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Warren Buffett

Der 88-jährige Star-Investor gilt als der drittreichste Mensch der Welt.

(Foto: Reuters)

Berkshire Hathaway Gewinneinbruch und Rekord-Reserven: Star-Investor Buffett findet keine Deals

Warren Buffett sitzt auf 122 Milliarden Dollar in Cash. Der Handelsstreit und eine schwächere US-Wirtschaft machen dem Konglomerat des Star-Investors jedoch zu schaffen.
03.08.2019 - 20:00 Uhr 1 Kommentar

New York Warren Buffett findet einfach keine neuen Deals. Seit Jahren ist der Star-Investor auf der Suche nach großen Übernahmen. Doch in Zeiten, in denen die Bewertungen „in den Himmel ragen“, wie er im Mai auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway kritisierte, will er einfach nicht zuschlagen. Berkshires Cash-Reserven steigen daher immer weiter an. Am Ende des zweiten Quartals lagen sie bei 122 Milliarden Dollar – ein neuer Rekord.

Für das Konglomerat aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, zu dem unter anderem eine Versicherungs-,Energie- und Industriesparte, sowie rund 80 kleine und mittelständische Unternehmen gehören, war es ein gemischtes Quartal. Der Nettogewinn stieg zwar um 17 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar. Das war jedoch vor allem auf Zuwächse in Berkshires Wertpapierportfolio zurückzuführen. Fast alle großen Beteiligungen von Berkshire haben trotzdem im zweiten Quartal zugelegt.

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    Die größte US-Bank JP Morgan Chase legte um zehn Prozent zu, das Kreditkartenunternehmen American Express stieg um 13 Prozent. Lediglich Wells Fargo und Kraft Heinz, die beide mit Skandalen zu kämpfen haben, verloren an Wert. Berkshires Aktienportfolio, zu dem unter anderem auch Beteiligungen an Coca-Cola, Apple und General Motors gehören, knackte im zweiten Quartal zum ersten Mal die Marke von 200 Milliarden Dollar. Buffett weiß, dass diese Werte nach einer neuen Bilanzierungsregel von Quartal zu Quartal stark schwanken können und drängt seine Aktionäre regelmäßig, den Aktienpaketen nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.

    Bei den Aktienrückkäufen hielt er sich im abgelaufenen Quartal dagegen deutlicher zurück. Sie lagen bei rund 440 Millionen Dollar. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte Berkshire noch Aktien im Wert von 1,7 Milliarden Dollar gekauft. Seit dem vergangenen Jahr hat der Konzern seine Regeln für Rückkäufe deutlich gelockert, was Buffett mehr Flexibilität für die Verwendung der großen Cash-Reserven gibt.

    Operativer Gewinn bricht um elf Prozent ein

    Abseits der Aktien-Investments dagegen sah es weniger rosig aus. Der operative Gewinn ging um elf Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar zurück. Der Eisenbahnbetreiber BNSF etwa leidet wie viele Konkurrenten unter den Unsicherheiten aufgrund des anhaltenden Handelsstreits der US-Regierung und einer langsamer wachsenden Volkswirtschaft. Auch Berkshires Tochter Precision Castparts, ein Flugzeugteilebauer, leidet unter der geringeren Nachfrage. Überraschend schwach fiel auch das Versicherungsgeschäft aus. Die Erträge in diesem Bereich gingen um 63 Prozent auf 353 Millionen Dollar zurück.

    Besonders der Autoversicherer Geico hatte mit höheren Ausgaben zu kämpfen, um Unfälle zu decken. Die Sparte aus Versicherern und Rückversicherern wird von Buffett als Motor von Berkshire Hathaway bezeichnet. Der Investor, der Ende August 89 Jahre alt wird, hat in den vergangenen 50 Jahren eine einmalige Konzernstruktur geschaffen. Er nimmt die Versicherungsprämien und legt diese gewinnbringend an, bis er sie für die Auszahlung von Schadensfällen braucht. Mit den großen Cash-Reserven kann Berkshire so Deals eingehen, die für andere Versicherer zu riskant wären.

    Die Ergebnisse der Beteiligung an Kraft Heinz wurden in diesem Quartal wieder nicht in Berkshires Quartalsergebnissen berücksichtigt. Berkshire ist mit 27 Prozent der größte Anteilseigner des krisengeschüttelten Lebensmittelherstellers, der am 8. August nach Milliardenabschreibungen und Unregelmäßigkeiten in der Bilanz erst noch die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen muss.

    Buffett und der brasilianische Private-Equity-Investor 3G haben wesentlich dazu beigetragen, das Unternehmen in seiner heutigen Struktur aufzubauen. Buffett hat klar gemacht, dass er seine Anteile nicht verkaufen will. Er ist bekannt für seinen langen Anlagehorizont. Trotzdem musste der Investor einräumen, dass Berkshire und 3G zu viel für Kraft bezahlt haben und dass bekannte Marken aus dem Portfolio von Kraft Heinz, wie etwa Kool-Aid und Jell-O, bei den Endverbrauchern nicht mehr so beliebt sind wie früher. Auch müsse Berkshire die Entwicklungen im Auge behalten, heißt es in den Quartalsergebnissen, um zu prüfen, ob eine weitere Abschreibung nötig sei.

    Die Berkshire-Aktie ist mit 306.000 Dollar die teuerste der Welt. Sie hat jedoch in diesem Jahr praktisch nicht zugelegt, der breiter gefasste Aktienindex S&P 500, der auch die Werte von Berkshire Hathaway umfasst, stieg hingegen seit Jahresanfang um 17 Prozent.

    Mehr: Seit 54 Jahren steht Starinvestor Warren Buffett an der Spitze von Berkshire Hathaway. Auf der Hauptversammlung dürfen auch andere die Fragen der Aktionäre beantworten.

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    1 Kommentar zu "Berkshire Hathaway: Gewinneinbruch und Rekord-Reserven: Star-Investor Buffett findet keine Deals"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Quartalsbericht hat 54 Seiten. Die Worte Handelsstreit, Zoll, Konjunktureinbruch usw. sind dort nicht zu finden. Der Gewinnrückgang ist auf das KFZ-Versicherungsgeschäft von Geico zurück zu führen. Es gab im 2. Quartal mehr Schäden als im Vorjahr. Und das Unternehmen hat mehr Kosten gehabt, um Neukunden für seine KFZ-Versicherungen anzuwerben. Angesichts von 122 Milliarden Dollar liquiden Mitteln ist es sehr vernünftig, dass Berkshire in das eigene Unternehmen investiert und Geico versucht zum Marktführer "Progressive" aufzuschließen und dafür etwas Geld aufwendet. Das Quartal verlief denkbar unspektakulär. Erwähnenswert ist, dass Berkshire mit 122 Milliarden Dollar die größten Cashreserven hat von allen privaten Unternehmen auf diesem Planeten. Außerdem ist mir kein Unternehmen bekannt, dass über 380 Milliarden Dollar Eigenkapital verfügt. Ich kenne keinen Aktionär, der sich Sorgen um die 122 Milliarden Dollar liquiden Mittel macht. Innerhalb der nächsten 100 Jahre wird es mehrere Gelegenheiten geben das Geld sinnvoll zu investieren. Es ist sehr schlau von Berkshire einen so großen Geldberg anzuhäufen. Nach 10 Jahren Börsenanstieg und immer weiter steigender Verschuldung weltweit wird in der nächsten Krise Berkshire wieder der Rettungsanker für viele anderen Unternehmen sein.

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