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Britische Großbank Investmentbankchef der HSBC steht offenbar vor Ablösung

Die britische Großbank HSBC will tausende Stellen streichen und ihr Investmentbanking umbauen. Als erstes muss nun offenbar der Chef weichen.
20.11.2019 - 14:08 Uhr Kommentieren
Samir Assaf, Chef der HSBC-Investmentbanksparte, soll nach neun Jahren vor der Ablösung stehen. Quelle: BLOOMBERG NEWS
Samir Assaf

Samir Assaf, Chef der HSBC-Investmentbanksparte, soll nach neun Jahren vor der Ablösung stehen.

(Foto: BLOOMBERG NEWS)

London Einer der führenden Investmentbanker der Welt verliert offenbar seinen Posten. Samir Assaf soll als Chef der Investmentbanksparte bei HSBC abtreten, berichtet die „Financial Times“. Er soll aber der Bank weiterhin beratend zur Seite stehen.

Der 59-jährige Libanese ist einer der dienstältesten Investmentbankchefs in der Londoner City. Er macht den Job seit 2010 und hat wesentlich länger durchgehalten als die Rivalen bei der Deutschen Bank oder Barclays.

Nun scheint Assaf der Umstrukturierung bei der HSBC zum Opfer zu fallen. Interimschef Noel Quinn hatte jüngst scharfe Einschnitte angekündigt, um die Kosten zu drücken. Mehrere tausend Stellen sollen wegfallen, vor allem in der Investmentbank. 

Die Details der Strategie will Quinn im Februar bekannt geben. Bis dahin soll laut „FT“ auch die Ablösung Assafs verkündet werden. Eine offizielle Bestätigung gab es von der HSBC am Mittwoch nicht. Die Personalie wurde aber auch nicht dementiert.

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    Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz sind die Zahlen der HSBC-Investmentbanksparte nicht schlecht. Sie machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 15,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 6,1 Milliarden Dollar.

    Doch ist die Hälfte des Kapitals immer noch in den renditeschwachen Regionen Europa und USA gebunden. Seit Jahren versucht der Vorstand vergeblich, mehr Kapital und Personal nach Asien umzuschichten, wo 90 Prozent der Gewinne erwirtschaftet werden.

    Quinn will den Umbau der Investmentbank nun forcieren – und glaubt offenbar nicht, dass Assaf die nötige Härte dafür besitzt. Der Veteran, der seit 2000 bei der HSBC ist, gilt als Banker alten Stils.

    Interimschef Quinn will sich dem Board als Macher empfehlen. Er macht sich Hoffnungen, als permanenter Vorstandschef installiert zu werden.

    Derzeit läuft die Suche nach einem Nachfolger für den geschassten CEO John Flint, der nach nur 18 Monaten gehen musste, weil er keine Akzente gesetzt hatte.

    Aufsichtsratschef Mark Tucker, der 2017 von außen vom asiatischen Versicherungskonzern AIA gekommen war, hat es sich zum Ziel gesetzt, die behäbige Kultur der HSBC zu verändern. 

    Mehr: Der HSBC-Interims-Chef kann nach einem enttäuschenden Quartal beweisen, dass er auch langfristig als Steuermann für den Londoner Bankriesen taugt, meint Handelsblatt-Korrespondent Michael Maisch.

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