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Betriebliche Altersvorsorge Sparkassen Pensionskasse braucht Finanzspritze von 280 Millionen Euro

Die Deka und andere Gesellschafter bringen mehr als eine viertel Milliarde Euro auf, damit die Pensionskasse Verpflichtungen dauerhaft erfüllen kann.
28.07.2020 - 16:06 Uhr Kommentieren
Der Fondsdienstleister der Sparkassen muss wie andere Anteilseigner Mittel für den Sparkassen Pensionsfonds aufbringen. Quelle: imago/Christine Roth
Deka in Frankfurt

Der Fondsdienstleister der Sparkassen muss wie andere Anteilseigner Mittel für den Sparkassen Pensionsfonds aufbringen.

(Foto: imago/Christine Roth)

Frankfurt Mehrere Unternehmen aus der Sparkassen-Finanzgruppe stützen die Sparkassen Pensionskasse aus Köln. Die Pensionskasse braucht eine Finanzspritze, um Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden dauerhaft sicher erfüllen zu können.

Die Sparkassen Pensionskasse erklärte auf Anfrage, dass die Gesellschafter 280 Millionen Euro bereitstellten. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass die Anteilseigner dringend ein Loch in der Bilanz von 280 Millionen Euro stopfen müssen. Die Summe bringen demnach je zur Hälfte der Sparkassen-Fondsdienstleister Deka als größter Anteilseigner sowie 13 Versicherer aus der Sparkassen-Gruppe auf.

Auch die Deka bestätigte, dass sie eine Rückstellung in Höhe von 140 Millionen Euro vorgenommen hat. Vorstandschef Georg Stocker hatte bereits im April bei der Vorstellung der Zahlen für 2019 gesagt, dass die Deka damit die Kapitalbasis der S-Pensions-Management stärke. Die Sparkassen Pensionskasse ist eine Tochter der S-Pensions-Management.

Die Sparkassen Pensionskasse managt, anders als ihr Name nahelegt, nicht die Altersversorgung für Mitarbeiter von Sparkassen, sondern für Mitarbeiter anderer Unternehmen. Dabei geht es laut „Süddeutscher Zeitung“ um die betriebliche Altersvorsorge von knapp 350.000 Angestellten und Rentnern. Die Zeitung zitiert einen Insider damit, dass die Schieflage der Sparkassen Pensionskasse auf die niedrigen Zinsen zurückzuführen sei, nicht auf individuelle Managementfehler.

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    Die Sparkassen Pensionskasse teilte weiter mit, sie habe „immer und in vollem Umfang die Garantieverpflichtungen ihrer Kunden erfüllt“. Dazu sei sie auch aktuell problemlos in der Lage. „Damit dies aber angesichts der historisch niedrigen Kapitalmarktzinsen und volatilen Aktienmärkte auch mittel- und langfristig sichergestellt ist, wurden jetzt Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals und der Risikotragfähigkeit verabschiedet.“ Die konkrete Umsetzung werde in den nächsten Wochen mit der Finanzaufsicht Bafin und den Finanzbehörden abgestimmt.

    Allgemein wird erwartet, dass immer mehr Pensionskassen Probleme bekommen, die mitunter relativ hohen Zinsgarantien der Vergangenheit mittel- und langfristig zu erfüllen. Denn sie haben Mühe, in der anhaltenden Phase niedriger Zinsen mit ihrem Vermögen ausreichend Renditen zur Finanzierung ihrer Betriebsrenten zu erzielen. Pensionskassen unterliegen relativ strengen Auflagen und haben daher einen besonders gewichtigen Teil ihres Pensionskapitals in renditearmen Anleihen angelegt. Bereits mehrere Kassen sind in Schieflage geraten und mussten Betriebsrenten kürzen.

    Die Finanzaufsicht Bafin beobachtet daher einen erheblichen Teil der Pensionskassen intensiver als sonst. Derzeit stehen 36 von 135 Pensionskassen unter besonderer Kontrolle der Bafin.

    Die Bafin hatte zu Jahresbeginn klargestellt, dass Pensionskassen von der Niedrigzinsphase noch stärker betroffen seien als Lebensversicherer. Frank Grund, Chef der Bafin-Versicherungsaufsicht, sagte damals: „Wir brauchen bei einigen Kassen erhebliche Unterstützung der Arbeitgeber als Träger.“

    Erstmals hatte die Finanzaufsicht Ende 2018 einer Pensionskasse verboten, neue Verträge abzuschließen, bestehende zu erhöhen und weitere Personen aufzunehmen. Betroffen war die Pensionskasse der Caritas. In anderen Fällen haben Unternehmen, auch teils sehr große, Geld an ihre Pensionskasse überwiesen.

    Mehr: Betriebsrenten dürfen laut einer Gerichtsentscheidung nicht unverhältnismäßig gekürzt werden.

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