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Bilanzskandal Lehre aus dem Fall Wirecard: Wirtschaftsprüfer wollen schärfere Instrumente nutzen

Um Fälle wie den von Wirecard zu vermeiden, wollen Wirtschaftsprüfer kriminalistische Methoden anwenden. Dieses Vorgehen ist bisher nur bei Sonderprüfungen üblich.
15.07.2020 - 19:20 Uhr 1 Kommentar
Der Fall des mittlerweile insolventen Zahlungsabwicklers hat dem Ruf der Wirtschaftsprüfungsbranche geschadet. Quelle: Reuters
Wirecard-Büro in Wien

Der Fall des mittlerweile insolventen Zahlungsabwicklers hat dem Ruf der Wirtschaftsprüfungsbranche geschadet.

(Foto: Reuters)

München Die deutschen Wirtschaftsprüfer wollen bei börsennotierten Unternehmen künftig tiefer bohren, um mutmaßlichen Bilanzbetrug wie bei Wirecard eher aufdecken zu können.

In der Abschlussprüfung könnten vermehrt forensische Methoden angewandt werden, erklärte das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW), das die Interessen der Bilanzexperten und Prüfungsgesellschaften in Deutschland vertritt, am Mittwoch. „Dabei gilt es allerdings, nicht über das Ziel hinauszuschießen“, sagte IDW-Vorstandssprecher Klaus-Peter Naumann.

Finanzmanipulationen und Vermögensschädigungen aufzudecken sei schwierig und aufwendig, sodass schon konkrete Hinweise auf Betrug vorliegen müssten, um eine Prüfung mit kriminalistischen Methoden zu rechtfertigen.

Ein solches Vorgehen ist bisher nur bei Sonderprüfungen üblich. Bei normalen Abschlussprüfungen sind Wirtschaftsprüfer auf die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen angewiesen.

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    Das IDW sieht nun Handlungsbedarf: Der Fall des mittlerweile insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard habe das Ansehen des Finanzplatzes Deutschland beschädigt, in der Öffentlichkeit werde die Rolle der Wirtschaftsprüfer hinterfragt, erklärte der Verband, der auch die Standards für die knapp 15.000 Wirtschaftsprüfer in Deutschland vorgibt.

    Die Prüfungsgesellschaft EY war in die Kritik geraten, als Wirecard einräumen musste, dass rund 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz fehlten. In den Vorjahren hatten die Prüfer die Bilanz aber jeweils testiert, obwohl vor allem das Asiengeschäft von Wirecard in Medienberichten schon länger angezweifelt worden war. EY sieht sich als Opfer eines groß angelegten Betrugs.

    „Erste Ansatzpunkte für Verbesserungen sind schon jetzt gegeben – ohne damit Vorverurteilungen zu treffen“, so Naumann. Das IDW schlägt unter anderem vor, Vorstände zur Einrichtung eines wirksamen Compliance-Management-Systems zu verpflichten, das sicherstellt, dass sich das Unternehmen an alle Regeln hält. Der Aufsichtsrat müsse zudem einen Prüfungsausschuss einrichten – bei Wirecard war das erst im vergangenen Jahr geschehen.

    Mehr: Fall Wirecard – Die deutschen Wirtschaftsprüfer stehen am Pranger

    • rtr
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    1 Kommentar zu "Bilanzskandal: Lehre aus dem Fall Wirecard: Wirtschaftsprüfer wollen schärfere Instrumente nutzen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Positionspapier des IDW und die vorstehende Auslegung liest sich für mich wie eine Einführung in ein Prüfer-Märchen. Es war einmal ein böses DAX-Unternehmen...
      Die IDW-Meinung ist wohl eher die Meinung der großen IDW-Beitragszahler. wp.net teilt diese Meinung nicht und wird ein eigenes Positionspapier erstellen.
      Fraud, wie der Bilanzbetrug neudeutsch auch genannt wird, ist ein bedeutsames Fehlerrisiko bei jeder Abschlussprüfung. Zum Erkennen eines Bilanzbetrugs über das fehlende Bankguthaben braucht es keine forensische Methoden. Dies sollten auch Nicht-WPs verstehen können. Einfach bei Beträgen über ein behauptetes xx Mio. EUR hohes Bankguthaben Bankbestätigungen direkt bei der Bank anfordern, wie es im IDW PS 302 und ISA 500 gefordert wird, unterstützt bei der Aufklärung ungemein.

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