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Britische Großbank Barclays stellt sich auf Welle von Kreditausfällen ein – Gewinn bricht ein

Die britische Bank erhöht ihre Risikovorsorge für faule Kredite auf 3,7 Milliarden Pfund. Dank der Investmentbanker bleibt das Geldhaus aber profitabel.
29.07.2020 - 10:49 Uhr Kommentieren
Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Institut einen Vorsteuergewinn von 359 Millionen Pfund. Quelle: Reuters
Barclays in London

Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Institut einen Vorsteuergewinn von 359 Millionen Pfund.

(Foto: Reuters)

London Barclays bereitet sich auf eine harte zweite Jahreshälfte vor. Die britische Bank erhöhte ihre Risikovorsorge im zweiten Quartal um 1,6 Milliarden auf insgesamt 3,7 Milliarden Pfund – mehr als von Analysten erwartet.

„Wir könnten stärkeren Gegenwind im zweiten Halbjahr spüren“, sagte Vorstandschef Jes Staley. Finanzvorstand Tushar Morzaria erklärte, man gehe von einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Kernmärkten USA und Großbritannien aus. „Wir erwarten einen relativ schwachen Wirtschaftsaufschwung“, sagte er. Deshalb habe man nun konservative Vorkehrungen getroffen.

Barclays ist stark im Geschäft mit ungesicherten Verbraucherkrediten und Kreditkarten vertreten. Beide Bereiche würden bei hoher Arbeitslosigkeit schwer getroffen.

Trotz der hohen Rückstellungen blieb Barclays profitabel. Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Institut einen Vorsteuergewinn von 359 Millionen Pfund – ein Minus von 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 5,3 Milliarden Pfund. Die Kernkapitalquote bleibt hoch mit 14,2 Prozent. Dies sollte ausreichen, um die erwarteten Kreditausfälle zu stemmen.

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    Staley hob hervor, dass man dank des „diversifizierten Geschäftsmodells“ auch in der Krise widerstandsfähig sei. Wie schon im ersten Quartal retteten die Händler der Investmentbanksparte das Gesamtergebnis. Allerdings fielen Umsatz und Gewinn der Sparte geringer aus als in dem Rekordquartal. Der Umsatz ging von 3,6 auf 3,3 Milliarden Pfund zurück, der Gewinn fiel von 1,2 Milliarden auf eine Milliarde Pfund.

    Das liegt daran, dass sich die Märkte nach einigen Wochen panischer Aktivität zu Beginn der Coronakrise wieder beruhigt haben. Die Händler erleben jedoch weiter eine Sonderkonjunktur: Der Umsatz im Anleihehandel etwa lag immer noch mehr als die Hälfte über dem Vorjahresniveau.

    Sonderkonjunktur für Händler bald vorbei 

    In der zweiten Jahreshälfte werde sich das Handelsgeschäft weiter normalisieren, sagte Staley. Das werde auch den Umsatz beeinflussen. Die Krise habe jedoch gezeigt, was Kapitalmärkte leisten können. Die meisten Firmen hätten sich über die Kapitalmärkte finanziert, nicht mit Bankkrediten. Dieser Trend werde anhalten.

    Auch hofft Staley, dass sich das M&A-Geschäft langsam wieder erholt. Je sicherer die Unternehmen über die Wirtschaftsaussichten würden, desto mehr Aktivität werde man in dem Bereich sehen, sagte der Vorstandschef.

    Grafik

    Düster hingegen sieht es für die einstigen Gewinnbringer der Bank aus: Das britische Filialgeschäft meldete im zweiten Quartal einen Vorsteuerverlust von 127 Millionen Pfund. Das Kreditkartengeschäft verlor 225 Millionen Pfund. Sie trugen dazu bei, dass die Eigenkapitalrendite für die gesamte Bank auf 0,7 Prozent fiel.

    Das Kräfteverhältnis innerhalb der Bank hat sich umgekehrt. Die teuren Investmentbanker wirken auf einmal gar nicht mehr so teuer. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis für die Investmentbank betrug im zweiten Quartal 51 Prozent. Die Sparte war also effizienter als das Privatkundengeschäft, wo der Wert auf 70 Prozent stieg.  

    Mehr: Investmentbanking hilft der Deutschen Bank in der Coronakrise.

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