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Bezahldienst Einkauf und Geldanlage: Paypal will zur „Super-App“ werden

Der Bezahldienst hat ehrgeizige Pläne. Bis 2025 will CEO Schulman die Nutzerzahlen verdoppeln. Paypal profitiert auch vom Krypto-Interesse seiner Kunden.
11.02.2021 Update: 12.02.2021 - 07:26 Uhr Kommentieren
„Wir werden sehen, wie ein neues Finanzsystem entsteht“, glaubt der Paypal-Chef. Quelle: AP
Paypal

„Wir werden sehen, wie ein neues Finanzsystem entsteht“, glaubt der Paypal-Chef.

(Foto: AP)

Denver Paypal gehört zu den großen Profiteuren der Coronakrise. 2020 wuchs der Bezahldienstleister aus dem Silicon Valley so stark wie nie zuvor. Vorstandschef Dan Schulman will den Rückenwind nun nutzen, um Paypal zu einer „Super-App“ auszubauen. So sollen Kunden künftig direkt über die Paypal-App einkaufen, Geld anlegen und auf sie zugeschnittene Angebote bekommen können, sagte Schulman am Donnerstag auf dem virtuell übertragenen Investorentag.

Eine Super-App würde „all unsere Finanzdienstleistungen auf einer Plattform vereinen. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen machen es dann möglich, all diese Daten zu analysieren und den Kunden individuelle Empfehlungen zu geben“, sagte Schulman. Seine Vision erinnert an die chinesische Super-App Wechat, die Bezahldienste, soziale Netzwerke und E-Commerce verbindet.

„Wir werden sehen, wie ein neues Finanzsystem entsteht“, glaubt der Paypal-Chef. Dazu gehöre auch das Thema Geldanlage. „Leute, die Geld bei uns haben, sollen das investieren können, nicht nur in Kryptowährungen, sondern in Aktien und andere Vermögenswerte“, stellte Schulman klar. Dafür will er mit anderen Finanzinstituten zusammenarbeiten.

Dass Paypal nun auch den Handel mit Kryptowährungen anbietet, habe dazu geführt, dass Nutzer sich deutlich öfter in die App einloggen. Mehr als die Hälfte der Krypto-Nutzer prüfen ihre Kontostände mindestens einmal pro Tag. Das will das Unternehmen nutzen, um die Kunden auch für andere Angebote auf der Plattform zu halten.

Auch sollen Kunden künftig ihre Kryptowährungen zum Bezahlen nutzen können. Paypal bietet seit Oktober den Nutzern in den USA an, eine Reihe an Kryptowährungen zu kaufen, zu halten und zu verkaufen. Das Interesse habe die Erwartungen übertroffen, sagt Mark Britto. Genaue Zahlen nannte er jedoch nicht. Zuvor hatte auch der Kreditkartenanbieter Mastercard angekündigt, Kryptowährungen als Zahlungsmittel anzuerkennen.

In den kommenden Monaten soll das Krypto-Angebot auch in Großbritannien starten. Damit trifft der Konzern einen Nerv. Tesla-Chef Elon Musk hatte am Montag angekündigt, dass Tesla künftig auch Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren will. Eine eigene Investition von Firmengeldern in Bitcoin erteilte Paypal hingegen eine Absage.

Zahl aktiver Konten soll sich verdoppelt

Zum ersten Mal veröffentliche Paypal einen Fünfjahresplan mit konkreten finanziellen Zielen: So sollen sich die aktiven Konten bis dahin auf 750 Millionen verdoppeln. Allein im vergangenen Jahr gewann Paypal rund 73 Millionen neue Kunden. Das Transaktionsvolumen über alle Dienste des Unternehmens hinweg will Schulman in den kommenden vier Jahren verdreifachen, auf 2,8 Billionen Dollar. Der Umsatz soll sich von derzeit 21,5 auf über 50 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Der Gewinn pro Aktie soll jährlich um rund 22 Prozent steigen.

Der Konzern, der vor sechs Jahren von Ebay abgespalten wurde, geht davon aus, dass die Grenzen zwischen digitalem und stationärem Handel „nicht nur verwischt, sondern komplett verschwinden werden“, ist Schulman überzeugt. Händler müssten nun versuchen, dort zu sein, wo die Kunden sind. Paypal will daher auch die Dienste für Händler ausbauen und ihnen zum Beispiel Hilfe bei der Vermarktung ihrer Produkte anbieten. Damit soll der Konzern zu einer Art One-Stop-Shop für Händler und Verbraucher werden, wenn es um deren Finanzen geht.

Auch andere Tech- und Finanzkonzerne investieren verstärkt in digitale Geldbörsen. Die Citigroup ewta schließt sich mit Googles Wallet zusammen und bietet Kunden ein digitales Konto an, die sich über die Geldbörse des Suchmaschinenkonzerns einloggen.

Die Paypal-Aktie lag in New York bis zu vier Prozent im Plus, gab einen Teil der Gewinne wieder ab und schloss 0,65 Prozent höher bei 285 Dollar. Das Papier hat in diesem Jahr bereits 27 Prozent zugelegt, in den vergangenen zwölf Monaten 150 Prozent.

Mehr: Paypal-Chef Dan Schulman: „Der Kapitalismus braucht ein Upgrade“

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