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Deutsche Bank in Frankfurt

Nach 80 Prozent Gewinneinbruch muss die Deutsche Bank am heutigen Freitag einen Kursverlust von über 4 Prozent verkraften.

(Foto: dpa)

Banktitel fällt auf 11,30 Euro Kurs der Deutsche-Bank-Aktie bricht ein

Der Strategieschwenk sollte dem größten Geldhaus Deutschlands neuen Schwung verleihen. An der Börse hat dies allerdings gegenteilige Auswirkungen.
27.04.2018 - 15:16 Uhr 4 Kommentare

Frankfurt Die Deutsche Bank will einen Neuanfang wagen. Doch die Aktionäre trauen der Strategie, die der neue Vorstandschef Christian Sewing am Donnerstag verkündet hat, offenbar nicht. Am Freitag gerieten die Aktien des Frankfurter Geldhauses trotz eines freundlichen Börsenklimas massiv unter Druck.

Der Kurs fiel bis zum Nachmittag noch einmal um 4,5 Prozent, nachdem es nach der Vorlage der enttäuschenden Quartalszahlen am Vortag bereits um 1,3 Prozent abwärts gegangen war. Am Freitagnachmittag notierten die Papiere bei 11,30 Euro.

„Die Deutsche-Bank-Aktie ist eher etwas für Abenteuerlustige“

Am Donnerstag hatte sich die Bank endgültig von ihrem Anspruch verabschiedet, mit den großen Wall-Street-Häusern in einer Liga zu spielen. Nach einem Gewinneinbruch um 80 Prozent zu Jahresbeginn will Sewing das schwächelnde Investmentbanking gesundschrumpfen, vor allem in den USA, aber auch in Asien.

Dafür will sich der neue Vorstandschef stärker auf die stabileren Geschäftsfelder Privatkunden, Asset Management sowie Transaction Banking und den europäischen Markt konzentrieren. Bei einflussreichen Großinvestoren kommt der Strategieschwenk gut an.

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    Analysten warnen allerdings vor Risiken und monieren, dass das Frankfurter Geldhaus viel zu wenig Details geliefert hat, um abschätzen zu können, welche Folgen der Teilrückzug für Erträge, Kosten und Kapital hat.

    „Ein radikaler Strategiewechsel könnte die Profitabilität kurz und mittelfristig weiter belasten“, warnen zum Beispiel die Analysten der Schweizer Großbank UBS.

    Dadurch drohe die Bank „noch anfälliger gegenüber externen Ereignissen zu werden, die sie nicht beeinflussen kann.“ Die Experten der Citigroup warnen vor möglichen „unerwarteten Nebenwirkungen“ der Einschnitte im Investmentbanking. Es bestehe die Gefahr, dass am Ende mehr Erträge wegbrechen, als Kosten eingespart werden.

    Laut Handelsblatt-Analystencheck stehen 17 Verkaufsempfehlungen neun Mal der Rat „Kaufen“ gegenüber. Die deutliche Mehrheit von 50 Analysen sieht in der Bankaktie allerdings nur eine Halteposition.

    Während die UBS die Deutsche Bank-Aktien mit einem Kursziel von 12 Euro als „neutral“ einstuft, rät Citi zum „Verkaufen“ und hält weitere Kursverluste bis auf 8,60 Euro für möglich. Das wäre ein neues Rekordtief für das größte heimische Geldhaus.

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