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Bilanz Sparkassen in Bayern sehen sich vor schwierigen Zeiten

Der Sparkassenverband Bayern berichtet über das abgelaufene Jahr. Ihr Präsident Ulrich Netzer sieht ein Zentralinstitut als „wichtigen Baustein“.
04.03.2020 - 12:42 Uhr Kommentieren
Der Sparkassenverband Bayern blickt besorgt in die Zukunft. Quelle: dpa
Sparkasse

Der Sparkassenverband Bayern blickt besorgt in die Zukunft.

(Foto: dpa)

München Die bayerischen Sparkassen stellen sich nach einem erneuten Gewinnrückgang auf heftigeren Gegenwind ein. „Die betriebswirtschaftlich schwierigsten Zeiten stehen uns noch bevor“, sagte der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Netzer am Mittwoch in München. Die Auswirkungen der Niedrigzinsen verschärften sich, weil gut verzinste Altanlagen auslaufen. Zudem seien die Möglichkeiten zur Kostensenkung weitgehend ausgereizt. Es gebe bereits erste Institute, bei denen der Zinsüberschuss den Verwaltungsaufwand nicht mehr decke.

Die Sparkassen müssten gegensteuern, indem sie ihren Vertrieb ankurbeln und Preise erhöhen. „Dazu gehört in Teilen auch, dass wir manche Altverträge kündigen und für große Einlagesummen Verwahrentgelte veranschlagen“, verteidigte Netzer die zunehmende Verbreitung von Strafzinsen.

Wegen der niedrigen Zinsen sank der Zinsüberschuss der 64 bayerischen Sparkassen - die wichtigste Einnahmequelle der Institute - 2019 um 1,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung schrumpfte auch wegen gestiegener Verwaltungskosten um drei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 441 Millionen Euro übrig.

In der Debatte um ein Sparkassen-Zentralinstitut mahnte Netzer baldige Fortschritte an. „Das Zeitfenster, in dem wir das Heft des Handelns in der Hand haben, ist nicht unbegrenzt. Wir müssen bald vorankommen.“ Die Sparkassenorganisation müsse sich verschlanken, dabei sei die Schaffung eines Zentralinstituts ein wichtiger Baustein. „Die Sparkassen brauchen standardisierte Prozesse, klare Produktlandschaften und eindeutige Strukturen und auch eine bessere Arbeitsteilung in einer straffen, zielgerichteten Verbundorganisation, damit sie sich noch stärker auf ihre Kundenbeziehung konzentrieren können.“

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    Sparkassenpräsident Helmut Schleweis trommelt wegen der niedrigen Leitzinsen und des harten Wettbewerbs schon lange für ein Spitzeninstitut, für das eine Fusion der Dekabank und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Grundlage legen sollen. Die beiden Institute verhandeln seit Jahresanfang über einen Zusammenschluss. Doch dabei müssen viele Widerstände überwunden werden. Umstritten ist etwa, welche Teile in ein gemeinsames Geldhaus eingebracht werden sollen, wie die Kosten verteilt werden und wie das Geschäftsmodell aussehen soll.

    Netzer forderte, dass vor allem die Risiken in der Verbundorganisation deutlich reduziert werden müssten. Schließlich hätten die Sparkassen wiederholt für diese geradestehen müssen. Zuletzt musste die NordLB mit Milliarden vor dem Kollaps bewahrt werden.

    Mehr: Der öffentlich-rechtliche Bankensektor diskutiert über einen grundlegenden Umbau. Intern sorgt das Projekt für viel Unruhe.

    • rtr
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