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BeteiligungenPionier der Private-Equity-Szene leitet Stabwechsel bei Permira ein

Der langjährige Chef des Deutschlandgeschäfts Jörg Rockenhäuser gibt das Management ab. Rockenhäuser erzielte mit jedem Deal bei Permira einen Gewinn.Peter Köhler 20.12.2022 - 06:00 Uhr Artikel anhören

Er stärkte Permiras Technologie-Portfolio.

Foto: Bloomberg/Getty Images

Frankfurt. Das Management des Beteiligungsunternehmens Permira stellt sich ab nächstem Jahr im deutschsprachigen Raum neu auf. Nach 22 Jahren bei Permira, davon 15 Jahre als Geschäftsführer der Region Deutschland, Österreich und Schweiz, zieht sich Jörg Rockenhäuser aus dem Tagesgeschäft zurück.

„Es ist ein Stabwechsel. Ich lege das Management des operativen Geschäfts in neue Hände und übernehme die neu geschaffene Position des Chairman“, sagt der 56-jährige Manager dem Handelsblatt. Er bleibt weiterhin Mitglied im Investment-Komitee, das über die Beteiligungen entscheidet. Sein Nachfolger als „Head“ für den deutschsprachigen Raum wird der 42-jährige Florian Kreuzer, bislang Principal im Frankfurter Büro.

Mit Kreuzer als neuem Deutschlandchef könne die nächste Generation nun zum richtigen Zeitpunkt das Ruder übernehmen, sagt Rockenhäuser. Kreuzers Schwerpunkt ist weiterhin das Healthcare-Geschäft.

Die Neuordnung an der Spitze kommt in einer schwierigen Phase für die Private-Equity-Branche. Die Finanzinvestoren kaufen Unternehmen, restrukturieren sie über mehrere Jahre und verkaufen sie dann zu einem in der Regel höheren Preis weiter oder bringen sie an die Börse. Gegenwärtig gibt es für große Übernahmen aber kaum Fremdfinanzierungen, außerdem sind Börsengänge als sogenannter Exit-Kanal wegen der hohen Kursschwankungen an der Börse nicht möglich.

„Derzeit – und das wird sicherlich auch 2023 so bleiben – hat die Betreuung der Portfoliounternehmen höchste Priorität. Es geht darum, die Unternehmen wetterfest zu machen und dann hoffentlich mit Marktanteilsgewinnen durchzustarten, sobald die Sicht wieder etwas klarer ist“, sagt Rockenhäuser.

Die Hoffnung im Markt sei derzeit, dass es ab dem dritten Quartal 2023 insgesamt wieder aufwärtsgeht. Derzeit seien viele Marktbereiche wie etwa der Finanzierungsmarkt stark angespannt, und dadurch sehe man auch nicht viele Transaktionen. Auch bei den Public-to-Private-Transaktionen, bei denen börsennotierte Unternehmen vom Kurszettel genommen werden, sei keine Riesenwelle zu erwarten, sagt Julia Sellmann, Partnerin bei der Kanzlei Freshfields.

Rockenhäuser machte Permira zum großen Softwareinvestor

Unter der Führung Rockenhäusers hat sich Permira zu einer der führenden Beteiligungsfirmen im Technologiebereich entwickelt. Nach Transaktionen wie Teamviewer und P&I sind die Permira-Fonds heute nach eigener Einschätzung der größte Softwareinvestor im deutschsprachigen Raum. Rockenhäuser ist auch bei Familienunternehmern engagiert gewesen, Beispiele hierfür sind die Übernahmen von Best Secret (Mode) und Engel & Völkers (Immobilien). Zuletzt investierte Permira auch im Healthcare-Bereich mit der Akquisition von Neuraxpharm.

Sein Nachfolger Kreuzer verfügt über langjährige Erfahrung in der Beteiligungsbranche. Er kam Mitte 2019 zu Permira und wurde dort Teil des globalen Healthcare-Teams. Davor war er 14 Jahre beim Finanzinvestor Carlyle und an einer Vielzahl von Transaktionen beteiligt, unter anderem der Pflegeheimgruppe Alloheim und dem Krankenhausbetreiber Ameos.

Rockenhäuser war 2001 bei Permira eingestiegen, damals hieß die Gesellschaft noch Schroders Ventures. Im Anschluss folgten schwierige Jahre, etwa mit den großen Investments in Hugo Boss und Pro Sieben. Nach 2008 änderte Rockenhäuser die Permira-Strategie grundlegend und stellte die Weichen in Richtung Technologie.

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Während seiner Zeit bei Permira hat Rockenhäuser mit seinem Team rund 20 Transaktionen getätigt – Geld verloren habe man mit keinem einzigen Deal. „Im Gegenteil: Ich bin sehr stolz darauf, dass Permira in den vergangenen zehn Jahren im deutschsprachigen Raum über alle realisierten Transaktionen hinweg im Schnitt einen Multiple von mehr als dreimal Geld für die Investoren erzielt hat.“

Rockenhäuser sieht sich als Macher an der Front des Dealmakings. „Wenn ich morgens aufstehe und weiß, dass es heute im Job primär um Deals oder darum geht, Portfoliofirmen noch besser zu machen, dann bin ich gut gelaunt. Wenn ich nur in internen Meetings sitzen muss, nicht so sehr.“

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