Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

(Foto: Reuters)
Deutsche Bank – 725 Millionen Euro
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Dezember 2013: Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

(Foto: Reuters)
Rabobank – 774 Millionen Euro
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Oktober 2013: Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

(Foto: Reuters)
Britische Banken – 1,3 Milliarden Pfund
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August 2013: Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

(Foto: AFP)
Commerzbank – 1,45 Milliarden Dollar
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März 2015: Die Commerzbank muss wegen des Streits mit US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar. Die USA warfen der Commerzbank vor, gegen Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben.

(Foto: Reuters)
UBS – 1,5 Milliarden Dollar
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Dezember 2012: Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilte, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an amerikanische, britische und Schweizer Behörden.

(Foto: AP)
Deutsche Bank – 2,5 Milliarden Dollar
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April 2015: Die Deutsche Bank muss im Libor-Skandal eine Strafzahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) in Großbritannien zahlen.

(Foto: Reuters)

Bankia hatte viele faule Kredite aus Zeiten der geplatzten Immobilienblase in den Büchern. Spanische Hauskäufer hatten sich von billigen Kreditzinsen locken lassen, hoch verschuldet und konnten, als die Blase platzte, ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen.

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    Für den damaligen Bankia-Chef Rodrigo Rato, der zuvor den Internationalen Währungsfonds in Washington leitete, ist es nicht der erste Betrugsfall, in dem er vor Gericht steht. Im Februar verurteilte ihn ein Gericht zu vier Jahren und sechs Monaten Haft – ebenfalls für seine Rolle als Bankia-Chef.

    Rato hat nach Auffassung des Gerichts ein System von „schwarzen Kreditkarten“ unterhalten, mit denen er selbst sowie Mitglieder des Verwaltungsrats und leitende Bankangestellte nach Belieben Reisen, Restaurant-Besuche oder Schmuck bezahlt haben.

    Der Richter geht auch gegen den externen Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft Deloitte vor, der die beschönigenden Angaben zu Bankias Finanzlage abgesegnet hat. Das Verfahren gegen das Unternehmen Deloitte selbst sowie gegen die spanische Zentralbank und die Kapitalmarkaufsicht CNMV stellt der Richter dagegen ein.

    Seit Februar wurde gegen Zentralbank und CNMV ermittelt, weil interne E-Mails zeigten, dass sie den Börsengang von Bankia genehmigten, obwohl sie um die finanzielle Schieflage des Instituts wussten. Der Richter erklärte jedoch, es sei nicht die Entscheidung der Zentralbank gewesen, Bankia an die Börse zu bringen und sie habe sich auch nicht an der Bilanz-Kosmetik des Instituts beteiligt.

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