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Bürovermieter Machtwechsel bei WeWork – Softbank übernimmt die Kontrolle

Der japanische Großinvestor kauft Gründer Adam Neumann seine Anteile ab. Das Überleben des Start-ups ist aber mit hohen Zugeständnissen verbunden.
22.10.2019 Update: 23.10.2019 - 04:52 Uhr Kommentieren
Der japanische Technologiekonzern Softbank hatte ohnehin vorgesehen, im kommenden Jahr weitere 1,5 Milliarden Dollar in WeWork zu investieren. Quelle: Reuters
WeWork

Der japanische Technologiekonzern Softbank hatte ohnehin vorgesehen, im kommenden Jahr weitere 1,5 Milliarden Dollar in WeWork zu investieren.

(Foto: Reuters)

New York Lange hat WeWork mit einer Entscheidung gerungen. Nach dem geplatzten Börsengang im September braucht das Start-up dringend Geld. Nun steht die Entscheidung fest. Der krisengeschüttelte Bürovermieter hat das Rettungspaket von Großinvestor Softbank am Mittwoch angenommen.

Das sichert das Überleben des New Yorker Start-ups, ist jedoch mit hohen Zugeständnissen verbunden. So muss Gründer Adam Neumann seinen Platz im Verwaltungsrat räumen. Im Gegenzug versorgt Softbank WeWork mit Krediten in Höhe von fünf Milliarden Dollar.

Zudem will der japanische Technologiekonzern bestehenden Aktionären Anteile im Wert von drei Milliarden Dollar abkaufen – jedoch zu einer deutlich geringeren Bewertung. Demnach ist WeWork derzeit nur noch acht Milliarden Dollar wert. Ein Abschlag von 83 Prozent. Noch im Januar wurde das Unternehmen, das sich vor wenigen Monaten in „The We Company“ umbenannte, mit 47 Milliarden Dollar bewertet.

Der Verwaltungsrat von WeWork war am Dienstag zusammengekommen, um über ein Rettungspaket abzustimmen.

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    Softbank erhält mit diesem Rettungspaket die Mehrheit der Stimmrechte von WeWork. Von den drei Milliarden Dollar, die für Rückkäufe vorgesehen sind, soll ein Drittel an Mitgründer Neumann gehen. Der gibt im Gegenzug die Führung des Verwaltungsrats ab.

    Neumann war Ende September nach dem gescheiterten Börsengang als Vorstandschef zurückgetreten und hatte sich auf die Leitung des Verwaltungsrats konzentriert. Er soll einen kleinen Anteil an dem Unternehmen behalten, das er vor zehn Jahren mit gegründet und zum wertvollsten Start-up der USA gemacht hat.

    Goldener Handschlag für Neumann

    Neumann, der ein enges Verhältnis zu Softbank-Chef Masayoshi Son hat, wird mit dem Rettungspaket üppig kompensiert. Neben dem Verkauf der Anteile soll Softbank zudem noch einen Kredit von 500 Millionen Dollar bereitstellen und ihm eine Beratungsgebühr in Höhe von 185 Millionen Dollar zahlen.

    Softbank-Chef Son muss nun zeigen, „dass er die Verluste minimieren und das Beste aus dem Unternehmen rausholen kann“, sagt Sven Weber, der den Risikokapitalfonds Knightsbridge Advisers berät.

    Über Softbanks 100 Milliarden Dollar schweren Technologiefonds Vision Fund und über den Konzern direkt hatte Son bereits elf Milliarden Dollar in WeWork investiert und so rund 30 Prozent der Anteile gehalten. Der japanische Milliardär will sich über den Vision Fund eigentlich als großer Technologie-Investor positionieren. Daher ist mit WeWorks Erfolg auch Sons eigener Ruf verbunden.

    Neumann war für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt und hat sich dafür hoch verschuldet. Eine 500 Millionen Dollar schwere Kreditlinie, die Neumann von JP Morgan Chase, Credit Suisse und der UBS bekam, war zum Teil mit seinen WeWork-Anteilen besichert. Bis Ende Juli hatte Neumann davon 380 Millionen Dollar abgerufen, wie aus dem nun zurückgezogenen Börsenprospekt hervorgeht.

    Branchenkennern zufolge könnte es nach der heftigen Korrektur bei der Unternehmensbewertung nun zu einem sogenannten „Margin Call“ kommen, der Neumann dazu zwingt, neue Sicherheiten zu hinterlegen oder den Kredit zurückzuzahlen. Mit dem Kredit von Softbank könnte der 40-Jährige nun die Schulden bei den Banken begleichen.

    Zudem hat Neumann einen fast 100 Millionen Dollar schweren Kredit bei JP Morgan, mit dem er die Käufe von fünf Luxusimmobilen finanziert hatte. Dieser ist nicht mit Unternehmensanteilen besichert. Dass Neumann nun von Softbank gut versorgt wird, stößt auf Kritik.

    Grafik

    Das Unternehmen, das im ersten Halbjahr 900 Millionen Dollar Verlust machte, könnte Tausende Mitarbeiter entlassen. Medienberichten zufolge sei dies noch nicht passiert, weil das Start-up nicht genügend Geld für Abfindungen habe. Neumann dagegen sei fein raus, so Professor Scott Galloway von der New York University, der sich als lautstarker WeWork-Kritiker etabliert hat.

    Der Bürovermieter hatte auch mit JP Morgan Chase über ein Rettungspaket verhandelt. Dies sah die Ausgabe von neuen, hochriskanten Anleihen vor.

    Die Lösung wäre jedoch sehr teuer gewesen. Branchenkennern zufolge war von einem Zinscoupon von 15 Prozent die Rede. Davon hätte We jedoch nur ein Drittel in Cash bezahlen wollen und den Rest durch die Ausgabe weiterer Anleihen. Diese sogenannte „Payment-in-Kind“-Methode wurde in der Vergangenheit oft von kriselnden Energieunternehmen verwendet oder von Firmen, die aus einem Insolvenzverfahren kommen.

    Für Softbank-Chef Son ist WeWork nicht die erste Enttäuschung. Auch Uber, ein anderes großes Portfolio-Unternehmen des Vision Fund, musste vor dem Börsengang im Mai den Firmenwert deutlich nach unten korrigieren.

    Mehr: Die Rettung von WeWork durch Softbank ist auch ein großes Risiko. Lesen Sie hier mehr über die Pläne des Softbank-Gründer Masayoshi Son.

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    Mehr zu: Bürovermieter - Machtwechsel bei WeWork – Softbank übernimmt die Kontrolle
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