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Borsa Italiana Deutsche Börse sucht italienische Partner für Milliarden-Deal in Mailand

Der Bieterwettstreit um die Mailänder Börse ist in vollem Gange. Die Deutsche Börse bemüht sich, einen Partner für die Übernahme zu finden.
16.09.2020 - 19:40 Uhr Kommentieren
Interessenten mussten bis zum 11. September erste, unverbindliche Gebote einreichen. Zu den Bietern zählte dabei neben der Deutschen Börse und der Euronext auch die Schweizer Börse Six.
Borsa Italiana

Interessenten mussten bis zum 11. September erste, unverbindliche Gebote einreichen. Zu den Bietern zählte dabei neben der Deutschen Börse und der Euronext auch die Schweizer Börse Six.

Frankfurt Im Wettstreit um die Mailänder Börse buhlen die Interessenten um die Gunst der italienischen Politik. Nach der Euronext, die zusammen mit den italienischen Geldhäusern CDP und Intesa Sanpaolo bietet, bemüht sich Insidern zufolge auch die Deutsche Börse intensiv um einen oder mehrere Partner aus dem südeuropäischen Land.

Italienische Firmen sollten sich nach den Plänen von Vorstandschef Theodor Weimer nach einer erfolgreichen Übernahme mit 49 Prozent an der Borsa Italiana beteiligen, heißt es in Finanzkreisen. Deutschlands größter Börsenbetreiber würde sich somit mit einem Anteil von 51 Prozent begnügen.

Auch die Auswahl von Vorstands- und Aufsichtsratschef der Borsa Italiana wollen die Frankfurter ihren italienischen Partnern überlassen. An der Staatsanleihenplattform MTS, die ebenfalls zur Mailänder Börse gehört, sollen die Italiener sogar die Mehrheit bekommen.

Die Deutsche Börse äußerte sich zu den Plänen, über die zuerst das „Manager Magazin“ berichtete hatte, nicht. Ob die Frankfurter bei der Suche nach Partnern Erfolg haben und am Ende den Zuschlag bekommen werden, ist offen. Die italienische Staatsbank CDP ist schließlich bereits früh ein Bündnis mit der Euronext eingegangen.

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    Zudem haben mehrere italienische Politiker durchblicken lassen, dass sie einen Zusammenschluss der Borsa Italiana mit der französischen Mehrländerbörse Euronext bevorzugen würden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat der italienische Finanzminister Roberto Gualtieri vergangene Woche bei einem privaten Treffen in Rom mit Euronext-Chef Stephane Boujnah über das Thema gesprochen.

    Notfalls ein Veto

    Beteiligte gehen zudem davon aus, dass sich die französische Regierung hinter den Kulissen intensiv für einen Verkauf an Euronext einsetzt. Präsident Emmanuel Macron, ein ehemaliger Investmentbanker, hat sich bereits im Rahmen des Brexits stark für die heimische Finanzbranche ins Zeug gelegt.

    Der italienische Finanzminister Gualtieri hat betont, die Regierung in Rom werde notfalls ein Veto einlegen, um eine Übernahme durch unliebsame Käufer zu verhindern. „Die Regierung verfolgt die Entwicklungen angesichts der strategischen Bedeutung der Borsa Italiana für das Funktionieren des Finanzsektors und der Realwirtschaft in Italien sehr aufmerksam.“

    Aktuell gehört die Borsa Italiana der London Stock Exchange (LSE), die ihre Tochter jedoch zum Verkauf gestellt hat. Die Briten müssen zumindest die Staatsanleihenplattform MTS veräußern, um von der EU-Kommission grünes Licht für ihre 27 Milliarden Dollar teure Übernahme des Datenanbieters Refinitiv zu bekommen.

    Laut LSE-Chef David Schwimmer spricht jedoch einiges dafür, gleich das ganze Italiengeschäft zu verkaufen. MTS ist mit dem Rest des Unternehmens schließlich eng verzahnt.

    Interessenten mussten bis zum 11. September erste, unverbindliche Gebote einreichen. Zu den Bietern zählte dabei neben der Deutschen Börse und der Euronext auch die Schweizer Börse Six.

    Kein „Must-have“

    Die LSE muss nun entscheiden, mit welchen Interessenten sie in der zweiten Runde weiterverhandeln will. Laut Reuters belaufen sich die bisherigen Gebote auf 3,5 bis vier Milliarden Euro, wobei die Six die höchste Offerte abgegeben haben soll.

    Für Beteiligte kommt dies nicht überraschend, immerhin hat Six zwei entscheidende Nachteile: Sie hat im Vergleich zur Euronext und zur Deutschen Börse ein relativ kleines Netzwerk mit wenig Anknüpfungspunkten. Und sie hat ihren Hauptsitz außerhalb der EU. Das sind schlechte Voraussetzungen, um das von Italien ausgegebene Ziel zu erreichen, die Borsa Italiana zu einem integralen Bestandteil einer EU-Kapitalmarktunion zu machen.

    Nach Ansicht von Analysten würden die Italiener am besten zur Euronext passen, die bereits Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel, Lissabon, Dublin und Oslo betreibt. Für die Deutsche Börse wäre eine Übernahme zwar auch sinnvoll, aber nicht zu jedem Preis.

    „Die Borsa Italiana würde gut zur Deutschen Börse passen, sie ist für das Unternehmen aber kein ‚Must-have‘“, erklärte Commerzbank-Analyst Christoph Blieffert kürzlich in einer Studie.

    Darin warnte er auch davor, dass eine Integration der Borsa Italiana und das Erzielen von Synergien durch eine Beteiligung des italienischen Staats erschwert würde. Darüber hinaus würden den Frankfurtern dann die finanziellen Ressourcen fehlen, andere interessante Unternehmen zu schlucken.

    Mehr: Pro & Contra: Ist eine Konsolidierung unter den europäischen Börsen nötig?

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