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Britische Großbank Barclays meldet schwaches erstes Quartal – Druck auf Chef Jes Staley wächst

Barclays Erträge sind im ersten Quartal eingebrochen, besonders in der umstrittenen Investmentbanksparte. Doch es gibt auch einen Lichtblick.
25.04.2019 Update: 25.04.2019 - 12:29 Uhr Kommentieren
Der Vorsteuergewinn der Investmentbanksparte der Bank brach im ersten Quartal um fast dreißig Prozent ein. Quelle: Reuters
Barclays in London

Der Vorsteuergewinn der Investmentbanksparte der Bank brach im ersten Quartal um fast dreißig Prozent ein.

(Foto: Reuters)

London Auf den ersten Blick verlief das erste Quartal für Barclays enttäuschend. Der Umsatz der britischen Großbank ging um zwei Prozent auf 5,25 Milliarden Pfund zurück. Der Vorsteuergewinn sank um zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Pfund.

In der Investmentbanksparte, die unter besonderer Beobachtung steht, gingen die Erträge sogar um elf Prozent zurück. Der Vorsteuergewinn brach um 29 Prozent ein.

Die Zahlen kommen Barclays-Vorstandschef Jes Staley ungelegen, denn auf der Hauptversammlung nächste Woche wartet der aktivistische Investor Ed Bramson. Der New Yorker Hedgefondsmanager will einen Sitz im Board erkämpfen, um stärkeren Einfluss auf die Strategie der Bank nehmen zu können. Seit Monaten fordert er eine Verkleinerung der Investmentbanksparte.

Es sei ein schwieriges erstes Quartal für die Investmentbank gewesen, räumte Staley ein. Das M&A-Geschäft etwa brach um 17 Prozent ein. Ähnlich düster sah es im Emissionsgeschäft aus. Vorsorglich hatte die Bank schon vor einigen Tagen in der „Financial Times“ streuen lassen, dass man die Bonus-Rückstellungen der Investmentbanker im ersten Quartal um einen zweistelligen Prozentsatz gekürzt habe. Staley bestätigte dies am Donnerstag.

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    Es war jedoch nicht alles schlecht: So lief das Handelsgeschäft besser als bei den meisten Konkurrenten. Die Erträge fielen bei Barclays nur um sechs Prozent, während die US-Banken im Schnitt einen Einbruch um 14 Prozent zu verzeichnen hatten. Bei Barclays fiel die Bilanz gemischt aus: Die Erträge aus dem Aktienhandel brachen um 21 Prozent ein. Das Anleihengeschäft hingegen wuchs um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Staley verwies darauf, dass der Nettogewinn von einer Milliarde Pfund für die ganze Gruppe ein ordentlicher Start ins Jahr sei. Auch bekräftigte er die Renditeziele: 2019 will er eine Eigenkapitalrendite von mindestens neun Prozent erreichen. 2020 sollen es zehn Prozent werden.

    Doch bezweifeln Analysten, dass er diese Vorgaben einhalten wird. Denn im ersten Quartal lag die Eigenkapitalrendite bei 9,6 Prozent. Und traditionell ist das erste Quartal besonders stark. Vor einem Jahr hatte die Rendite im ersten Quartal noch bei elf Prozent gelegen.

    Stärkere Kostensenkung als geplant

    Staley kündigte bereits an, dass man die Kosten im Laufe des Jahres möglicherweise stärker als geplant senken werde, wenn das schwierige Marktumfeld anhalte. Durch die Kürzung der Bonus-Rückstellungen konnte er die Kosten im ersten Quartal bereits um drei Prozent drücken.

    Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis sank damit auf ansehnliche 62 Prozent. Im Laufe des Jahres könne man auch noch die Investitionen verlangsamen, wenn die Renditeziele in Gefahr gerieten, sagte Staley.

    Die Zahlen dürften den Aktivisten Bramson jedoch kaum zufriedenstellen. Denn seine Kritik an der Investmentbank erhält durch die Quartalszahlen auch neue Nahrung: Die Eigenkapitalrendite der Sparte lag im ersten Quartal bei 9,5 Prozent - deutlich unter der Rendite des internationalen Kreditkartengeschäfts (15,4 Prozent) und des klassischen Bankgeschäfts in Großbritannien (16,4 Prozent).

    Doch ist die Barclays-Führung zuversichtlich, dass Bramson auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag keine Mehrheit bei den anderen Aktionären finden wird. Die Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis haben sich bereits dagegen ausgesprochen, den Hedgefondsmanager in den Verwaltungsrat aufzunehmen. Mehrere Aktionäre fürchten die Unruhe, die der Aktivist bringen könnte.

    Der Board hatte gewarnt, Bramson könne sich „störend und unkooperativ“ verhalten und die Stabilität der Bank gefährden.

    Staley ließ keinen Zweifel daran, dass er an seiner Investmentbankstrategie festhalten werde. Das Handelsgeschäft gewinne seit sechs Quartalen Marktanteile und die Eigenkapitalrendite sei zweistellig, sagte er. „Das ist eine gute Entwicklung.“ Zugleich betonte er, dass man kein weiteres Kapital in die Investmentbank stecken werde. Das verriet, wie sehr er in der Defensive ist.

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