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Bilanz 2019 Kreissparkasse Köln stemmt sich mit Krediten gegen Negativzinsen

Die drittgrößte deutsche Sparkasse hat 2019 unter der Niedrigzinsphase gelitten. Privatkunden berechnet sie trotzdem weiter keine Negativzinsen.
02.03.2020 - 14:38 Uhr Kommentieren
Sparkassen treiben Fusion unter Versicherern voran Quelle: AP
Sparkassen-Ballon

Der öffentlich-rechtliche Bankensektor steht vor großen Herausforderungen.

(Foto: AP)

Köln Auch für Millionäre bleibt die Kreissparkasse Köln weiter ein guter Anlaufpunkt. Wie bisher will Deutschlands drittgrößte Sparkasse 2020 auf Strafzinsen für Vermögende verzichten, obwohl sie im vergangenen Jahr die negativen Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase zu spüren bekam. Das stellte Vorstandschef Alexander Wüerst bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Montag in Köln klar.

„Wir erheben ein Verwahrentgelt ab einer Einlage von 500.000 Euro von Firmen, institutionellen Kunden und Kommunen. Für Privatkunden ist das derzeit nicht geplant“, erklärte Wüerst. Zum einen sei die Rechtslage bei Strafzinsen für Privatkunden nicht klar, zum anderen komme man geschäftlich „aktuell zurecht“. Dies könne sich jedoch ändern, wenn die Zinsen weiterhin so niedrig bleiben.

Laut Wüerst verzeichnete die Kreissparkasse einen Zustrom vermögender Privatkunden aufgrund der fehlenden Negativzinsen. Die Zahl der Kundenmandate im Private Banking stieg 2019 deutlich, das verwaltete Vermögen erhöhte sich um 22 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro. Rund 12 Millionen Euro an Einlagenzinsen musste die Sparkasse insgesamt an die Notenbank überweisen.

Um der anhaltenden Negativzinsphase zu begegnen, setzen die Kölner auf Kreditvergabe und Kostendisziplin und haben hier im vergangenen Jahr einige Erfolge vorzuweisen. Dennoch steht unterm Strich auch bei der Kreissparkasse ein sinkendes Ergebnis.

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    2019 fiel der Zinsüberschuss um rund drei Prozent von 399 Millionen Euro auf 386 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss und die sonstigen Erträge kletterten zwar um knapp zwei Prozent von 175 Millionen auf 178 Millionen, konnten den Rückgang im Zinsergebnis jedoch nicht ausgleichen. Die Gesamterträge gingen um knapp zwei Prozent zurück auf 564 Millionen Euro (2018: 574 Millionen Euro).

    Zwar stiegen die Kosten nur minimal auf 426 Millionen Euro, vor allem aufgrund des Abbaus von 50 Stellen. Dennoch steht unter dem Strich ein Rückgang beim Vorsteuergewinn von knapp neun Prozent auf 107 Millionen Euro (2018: 117 Millionen Euro).

    Starke Kreditvergabe

    Der Hauptgrund, warum die Kreissparkasse nicht noch stärker von den anhaltenden Negativzinsen gebeutelt wurde, ist die erfreuliche Entwicklung beim Kreditneugeschäft: 4,0 Milliarden Euro an Krediten reichte das Institut im vergangenen Jahr zusätzlich aus, ein Plus von knapp 18 Prozent. Das entspricht dem höchsten Kreditneugeschäft in der Geschichte des Hauses.

    2,5 Milliarden Euro der Neukredite gehen auf Unternehmer zurück. 1,5 Milliarden Euro entfielen auf Privatkunden, davon mit 1,4 Milliarden Euro der Großteil auf Baufinanzierungen, wo ein Plus von ganzen 40 Prozent verzeichnet werden konnte. Die Kreissparkasse profitierte damit stark vom Bauboom in den Kölner Umlandgemeinden.

    „Trotz des intensiven Wettbewerbs konnte die Kreissparkasse Köln in allen Kerngeschäftsfeldern Wachstum verzeichnen“, bilanzierte Vorstandschef Wüerst. Die Wirtschaftslage sei robust, das Vertrauen der Kunden ungebrochen.

    Die Kosten-Ertrags-Relation stieg 2019 um knapp zwei Prozentpunkte auf rund 75 Prozent. Die Kernkapitalquote sank leicht auf rund 15 Prozent.

    Zu den Überlegungen innerhalb des Verbands, ein eigenes Sparkassen-Spitzeninstitut zu gründen, äußerte sich Wüerst vorsichtig. Die seit Langem diskutierte Gründung eines Zentralinstituts sei eine gute Idee. „Das Projekt ist jedoch aufgrund von Eigentümer-, Immobilien- und Detailfragen hochgradig komplex“, so Wüerst, zugleich stellvertretender Bundesobmann der Sparkassen.

    Bei der diskutierten Fusion der Helaba und der Deka sei anzustreben, dass das entstehende Institut zu 100 Prozent in Sparkassenhand sei. Die Frankfurter Sparkasse könnte laut Wüerst dann zu einer Direktbank für den gesamten Sparkassenverbund ausgebaut werden. Die Förderbank für Hessen könnte ausgegliedert und in ausschließliches Landeseigentum überführt werden, analog zur Gründung der NRW-Bank als staatlicher Förderbank Nordrhein-Westfalens.

    Mehr: Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker spricht sich für eine Fusion mit der Deka aus.

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